Die Bundesligasaison ist durch für Borussia Mönchengladbach. Ja, es geht noch um die Endplatzierung und die »Fernsehgeld-Tabelle«, aber diese spielt, was die Motivation betrifft, eher eine untergeordnete Rolle – wie der Auftritt zuletzt in Augsburg gezeigt hat. Bei der Pressekonferenz am Donnerstag wurde dann auch über vieles gesprochen, aber nicht über mögliche TV-Gelder.
Polanski hält Plädoyer in eigener Sache
Eugen Polanski nutzte die Gelegenheit, um nochmal ein Plädoyer in eigener Sache zu halten. Die Quintessenz: Das Ziel Klassenerhalt hat er geschafft, und für alles andere brauche es nun die eine oder andere Anpassung im Kader sowie eine Vorbereitung, die er im letzten Jahr nicht hatte. Zweifel an seiner Weiterbeschäftigung ließ Polanski nicht erkennen.
Sportchef Rouven Schröder verfolgte die Ausführungen des Coaches auf dem Podium mit einem Poker-Face. In den vergangenen Wochen hatte er die Fragen nach der Zukunft des Trainers stets umschifft – am Donnerstag musste er das nicht, denn sie wurden nicht gestellt. Klarheit wird also erst nach der Saisonanalyse herrschen, auch wenn nahezu alles für eine Beendigung der Zusammenarbeit spricht.
Reitz liegt flach – kein würdiger Abschied möglich
Klar ist zumindest, dass sich die Wege von Rocco Reitz und Borussia Mönchengladbach nach dieser Saison trennen. Das Eigengewächs bringt dem Klub überlebenswichtige 20 Millionen Euro, und auch wenn nicht jeder seinen Wechsel ins RB-Konstrukt begrüßen muss, hätte er doch einen würdigen Abschied verdient. Den wird es am Samstag jedoch im Trikot mit der Raute nicht geben, denn Reitz ist erkrankt und »liegt flach«, wie Polanski sagte.
Daneben werden vor der Partie einige andere Spieler mit einem Blumenstrauß verabschiedet. Zum einen Marvin Friedrich, dessen Vertrag ausläuft, sowie die Leihspieler Haris Tabaković, Alejo Sarco, Kota Takai und Yannik Engelhardt. Man wolle, so Rouven Schröder, hier einen sauberen Abschluss machen, auch wenn der Abschied beim einen oder anderen nicht endgültig sein könnte. Zumindest bei Engelhardt wird man abwägen, und eine Verlängerung der Leihe von Takai ist ebenfalls nicht gänzlich ausgeschlossen. In dem Fall, so Schröder, gebe es dann halt zur Begrüßung noch einen Blumenstrauß.
Ehre und ein Kurz-Comeback
Sportlich geht es am Samstag neben der Endplatzierung und den erwähnten Fernsehgeldern auch noch um die Ehre. Gegner Hoffenheim kann sich für die Champions League qualifizieren – das alleine sollte Motivation genug sein, sich nicht auseinandernehmen zu lassen. Auch wenn Haris Tabaković der TSG »gehört« und Eugen Polanski ebenfalls eine Vergangenheit im Kraichgau hat. Zu erwarten ist zudem das Kurz-Comeback von Tim Kleindienst, was als symbolischer Akt für eine bessere Zukunft gelten darf.
von Marc Basten

