Ende Juli 2025 verkündete Borussias damaliger Sportdirektor Roland Virkus stolz die Verpflichtung des Offensivspielers von Holstein Kiel. Machino galt als Wunschspieler von Virkus, der dafür tief in die klammen Kassen des Vereins griff: Mehr als acht Millionen Euro soll Borussia an den Absteiger Kiel überwiesen haben. Für Virkus war es der Königstransfer des Sommers, für den er den größten Teil seines Budgets investierte. Er kündigte Machino als einen Spieler an, der zweistellig Tore garantieren und Borussias Offensive deutlich aufwerten würde.
Holpriger Start am Niederrhein
Doch der Start in Gladbach war alles andere als rund. Eine Wadenverletzung kostete Machino einen Teil der Vorbereitung, und auch die Integration verlief zäh. Es machte sich bemerkbar, dass er zuvor erst zwei Jahre in Deutschland gespielt hatte, davon eines in der Bundesliga, wo er mit seinen elf Toren ausweislich aller Daten überperformt hatte. Erschwerend kam hinzu, dass die sportliche Leitung nach wenigen Spieltagen ging – Machino schien dadurch noch weniger Anschluss zu finden als zuvor.
Eugen Polanski probierte es zunächst mit ihm, ließ ihn im weiteren Verlauf seiner Amtszeit aber immer weniger zum Zuge kommen. Machino selbst wirkte bei seinen wenigen Einsätzen stets wie ein Fremdkörper und trug seine Frustration und Lustlosigkeit offen zur Schau. Am Ende der ersten Saison standen zwar 31 Ligaeinsätze in der Statistik, doch der 27-Jährige stand nur neunmal in der Startelf und erzielte drei Tore. Diese Bilanz steht natürlich in keinem Verhältnis zu den Erwartungen an den teuersten Transfer der Spielzeit.
Hoffnung auf Besserung, Randfigur im System
Zur neuen Saison keimte die Hoffnung, dass die Akklimatisierung am Niederrhein doch noch klappen könnte. Mit Zento Uno, Daiki Hashioka und Ko Itakura holte Borussia gleich drei seiner Landsleute hinzu und installierte zudem einen Dolmetscher, der bei der täglichen Trainingsarbeit zugegen ist. In den ersten Partien zeigte sich jedoch, dass Polanski keine nachhaltige Verwendung für Machino hatte. Im favorisierten System gab es keine feste Position für ihn, und der Japaner blieb eine Randfigur.
Nach dem erneuten Trainerwechsel könnte sich für Machino die womöglich letzte Gelegenheit ergeben, sich in Gladbach durchzusetzen. Alexander Blessin hat direkt darauf hingewiesen, dass alle Spieler eine faire Chance erhalten, sofern sie mitziehen und sich aufdrängen. Allerdings ist auch klar, dass Blessin eine gänzlich andere Körpersprache erwartet, als Machino sie über weite Strecken der Vorsaison gezeigt hat. Die Frage bleibt, ob Blessin das Potenzial in Machino wecken kann.
Neuer Trainer, neue Chance
Grundsätzlich könnte sich im angedachten neuen System tatsächlich die Möglichkeit ergeben, dass Machino eine feste Position findet. Dafür muss er sich allerdings nahezu komplett neu erfinden und dem Trainer zeigen, dass er gewillt ist, sich bedingungslos einzubringen. Man darf gespannt sein, ob ihm das gelingt. Und ganz nebenbei gilt es auch innerhalb der Mannschaft einige Dinge geradezurücken: Dass Machino beim Spiel gegen Mainz Kapitän Diks den Elfmeter klaute, darf in dieser Form nicht mehr vorkommen.
von Marc Basten

