Einzelkritik: Borussia Mönchengladbach - RB Leipzig 0:0

Defensive Stabilität als Basis für den Punktgewinn

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Wieder ein wichtiger Baustein im Mittelfeld der Borussia – Yannik Engelhardt (Foto: Norbert Jansen - Fohlenfoto)

Borussia Mönchengladbach blieb gegen RB Leipzig ohne Gegentor und sicherte sich einen verdienten Punkt. Die mannschaftliche Geschlossenheit bei der Arbeit gegen den Ball war der Schlüssel für diesen Teilerfolg gegen den Tabellenzweiten. Die Einzelkritik:

Moritz Nicolas: Wurde im ersten Durchgang nicht ernsthaft geprüft, leistete sich aber zwei Unsauberkeiten in der Spieleröffnung. Ein Abschlag landete direkt in den Füßen eines Leipzigers, ein anderer geriet ins Seitenaus. Ansonsten machte es der 28-Jährige in der Spieleröffnung ordentlich. Nach der Pause lenkte er den Schuss von Harder mit einer starken Parade zur Ecke. Das Glück des Tüchtigen hatte Nicolas beim Lattenschuss von Raum – hier war er ohne jede Abwehrchance. Bei einem Schuss von Bakayoko hatte er keinerlei Mühe. In der Nachspielzeit pflückte er eine Flanke in den Strafraum sicher herunter. Note 3,0. 

Jos Scally: War vor der Pause eifrig bei Dribblings nach vorne, auch wenn nichts dabei herauskam. Defensiv hatte er einen schweren Stand gegen den schnellen Nusa. Wenn Leipzig in Ansätzen gefährlich wurde, war Scally irgendwie involviert, doch zumeist konnte er blocken oder stören. Nach dem Seitenwechsel war es defensiv zumeist eine klare Fünferkette und der 22-Jährige hielt sich mit Vorstößen deutlich zurück. Als Friedrich kam, rückte er auf Castrops Position. Note 3,5,

Nico Elvedi: Ging sehr konsequent zu Werke, war immer nah am Gegenspieler und ließ nichts zu. Der Schweizer gefiel mit gutem Timing und der jeweils richtigen Entscheidungsfindung. Vor allem seine Ruhe bei Ballgewinnen und im direkt anschließenden Kurzpassspiel waren herausragend. Wichtig war sein Block in einer gefährlichen Situation nach knapp einer Stunde. Als Friedrich kam, übernahm Elvedi die rechte Innenverteidigerposition von Scally. Lediglich ein Foul in der Nachspielzeit war überflüssig, was einen Freistoß für die Gäste zur Folge hatte. Note 2,0.

Kevin Diks: Ging mit einer gehörigen Portion gesunder Härte voran. Der 29-Jährige entschied gefühlt alle Infights für sich, auch einige im hinteren Mittelfeld, als er ‘vorwärtsverteidigte’. Diks scheute keinen Zweikampf und blieb auch in engen Situationen standhaft. Offensiv landete ein letztlich harmloser Kopfball auf dem Tornetz. Auffällig, wie Diks Netz „führte“ und ihm oft Feedback gab. Note 2,0.

Jens Castrop: Der variabelste Borusse, der auf rechts innen und außen unterwegs war und teilweise sogar zentral in der Spitze auftauchte. Leider blieb der Aufwand unter dem Strich ohne Ertrag. Defensiv unterstützte er Scally gegen Raum und Nusa, wobei Castrop nicht immer perfekt zu Ball und Gegner stand, was den langen Wegen geschuldet war. Nach der Pause spielte er deutlich positionsbezogener, zumeist als klarer Rechtsverteidiger in der Fünferkette. Beim Lattenschuss kam Castrop nicht mehr rechtzeitig hinter Raum her. Wertvoll war sein kleiner und schlauer Zupfer, mit dem er einen Leipziger Konter unterband, der eigentlich eine Gelbe Karte nach sich hätte ziehen müssen. Verließ dann nach 83 Minuten angeschlagen das Feld. Note 3,0. 

Rocco Reitz: War wie gewohnt sehr engagiert und viel unterwegs, hatte jedoch einige unglückliche Aktionen im Repertoire. Er lief sich ballschleppend fest, Weiterleitungen in Umschaltsituationen waren mehrfach zögerlich oder fehlerhaft und einmal ließ er sich im Strafraum den Schneld abkaufen, was sehr riskant war. Reitz eroberte zwar einige Bälle mit seiner bissigen Zweikampfführung, aber seine Entscheidungen in der Fortsetzung waren nicht immer glücklich. Pech hatte er, dass sein Assist zum Abseitstor angeblich eine Millisekunde zu spät kam. Note 4,0.

