Einzelkritik: Borussia Mönchengladbach - FC St. Pauli 2:0 (1:0)

Ein genialer Freistoß, wenig Fußball und drei wertvolle Punkte

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Glückwünsche für den Kunstschützen Kevin Stöger (Foto: Dean Mouhtaropoulos / Getty Images)

Borussia Mönchengladbach war in der Pflicht, das Heimspiel gegen den FC St. Pauli zu gewinnen – und ist dieser Pflicht nachgekommen. Das war es, was an diesem Spieltag wirklich zählte. Neben einem genialen Freistoßtor gab es ansonsten wenig Spektakuläres zu sehen. Die Einzelkritik:

Moritz Nicolas: Rettete nach knapp einer halben Stunde mit einem Reflex gegen Fujita bei der einzigen echten Chance der Gäste. Ansonsten hatte der 28-Jährige nur Routineaufgaben zu erfüllen, was er ohne Probleme erledigte. Als mitspielender Torwart im Passspiel solide; seine langen Bälle kamen nur zur Hälfte an, was natürlich auch mit den Kollegen zu tun hat, für die diese Abschläge gedacht sind. Nicolas verbuchte gegen St. Pauli die zehnte weiße Weste dieser Saison. Note 2,5.

Philipp Sander: War in der Abwehrarbeit aufmerksam und konzentriert, eroberte mehrfach den Ball und wirkte sehr stabil. Im Spielaufbau vermied er richtigerweise das Risiko, auch wenn die meisten seiner langen Bälle keinen Abnehmer fanden. Irritierend war, dass er bei einem seiner ersten Einwürfe den weiten Weg zur linken Seite auf sich nahm, um dann kurz zu einem Mitspieler zu werfen. Später warf der 28-Jährige dann weit ein, ohne dass daraus wirkliche Gefahr entstand. Note 3,0.

Nico Elvedi: In Abwesenheit des gesperrten Reitz trug Elvedi die Kapitänsbinde. Er wirkte sehr fokussiert und gewann seine Lauf- und Luftduelle nahezu ausnahmslos. Mitte der ersten Halbzeit tauchte er bei einem Vorstoß in für ihn ungewohnten Gefilden auf und schien dabei auch nicht genau zu wissen, was er mit dem Ball anfangen sollte. In seinem angestammten Revier fühlte sich der 29-Jährige offensichtlich deutlich wohler und ließ gemeinsam mit den Kollegen keine echte Torchance der Gäste zu. Kurz vor Schluss musste der Schweizer von Krämpfen geplagt vom Feld. Note 2,5.

Kevin Diks: Strahlte auch gegen St. Pauli eine gewisse Autorität aus, die den Nebenleuten Sicherheit gab. Diks ließ in direkten Duellen keine Zweifel aufkommen, ging resolut zur Sache und lieferte insgesamt eine „erwachsene" Leistung ab. Im Aufbauspiel missriet zwar der eine oder andere Versuch, das Spiel schnell zu machen, doch der 29-Jährige ging dabei kein unnötiges Risiko ein. Kurz vor Schluss hatte er nach einer Ecke noch die Kopfballchance zum 3:0, doch der Ball flog knapp am Tor vorbei. Note 3,0.

Joe Scally: Hatte ein paar Anlaufschwierigkeiten und wirkte zunächst etwas träge. So fehlte in bestimmten Situationen die Antrittsschnelligkeit, was auch bei der Großchance von St. Pauli zu sehen war. Allerdings muss ihm zugutegehalten werden, dass ein Doppelpass am schwierigsten zu verteidigen ist. In einigen Situationen mit Ball traf Scally falsche Entscheidungen, stabilisierte sich aber im Verlauf der Partie. Beim vorentscheidenden 2:0 hatte er großen Anteil, als er beim eigentlich zu langen Pass von Honorat bis zur Grundlinie sprintete, die Übersicht behielt und den Assist lieferte. Note 3,5.

Kevin Stöger: War der offensivere der beiden Sechser, wobei er zeitweise etwas zu weit auf die rechte Seite zog. Stöger versuchte, das Spiel zu lenken und Überraschungen zu kreieren, was jedoch meistens misslang. Dennoch kein Vorwurf an den 32-Jährigen, denn er leistete sich keine nennenswerten Aussetzer und suchte mit seinen Pässen oftmals die Tiefe. Herausragend war das Freistoßtor im 'Arango-Style', für das er sich in seinem 200. Bundesligaspiel zurecht feiern lassen durfte. Aktionsradius und fleißige Defensivarbeit des Österreichers verdeutlichten, dass er aktuell berechtigterweise den Vorzug vor Neuhaus erhält. Note 3,0.

