Zu wenig Punkte und vor allem eine Leistungskurve, die geradewegs nach unten zeigt. Borussia Mönchengladbach steht im Februar 2026 zwar noch nicht mit einem Bein in der zweiten Liga, aber die Abstiegsgefahr ist real. »Ich wusste, dass es bis zum letzten Bundesligaspieltag um den Klassenerhalt gehen wird, und dafür tue ich alles«, sagte Eugen Polanski bei der Pressekonferenz am Donnerstag. Das Hinspiel in Leverkusen war sein Start als Cheftrainer der Profis, und nun hat er die Mannschaft gegen jedes Team in der Liga einmal gecoacht.
»Ich wusste von Tag eins an, wie schwierig es wird und dass die Mannschaft das umsetzen muss, was sie kann und was ich einfordere«, so der 39-Jährige. Nach einem Zwischenhoch im November befindet sich Polanski mit seinem Team aktuell in einer Talsohle. »Es war eingeplant, dass wir so eine schwierige Phase haben. Nur nicht, wann sie kommt und wie lange sie dauert.« Allzu lange darf diese Phase nicht mehr anhalten, sonst droht Ungemach. Doch ausgerechnet jetzt warten Gegner aus den Top10, gegen die Borussia bislang nicht dreifach punkten konnte.
»Ich will Vertrauen in die eigene Stärke«
Den Anfang macht am Samstag Bayer Leverkusen. Die Werkself schwankt nach dem Umbruch im letzten Sommer und dem frühen Trainerwechsel noch immer leicht durch die Liga, aber das Potenzial ist unverkennbar vorhanden. »Leverkusen ist eine bockstarke Mannschaft, eine Topmannschaft, die natürlich noch Sprünge nach vorne machen will. Sie sind extrem spielstark, wollen viel durchs Zentrum lösen, haben aber auch eine gute Struktur auf außen und sehr versierte, intelligente Spieler auf der Sechs und der Zehn.«
Also ungefähr das, was Borussia aktuell fehlt. Die Gladbacher Defensive ist – zumindest gegen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte – relativ stabil. Die Problemzone ist die Offensive, wo sich die fehlende fußballerische Qualität schmerzvoll zeigt. »Wichtig ist, dass wir die Balance finden und möglichst nah an diese Fifty-fifty-Geschichte zwischen Defensive und Offensive kommen«, sagt Polanski. »Es geht nicht um Fehlervermeidung. Ich will Vertrauen in die eigene Stärke, Vertrauen in den Nebenmann und in die Chance, etwas zu kreieren – und nicht die Angst, etwas zu verlieren.«
Hugo Bolin mit Startelfdebüt?
Daran, so Polanski, hat man auch in der Trainingswoche gearbeitet. »Es tut sich wirklich etwas in der Mannschaft«, versichert der Trainer. »Aber spielerisch muss es mit Sicherheit besser werden – das verlange ich von der Mannschaft und mir selbst.« Gegen Leverkusen könnte Hugo Bolin dabei helfen, dass Borussia wieder etwas kreativer auftritt. »Mit der Qualität, die wir haben, wollen wir Fußball spielen – und das geht definitiv auch gegen einen starken Gegner wie Leverkusen. Hugo macht einen guten Eindruck, er wird uns guttun mit seiner Art und Weise und dem, was er kann. Er macht einfach, hat keine großen Starallüren und hat richtig Bock auf Borussia und die Bundesliga. Stand jetzt ist er definitiv im Kader, ob er von Anfang an spielt, überlegen wir noch.«
Darüber hinaus ergeben sich für Polanski weitere personelle Alternativen: Kevin Diks konnte nach überstandener Kopfverletzung die ganze Woche beschwerdefrei trainieren und steht wieder zur Verfügung. Auch Kota Takai ist nach seinem Magen-Darm-Infekt wieder bereit. Philipp Sander, der in Bremen vorzeitig ausgewechselt werden musste, hat sich zum Glück nicht schwerer verletzt. Auch er wird unter dem Label „Trainings- und spielfähig" geführt. Die Herangehensweise gegen Bayer ist unabhängig von der endgültigen Startelf klar: »Es muss wieder eine hundertprozentig gute Defensivleistung mit engen Abständen sein. Wir wissen um Leverkusens Spielstärke und Qualität, aber sie bieten trotzdem etwas an. Genau da wollen wir rein.«
von Redaktion TORfabrik.de