Yannick Engelhardt: Schloss die Räume in der Mitte hervorragend, war fast immer nah am Gegenspieler und ließ die Leipziger Kreativabteilung nicht ungestört zur Entfaltung kommen. Engelhardt spielte mehrere richtig gute Pässe, so z. B. den überraschenden flachen Vertikalpass zu Netz in der ersten Halbzeit. Aber auch nach der Pause bewies der 24-Jährige bei zwei, drei Situationen sein Auge für die Tiefe. Bei einem Konter ‚übernahm‘ er mit Tempo den Ball und spielte in den Lauf von Honorat. Note 2,5. 

Florian Neuhaus: Behauptete sich einige Male in engen Situationen mit eleganten Bewegungen, konnte jedoch in der Fortsetzung nichts wirklich Zwingendes erzeugen. Der Einsatz des 28-Jährigen stimmte, er war sich nicht zu schade, das eine oder andere Mal zu grätschen. Einen schlimmen Fehlpass vor dem eigenen Strafraum machte Neuhaus mit seinem Stellungsspiel wieder gut und entschärfte die Situation. Mit seinem starken Pass aus der Tiefe auf Reitz bereitete er das Abseitstor von Honorat vor. Bei einem Konter traute sich der 28-Jährige im Strafraum nicht, mit links zu schießen – sein Querpass wurde abgefangen. Note 3,5. 

Luca Netz: Zeigte bis auf zwei kleinere Stellungsfehler eine ansprechende Leistung. Zu Beginn erhielt er Sonderapplaus für eine Grätsche an der rechten Außenlinie. Netz besorgte Baku eine Gelbe Karte und bot sich einige Male mit Läufen an, wurde aber nicht angespielt. Er stand bei gegnerischem Ballbesitz sehr tief und wurde von Diks ‚gecoacht‘. Netz wurde im Laufe des Spiels stets sicherer und zweikampfstärker. Vertrauen ist hier wohl das Schlüsselwort. Note 3,0. 

Franck Honorat: Ein solches Spiel, in dem beide Seiten die Kompaktheit bevorzugen, ist grundsätzlich nicht günstig für einen schnellen Spieler wie Honorat. Er versuchte es oft mit Positionswechseln und zeigte einige Ansätze, ohne dass letztlich daraus wirkliche Gefahr entstand. Ein paar Mal flitzte er richtig los – wie bei seinem Tor, als er vermeintlich einen Millimeter im Abseits gewesen sein soll. Note 3,5. 

Haris Tabaković: Hatte einen schweren Stand gegen die Leipziger Innenverteidigung. Ein paar Ablagen gelangen ihm, einige Zweikämpfe konnte er für sich entscheiden, ohne damit etwas Entscheidendes bewegen zu können. Seine beste Szene war der Laufweg, mit dem er Platz schaffte für Honorat. Wichtig war die Lufthoheit des 31-Jährigen primär bei gegnerischen Standards. Eine Torchance hatte Borussias bester Schütze der letzten Wochen nicht. Note 4,0. 

Shuto Machino (73. Minute für Tabaković): War direkt im Geschehen bei der Elfmetersituation, als er von Orban getroffen wurde. Da dieser aber zuvor den Ball gespielt hatte, wurde der Elfmeter berechtigterweise zurückgenommen. Danach fiel Machino nicht mehr sonderlich auf. Ohne Note. 

Giovanni Reyna (73. Minute für Neuhaus): War bei der Entstehung der Elfmetersituation beteiligt, in der Folgezeit war vorwiegend Defensivarbeit gefragt. Reyna machte mit, hatte aber keine nennenswerten Aktionen. Ohne Note. 

Marvin Friedrich (83. Minute für Castrop): Rückte auf die zentrale Innenverteidigerposition und klärte in der Schlussphase noch zweimal. Ohne Note. 

Tim Kleindienst (90. Minute für Honorat): Saisonpremiere im Borussia-Park für den Nationalspieler. Er leitete einmal in der Luft weiter, verlor einen Zweikampf am Boden und stand einmal im Abseits. Ohne Note. 


von Redaktion TORfabrik.de

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