Yannik Engelhardt: Kehrte nach seiner Sperre in die Startelf zurück und agierte als ‚Stabilisator' im Mittelfeld. Mehrfach eroberte er den Ball, indem er schnell vor dem Gegenspieler auftauchte und eine Umschaltsituation einleitete. Für solche Momente hat der 25-Jährige ein ausgezeichnetes Gespür. Gelegentlich verschleppte Engelhardt das Tempo zu sehr; kleinere Nachlässigkeiten blieben jedoch folgenlos. Den Freistoß vor dem Führungstreffer holte er heraus, indem er energisch zum Ball ging. Note 3,0.

Jens Castrop: Machte ein sehr unauffälliges Spiel und war für seine Verhältnisse sehr zurückhaltend unterwegs. Ob das eine taktische Vorgabe war oder sich aus der insgesamt wenig dynamischen Ausrichtung ergab, ist offen. Dem 22-Jährigen unterliefen keine nennenswerten Fehler; er hielt seine Position mit Fokus auf die Defensive und war ansonsten kein Faktor. Nach knapp einer Stunde wurde Castrop von Ullrich abgelöst. Note 4,0.

Wael Mohya: Der Youngster war zumeist rechts im Halbraum unterwegs, konnte dort aber nur wenig bewegen. Er war zwar fleißig und bemüht, dem insgesamt sehr statischen Spiel jedoch konnte er keine Impulse verleihen. Ein paar unbeschwerte Eins-gegen-eins-Aktionen wären wünschenswert gewesen, doch dem 17-Jährigen war anzumerken, dass er sehr auf Fehlervermeidung bedacht war – wohl auch, weil ein Fehlpass in der Anfangsphase nur mit etwas Glück folgenlos geblieben war. In der 57. Minute wurde er durch Honorat ersetzt. Note 4,0.

Hugo Bolin: Der Schwede war das Pendant zu Mohya im linken Halbraum. Er war sehr bemüht und startete mehrfach in die Tiefe, ohne angespielt zu werden. Stellenweise blitzte seine Explosivität auf – das muss künftig deutlich mehr genutzt werden. So blieb Bolin insgesamt unter seinen Möglichkeiten, wobei ihm in Sachen Einsatzbereitschaft kein Vorwurf zu machen war. Er war fleißig, lief die Wege mit nach hinten und verteidigte aufmerksam. Die Ausnahme war bei der Großchance von St. Pauli, als er Fujita aus den Augen verloren hatte. Eine Viertelstunde vor Schluss machte er Platz für Neuhaus. Note 4,0.

Haris Tabaković: Borussias Top-Torschütze gab in diesem Spiel keinen Torschuss ab. Dafür wirkte er diesmal verbessert beim Bällefestmachen und bei den Ablagen. Einmal legte er sogar richtig gut mit der Hacke ab. Auch beim Angriff zum 2:0 war Tabaković in der Entstehung beteiligt. Brauchbare Flanken gab es keine, und die Abstimmung mit Mohya und Bolin ist definitiv ausbaufähig. In der 75. Minute übernahm Machino. Note 4,0.

Franck Honorat (57. Minute für Mohya): Kam etwas überraschend nur von der Bank, doch dieser Schachzug erwies sich als gelungen. Kurz nach seiner Einwechslung spielte er den – etwas zu langen – Pass auf Scally und erzielte dann seinen ersten Saisontreffer, wobei der Schuss noch entscheidend abgefälscht wurde. Das war gleichzeitig die Vorentscheidung in diesem Spiel. Etwas später traf er bei einem Konter nur den Pfosten, und in der Schlussminute legte er für Ullrich auf. Ohne Note.

Lukas Ullrich (57. Minute für Castrop): Wirkte etwas entschlossener und stabiler als zuletzt, ohne sich besonders in Szene setzen zu können. In der Nachspielzeit schoss er bei einem Konter ans Außennetz. Ohne Note.

Shuto Machino (75. Minute für Tabaković): Hatte zwar nicht mehr viele Aktionen, wirkte aber insgesamt spritziger und dynamischer als bei vielen Einsätzen zuvor. Ein Pass mit links auf Honorat war richtig gut. Ohne Note.

Florian Neuhaus (75. Minute für Bolin): Fand keine wirkliche Bindung und konnte keine Argumente in eigener Sache sammeln. Wurde dann von St. Paulis Torwart angeschossen, konnte das Geschenk aber auch aufgrund fehlender Dynamik nicht nutzen – Vasilj war letztlich schneller. Ohne Note.

Fabio Chiarodia (87. Minute für Elvedi): Ersetzte den angeschlagenen Elvedi und half, die Null zu sichern. Ohne Note.

 


von Redaktion TORfabrik.de

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