Borussias Trainer Eugen Polanski bot vor Moritz Nicolas eine Viererkette mit Yukinari Sugawara bzw. Hashioka, Leszczynski, Diks und Ullrich auf. Auf der Doppelsechs agierten Sander und Stöger; Franck Honorat, Bolin und Hack bildeten die offensive Dreierreihe hinter Mittelstürmer Kleindienst. Die Fohlenelf fand ordentlich in die Begegnung, die von Aston Villa zunächst sehr verhalten angegangen wurde.
Die erste Gelegenheit verbuchten die Gastgeber in der 6. Minute, als Bolin nach einer Balleroberung durch Sander aus aussichtsreicher Position abschloss, das Tor jedoch deutlich verfehlte. Auch in zwei weiteren Szenen fehlte dem Schweden die nötige Präzision. Borussia bestimmte das Geschehen, ohne dabei ein Offensivfeuerwerk abzubrennen – ein insgesamt solider Auftritt im Rahmen eines Testspiels.
Kleindienst schlägt doppelt zu
Hack bot sich nach einer abgewehrten Ecke aus dem Rückraum die nächste Möglichkeit, sein Versuch strich jedoch knapp vorbei (22.). Vier Minuten später legte Honorat den Ball an die Strafraumgrenze zurück, wo Ullrich direkt Maß nahm, den Schuss jedoch genau auf den Gästekeeper platzierte. In der 32. Minute belohnten sich die Borussen: Diks schickte Honorat über den rechten Flügel, dessen maßgenaue Hereingabe Kleindienst aus kurzer Distanz zur verdienten Führung verwertete.
Nur drei Zeigerumdrehungen später legte der Torjäger nach: Stöger servierte einen Eckball von der rechten Seite und Kleindienst wuchtete das Leder per Kopf zum 2:0 ins Netz (35.). Die Borussen blieben spielbestimmend, kamen vor dem Seitenwechsel jedoch zu keinen weiteren zwingenden Abschlüssen mehr. Aston Villa agierte vor der Pause bemerkenswert harmlos und forderte die Gladbacher Defensive kaum.
Engländer erhöhen nach der Pause den Druck
Das änderte sich nach dem Seitenwechsel phasenweise, auch weil die Engländer personell nachlegten und mehr Stammpersonal brachten. Bei Borussia kam zur Pause Shuto Machino für Honorat in die Partie. Villa konnte aus dem zwischenzeitlichen optischen Übergewicht jedoch kein Kapital schlagen, ehe sich die Borussen wieder befreiten und mehr Spielanteile in der gegnerischen Hälfte erarbeiteten. Bolin verpasste nach einer gelungenen Bewegung das lange Eck nur knapp (57.).
In der Folge wurde auf beiden Seiten munter durchgewechselt; bei den Borussen blieben letztlich nur Ersatztorwart Jan Olschowsky und Florian Neuhaus ohne Einsatz. Wael Mohya fehlte nach seiner Blessur aus dem Velbert-Spiel, während Nico Elvedi im Aufgebot fehlte – mutmaßlich, um einen bevorstehenden Transfer nicht zu gefährden. In der 69. Minute gelang den Gästen der Anschlusstreffer, als John McGinn einen schnörkellosen Spielzug aus kurzer Distanz veredelte.
Solide Ansätze, aber noch keine Standortbestimmung
In der Schlussphase musste Nicolas noch zweimal aufmerksam zupacken, um den Ausgleich zu verhindern. Auf der Gegenseite boten sich den Borussen einige Umschaltmomente, die beste Gelegenheit vergab Lidberg, der nach einer weichen Flanke von Fleck am Villa-Keeper scheiterte (89.).
Am Ende stand ein verdienter 2:1-Erfolg im finalen Vorbereitungsspiel. Die Partie lieferte einige ordentliche Ansätze, belastbare Rückschlüsse auf die Frühform und das tatsächliche Leistungsvermögen lässt der Test gegen dosiert agierende Engländer allerdings noch nicht zu. Aufschluss darüber wird erst der Pflichtspielauftakt in zwei Wochen in Leipzig geben.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: Nicolas - Hashioka (62. Scally), Leszczynski, Diks, Ullrich (62. Herold) - Sander (71. Leopold), Stöger (62. Nguefack) - Honorat (46. Machino), Bolin (71. Danfa), Hack (62. Fleck) - Kleindienst (62. Lidberg)
weiter im Kader: Olschowsky (ETW), Neuhaus
Tore: 1:0 Kleindienst (32.), 2:0 Kleindienst (35.), 2:1 McGinn (69.)
Schiedsrichter: Sascha Stegemann
Gelbe Karten: - Alysson, McGinn
Zuschauer: 50.148
von Marc Basten

