Einzelkritik: SC Freiburg - Borussia Mönchengladbach 2:1 (1:0)

Borussias nächste ernüchternde Vorstellung

Created by Einzelkritik: SC Freiburg - Borussia Mönchengladbach 2:1 (1:0)

Wieder keine Punkte für Borussia (Foto: Daniela Parcelli - Getty Images)

Borussia Mönchengladbach war auch in Freiburg von einem Befreiungsschlag im Abstiegskampf weit entfernt. Die Fohlen blieben in allen Bereichen zu viel schuldig, um einer Niederlage zu entgehen. Die Einzelkritik:

Moritz Nicolas: Hatte zunächst überhaupt nichts zu tun und wurde dann erstmals beim Schuss von Suzuki nach knapp einer halben Stunde geprüft. Auch den Schuss von Beste aus spitzem Winkel parierte er sicher. Mit seinem schnellen Abwurf auf Engelhardt leitete Nicolas den ersten vernünftigen Gladbacher Angriff ein. Beim Gegentor war er noch hauchdünn am Ball, konnte ihn aber nicht mehr abwehren. Angesichts der kurzen Distanz und des verdeckten Schusses kann dem 28-Jährigen kein Vorwurf gemacht werden. Nach der Pause rettete Nicolas gegen Beste mit einer herausragenden Fußabwehr. Beim zweiten Gegentor wehrte er die scharfe Hereingabe von Eggestein unglücklich vor die Füße des Torschützen Matanovic ab. Note 3,0.

Kota Takai: Begann rechts in der Dreierkette und machte über weite Strecken einen soliden, aber nicht immer sicheren Eindruck. Er war oft bei hohen Bällen gefragt, und wenn er in den Kopfballzweikampf ging, war er meist der Sieger. Auffällig war, dass er sich bei einigen hohen Bällen verschätzte, was jedoch folgenlos blieb. Am Ball war Takai nicht so sicher, wie man ihn schon gesehen hat, und er leistete sich einige Fehlpässe. Im Aufbauspiel war er kein Tempobeschleuniger, sondern beschränkte sich auf das Nötigste. Nach der Umstellung auf Viererkette gab er den linken Innenverteidiger. Vor dem 0:2 brachte sich der 21-Jährige um die Möglichkeit, Eggesteins Hereingabe zu verhindern, indem er die Hände hinter den Rücken nahm und dadurch den entscheidenden Tick an Dynamik einbüßte. In den Schlussminuten wurde Takai als großer Spieler mit nach vorne beordert, ohne in Abschlussposition zu kommen. Insgesamt eine noch ordentliche, aber ausbaufähige Leistung des Japaners. Note 4,0.

Nico Elvedi: War erstmals Kapitän in einem Bundesligaspiel. Der Abwehrchef hatte weitestgehend die Kontrolle in der letzten Linie und klärte einige Male im richtigen Moment. Wichtig war besonders der abgefangene Ball in der 57. Minute. Im Spielaufbau beschränkte er sich wie gewohnt auf den risikofreien Pass, was ihm eine Passquote von 96% einbrachte. Das Aufbauspiel von hinten heraus beschleunigte er jedoch ebenfalls nicht sonderlich. Im zweiten Durchgang kam er nach einer Standardsituation am langen Pfosten knapp nicht an den Ball. Beim zweiten Gegentor leistete er sich einen seiner bekannten Schlafmomente, als er die Situation viel zu spät erfasste, um Matanovic noch in irgendeiner Form stören zu können. Note 4,0.

Kevin Diks: Kehrte nach abgelaufener Sperre in die Startelf zurück. In der Anfangsphase gab es eine brenzlige Aktion gegen Beste, als Diks versuchte, diesen bei dessen Schuss im Strafraum mit dem Arm auf der Schulter zu hindern. Solche Aktionen haben manche Schiedsrichter schon als elfmeterwürdig gewertet. Vor dem 0:1 verlängerte Diks den Ball unglücklich mit dem Kopf. Auch hier muss man das Thema Kommunikation ansprechen, denn der unmittelbar hinter ihm platzierte Tabaković hätte den Ball viel kontrollierter klären können. Bei einigen Angriffen gelang es Diks, etwas Tempo in die Aktionen zu bringen. Nach der Umstellung auf Viererkette in der letzten halben Stunde übernahm der 29-Jährige die Rolle des Rechtsverteidigers und tauchte auch öfter am gegnerischen Strafraum auf. Sein Distanzschuss mit links nötigte Atubolu zumindest einmal zu einer Flugeinlage. Note 4,0.

