Der Aufsteiger FC St. Pauli hat erwartungsgemäß eine schwierige erste Saison hinter sich, schlägt sich aber dennoch wacker in der Liga. Zwar befindet sich das Team aktuell mit nur drei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz in einer prekären Situation, doch im Rahmen ihrer Möglichkeiten machen die Kiezkicker ihre Sache ordentlich.
Das zeigte sich auch am vergangenen Wochenende beim Tabellenführer in München. Obwohl im Vorfeld von vielen bereits abgeschrieben, lieferten die Hamburger eine ansprechende Leistung ab. Am Ende lag zumindest eine kleine Überraschung in der Luft, auch wenn es dafür letztlich nicht ganz reichte. Somit musste sich St. Pauli mit dem Ergebnis (2:3) zwar enttäuscht, aber mit dem eigenen Auftritt durchaus zufrieden geschlagen geben.
Fehlende Durchschlagskraft
Nach 27 Spieltagen fällt die Bilanz des FC St. Pauli ernüchternd aus: Lediglich sieben Siege stehen zu Buche. Zusammen mit den Unentschieden ergibt das eine Punkteausbeute von 25 Zählern. Besonders die Heimbilanz ist schwach: Nur drei Spiele konnte das Team von Trainer Alexander Blessin im heimischen Millerntor-Stadion gewinnen.
Ein generelles Problem, das sich durch die gesamte Saison zieht, ist die mangelnde Durchschlagskraft in der Offensive. Kein Team der Liga hat bislang weniger Treffer erzielt als der FC St. Pauli. Daran ändert auch die auf den ersten Blick offensive Grundformation wenig: Der FCSP agiert meist in einem flachen 3-4-3, das zuletzt oft als 3-4-1-2 interpretiert wurde. Da St. Pauli jedoch keine dominante Ballbesitzmannschaft ist, formieren sich die Kiezkicker defensiv häufig zu einer Fünferkette und kommen nur selten in längere Druckphasen.
Hauke Wahl kehrt zurück
Gegen den kommenden Gegner kann Trainer Blessin wieder auf Abwehrspieler Hauke Wahl zurückgreifen, der voraussichtlich in die Dreierkette zurückkehren wird. In der Offensive gibt es mehrere Optionen: Sollte Blessin auf einen echten Neuner setzen, dürfte Johannes Eggestein den Vorzug erhalten. Als spielstärkere Variante stünde Daniel Sinani bereit. Es wird erwartet, dass die zuletzt formstarken Noah Weißhaupt und Elias Saad die Sturmspitze flankieren werden.
In einer solch schwierigen Saison ist es für Einzelspieler besonders schwer, herauszustechen. Einer der wenigen Lichtblicke ist Morgan Guilavogui. Der Bruder des ehemaligen Wolfsburg-Spielers Josuha Guilavogui gilt als Entdeckung der Saison und ist mit fünf Treffern der beste Torschütze seiner Mannschaft. Aktuell fehlt der Rechtsaußen jedoch aufgrund eines Haarrisses im Fuß. Eine weitere Schlüsselfigur ist Kapitän Jackson Irvine. Obwohl er bisher noch keinen eigenen Treffer erzielen konnte, ist er mit fünf Vorlagen der beste Assistgeber der Mannschaft. Der Australier ist ein wichtiger Faktor im Spiel des FC St. Pauli und verkörpert mit seiner Einstellung die kämpferische Spielweise der Kiezkicker.
Voraussichtliche Aufstellung FC St. Pauli:
Vasilj – Nemeth, Wahl, van der Heyden – Saliakas, Irvine, Smit, Treu – Weißhaupt, Saad – Eggestein
von Niklas Kirchhofer