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Lukas Ullrich: Ein hartes Lehrjahr statt endgültigem Durchbruch

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Lukas Ullrich beim Trainingsauftakt am Sonntag (Foto: Norbert Jansen - Fohlenfoto)

Der Weg zur Stammkraft stand offen wie nie, doch Lukas Ullrich verpasste den Sprung – seine Saison blieb ein Wechselbad zwischen Talentproben und unglücklichen Aktionen.

Eigentlich hätte diese Saison der endgültige Durchbruch für Lukas Ullrich werden sollen. Nach dem Winterabgang von Konkurrent Luca Netz und der vorzeitigen Vertragsverlängerung bis 2029 im Januar war die linke Abwehrseite bei Borussia Mönchengladbach faktisch für ihn reserviert – eine Chance, die der 22-Jährige über weite Strecken jedoch nicht nutzen konnte. Am Ende steht eine Spielzeit, die weniger nach Etablierung als nach einem harten Lehrjahr aussieht.

Der Saisonstart verlief noch vielversprechend. Beim Debüt gegen den HSV steigerte sich Ullrich nach anfänglichen Problemen und überzeugte mit sicherer Ballbehandlung unter Druck. Auch gegen Stuttgart am zweiten Spieltag zeigte er eine zuverlässige Defensivleistung mit eigener Torchance. Doch schon gegen Bremen offenbarte er mangelnde Bissigkeit und zu große Abstände zum Gegner. Am fünften Spieltag gegen Frankfurt folgte mit der Note 5,0 ein erster Tiefpunkt, als er hektisch und teilweise kopflos agierte.

Die Chance in der Rückrunde nicht genutzt

Mitten in dieser wechselhaften Phase gab es dann einen echten Höhepunkt: Gegen St. Pauli am neunten Spieltag lieferte Ullrich mit der Note 2,5 seine beste Saisonleistung ab, agierte konzentriert und gierig im Zweikampf und war maßgeblich am 2:0 beteiligt. Auch im Derby gegen Köln überzeugte er mit dynamischen Vorstößen und aufmerksamer Zweikampfführung – für einen Moment schien der erhoffte Entwicklungsschritt tatsächlich greifbar.

Genau in dieser Phase, in der Ullrich zur unangefochtenen Nummer eins hätte werden sollen, brach seine Form jedoch massiv ein. Gegen Hoffenheim und Stuttgart unterliefen ihm entscheidende Fehler in der Rückwärtsbewegung, in der Rückrunde wirkte er wiederholt orientierungslos und überhastet – die Noten 4,5 am 22. und 23. Spieltag waren dabei noch die harmlosen Ausschläge. Der Tiefpunkt kam am 29. Spieltag gegen Leipzig, als er mehrfach überlaufen wurde und schon nach 33 Minuten ausgewechselt werden musste – ein Bild, das Trainer Polanski offenbar nachhaltig beeindruckte und Ullrich zunehmend zum Risikofaktor machte.

Ullrich wird sich ordentlich strecken müssen

Immerhin fand Ullrich zum Saisonfinale noch einmal zu alter Stärke zurück: Gegen Hoffenheim am letzten Spieltag zeigte er sich konzentriert und griffig, schaltete Coufal effektiv aus und verdiente sich Sonderapplaus für seine Zweikampfführung. Bei 24 Einsätzen, 15 davon benotet, und einer Durchschnittsnote von 3,93 bleibt die Statistik dennoch ein nüchternes Zeugnis einer unbeständigen Saison – Ullrich hat sein Potenzial mehrfach angedeutet, doch die Ruhe und defensive Abgeklärtheit für dauerhafte Stabilität fehlen ihm noch.

Die eigentlich komfortable Ausgangsposition der Rückrunde, als er zumindest auf dem Papier auf der linken Abwehrseite konkurrenzlos war, konnte Ullrich nicht nutzen. In der neuen Spielzeit wird der Konkurrenzkampf durch die Verpflichtung von David Herold (23) richtig angeheizt. Der Neuzugang aus Karlsruhe bringt ein Profil mit, das sich deutlich von dem eines Luca Netz unterscheidet. Für Lukas Ullrich bedeutet das, dass er sich nun mit einem ‚echten Linksverteidiger‘ um den Stammplatz duellieren muss. Er wird sich ordentlich strecken müssen, um den notwendigen nächsten Entwicklungsschritt zu machen. 


von Marc Basten

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