Joe Scally: Kehrte als rechter Schienenspieler in die Startelf zurück. Seine erste Aktion war eine verunglückte Flanke aus dem Halbfeld, und auch in der Folgezeit hatte er offensiv keine nennenswerte Aktion. Der US-Amerikaner ging in der Vorwärtsbewegung zu eindimensional zu Werke. Beim 0:1 war er zwar bei Ginter, konnte dessen Drehung und Abschluss jedoch nicht verhindern. Nach der Systemumstellung spielte Scally in der letzten halben Stunde als Linksverteidiger in der Viererkette. Auch dort konnte er sich nicht wirklich nachhaltig empfehlen. Note 4,5.

Philipp Sander: Durfte aufgrund der Sperre von Reitz im Mittelfeld ran, sammelte aber keine Argumente in eigener Sache. Er verzeichnete zwar einige gute Balleroberungen, war in der Spieleröffnung jedoch kein Faktor. Einmal spielte er ohne Bedrängnis einen Ball ins Seitenaus, und etwas später führte ein leichtfertiger Ballverlust zu einem Freiburger Konter. Ein Distanzschuss in der zweiten Halbzeit flog letztlich deutlich am Tor vorbei. Der Einsatzwille war bei Sander durchaus vorhanden, doch letztlich konnte er zu wenig Einfluss auf das Spiel nehmen. Note 4,5.

Yannick Engelhardt: Begann mit einem Ballverlust am eigenen Sechzehner und zeigte in der Folgezeit einige kleine Unsicherheiten in seinen Aktionen. Dennoch war er der Mittelfeldspieler, der vorwärtsorientiert agierte und nicht nur das Tempo aus dem Spiel nahm. Bei Borussias Konter in der ersten Halbzeit, nach dem schnellen Abwurf von Nicolas, trieb Engelhardt den Ball nach vorne und bediente dann Honorat. Er sah für ein notwendiges, taktisches Foul gegen Beste die Gelbe Karte. Nach einer Stunde wurde er etwas überraschend ausgewechselt. Note 4,0.

Hugo Bolin: Gab sein erwartetes Startelfdebüt im halblinken Mittelfeld. Es war offensichtlich, dass der Schwede noch auf der Suche nach seiner Position und vor allem nach der richtigen Connection zu den Mitspielern war. Mehrfach bot er Laufwege an, die nicht gesehen wurden. Sobald er sich der gefährlichen Zone näherte, wurde er von den Freiburgern so eng markiert, dass die Kollegen scheuten, ihn anzuspielen. Als dies einmal erfolgte, wurde Bolin gefoult. Bemerkenswert, dass dem 22-Jährigen kein einziger Fehlpass unterlief. Nach einer Stunde wurde er von Castrop abgelöst. Dass Borussia Bolin in den nächsten Wochen brauchen wird, ist unzweifelhaft. Seine Integration sollte daher zügig fortgesetzt werden. Note 4,0.

Lukas Ullrich: Als linker Schienenspieler zunächst in der Defensive gefordert und dort direkt mit einem ungeschickten Foulspiel gegen Beste. Auch danach hatte er seine Probleme mit dem Ex-Heidenheimer. Am Ball agierte Ullrich zwar mit einer gewissen Dynamik, aber zu hektisch und teilweise kopflos. Ein Distanzschuss kurz vor der Pause erfolgte eher aus Verzweiflung als mit Überzeugung. Nach einer Stunde wurde Ullrich ausgewechselt. Note 4,5.

Franck Honorat: Rochierte viel und war sowohl rechts als auch links aktiv, machte zudem die Wege mit zurück. Doch wie zuletzt fehlte dem Franzosen im letzten Drittel der Mut, sein Tempo im Eins-gegen-eins in die Waagschale zu werfen. Nach wie vor sieht es so aus, als ob ihm das letzte Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten abhanden gekommen ist. Dennoch bereitete er beide Tabaković-Chancen vor der Pause vor. Nach dem Wechsel war eine gefährliche Freistoßflanke in Richtung langer Pfosten zu notieren sowie ein Schuss mit links von der rechten Seite, als sich Honorat endlich einmal etwas zutraute. Dennoch muss vom 29-Jährigen in einem solchen Spiel mehr kommen. Note 4,0.

Haris Tabaković: Fiel in der Anfangsphase nur mit zwei Annahmefehlern auf und konnte sich auch ansonsten nur verhalten ins Kombinationsspiel einbringen. Nach der Hereingabe von Honorat traf Tabaković in aussichtsreicher Position den Ball nicht. Kurz vor dem Pausenpfiff hatte er eine gute Möglichkeit, spitzelte den Ball aber vor Ginter über das Tor. Nach dem Seitenwechsel war der 31-Jährige weiterhin bemüht, und gerade in der letzten halben Stunde wurde er auch mehr eingebunden. Er erzielte ein Tor, das wegen knapper Abseitsstellung nicht zählte, und köpfte dann nach der Stöger-Ecke schulbuchmäßig den Anschlusstreffer. In der Nachspielzeit hatte er den Ausgleich auf dem Fuß, doch eine etwas zu langsame Ballverarbeitung ermöglichte Günter die Rettungsaktion im letzten Moment. Es bleibt dabei: Tabaković ist ein guter Mittelstürmer – wenn man ihn im Strafraum sucht und findet. Note 4,0.

Jens Castrop (61. Minute für Bolin): Spielte zunächst im Mittelfeld, wo er zwar einige Ansätze zeigte, aber auch für den Ballverlust vor dem 0:2 verantwortlich war. Nach der Einwechslung von Stöger für Diks spielte er als Rechtsverteidiger. Dort fiel er vor allem dadurch auf, dass er in der 2. Minute der Nachspielzeit (!) von Polanski mit einem Taktikzettel versorgt wurde und daraufhin mit Zettel in der Hand überfordert wirkend über den Platz lief. Ohne Note.

Shuto Machino (61. Minute für Ullrich): Trat zum ersten Mal in Erscheinung, als er in der gegnerischen Hälfte ausrutschte und damit einen Freiburger Konter einleitete. Der Japaner war an zwei guten Kombinationen beteiligt, hatte ansonsten jedoch keinerlei Einfluss auf das Spiel und war weit von jeglicher Torgefahr entfernt. Ohne Note.

Wael Mohya (61. Minute für Engelhardt): Startete unglücklich, als er sich den Ball zu weit vorlegte. Danach aber mit einigen beherzten Aktionen und der Vorarbeit zum Abseitstor von Tabaković sowie der Vorlage zur letzten Chance des Bosniers. Ohne Note.

Kevin Stöger (83. Minute für Diks): Schlug noch den Eckball zum Anschlusstreffer. Ohne Note.

 


von Redaktion TORfabrik.de

Video

Video

Pressekonferenz nach dem Spiel in Freiburg

Das Video der Pressekonferenz nach dem Auswärtsspiel von Borussia Mönchengladbach beim SC Freiburg (1:2) mit Borussias Cheftrainer Eugen Polanski und…

Nachdreher

Nachdreher aus Freiburg

Borussia taumelt weiter – Rückendeckung für Polanski

Borussia Mönchengladbach taumelt weiter durch die Liga. Halbwegs ordentliche Ansätze reichten auch in Freiburg nicht aus, um die notwendigen Punkte…

Spielbericht

23. Spieltag: Borussia Mönchengladbach - SC Freiburg

1:2! Borussia verliert auch in Freiburg

Borussia Mönchengladbach kassierte am Sonntag die erwartete Niederlage in Freiburg. In einem schwachen Bundesligaspiel reichte dem SC gegen…

Einwurf

Einwurf

Borussia steht mit dem Rücken zur Wand

Borussia Mönchengladbach steckt wieder mitten im Existenzkampf. Der zwischenzeitliche Aufschwung ist verpufft, der Mannschaft fehlt es an Qualität und…


Amazon Affiliate:
TORfabrik.de Empfehlung

Pressing aktuell

© 2000 - 2026 TORfabrik.de [Marc Basten] Nachdruck und Weiterverbreitung,
auch auszugsweise, nur mit Genehmigung.

TORfabrik.de ist ein offiziell eingetragenes Magazin bei der
Deutschen Nationalbibliothek (ISSN 1610 - 4919)
Herausgegeben von Marc Basten, Altenkleusheimer Str. 12, 57462 Olpe

Unterstützt durch unseren Sponsor & Partner: tops.net GmbH & Co. KG