Borussias Trainer Eugen Polanski musste in Augsburg neben Jens Castrop (Rotsperre) und Nico Elvedi (Gelbsperre) auch auf Toptorjäger Haris Tabaković verzichten, der wegen muskulärer Beschwerden nicht im Kader stand. Neu in der Startelf standen gegenüber dem Heimsieg gegen Dortmund Kevin Diks und Shuto Machino.
In einer übersichtlichen Anfangsphase kamen die Borussen ordentlich ins Spiel. Augsburg zog sich auffällig weit zurück und überließ den Gästen die Spielgestaltung. Die Gladbacher hatten zwar viel den Ball, wussten damit aber nicht besonders viel anzufangen. Den ersten nennenswerten Abschluss gab es in der 21. Minute, als Stöger nach Zuspiel von Mohya flach aus der Distanz abzog und der Ball knapp am Tor vorbeiglitt.
Augsburger Führung aus dem Nichts
Man hatte ein wenig den Eindruck, als wollte der zurückhaltende FCA die Gladbacher einschläfern, um dann zuzuschlagen. So geschehen in der 24. Minute: Plötzlich spielten die Gastgeber schnell über Borussias rechte Seite, und Fellhauer schoss aus spitzem Winkel Richtung Tor. Nicolas wehrte zwar ab, doch in der Mitte war Gregoritsch einen Schritt schneller als Scally und staubte zur Augsburger Führung ab.
Dieser Treffer hatte zwar nicht in der Luft gelegen, veränderte aber das Kräfteverhältnis auf dem Platz grundlegend. Die Borussen wirkten verunsichert, Augsburg drehte auf und wollte nachlegen. Schon drei Minuten später jubelte Gregoritsch über seinen vermeintlichen zweiten Treffer, doch er stand bei der Torerzielung eine Fußspitze im Abseits (27.).
Gladbach offen wie ein Scheunentor
Vor allem über Gladbachs rechte Seite, wo Schienenspieler Honorat ein Totalausfall war, kamen die Augsburger zu weiteren Chancen. Nicolas parierte Schüsse von Kömür (32.) und Gregoritsch (35.), ehe sich die Borussen etwas zu fangen schienen und auch selbst wieder den Weg nach vorne suchten. Doch dann wurden sie durch schwaches Zweikampfverhalten ausgekontert: Wolf hatte genug Raum für einen Crossball, Stöger ließ sich auf rechts zu einfach von Kömür überlaufen, und schließlich überwand Fellhauer Nicolas mit einem Schuss ins lange Eck zum 2:0 (42.).
Noch in der Nachspielzeit verhinderte Nicolas einen Kopfballtreffer von Kömür – die Borussen waren mit dem 0:2-Halbzeitstand noch sehr gut bedient. Zur zweiten Halbzeit brachte Polanski Ullrich für Honorat, Scally rückte nun auf die rechte Seite. Zunächst gab es zwar zwei Halbchancen für Augsburg, doch danach folgten wieder lange Ballbesitzphasen der Gäste. Es blieb jedoch eine Scheinüberlegenheit, denn wirkliche Torchancen erspielten sich die Gladbacher nicht.
Gregoritsch schnürt den Doppelpack
Nach knapp einer Stunde vollzog Polanski einen Dreifachwechsel: Reyna, Hack und Bolin kamen für Stöger, Mohya und Chiarodia, dazu stellte er auf Viererkette um. Das sorgte für einen Push im Gladbacher Spiel, alle drei Neuen wirkten belebend. Es gab mehrere Torschüsse der Fohlen, die jedoch allenfalls in die Kategorie »Halbchance« fielen. Weiterhin fehlte es an Konsequenz und Durchsetzungsvermögen.
Augsburg verteidigte das ohne allzu großen Aufwand und suchte nun auch wieder gelegentlich den Weg nach vorn. Kömür setzte sich erneut sehr einfach gegen Sander durch und schoss flach in Richtung langen Pfosten. Nicolas wehrte den Ball zwar ab, und bugsierte ihn dabei direkt vor die Füße von Gregoritsch, der aus kurzer Distanz zum 3:0 einschieben konnte (72.).
Reyna trifft erstmals für Borussia
Damit war das Spiel komplett entschieden. Die Augsburger machten weiterhin nicht mehr als nötig, während die Borussen bei eigenem Ballbesitz nach wie vor ohne zwingende Mittel blieben. Immerhin gelang in der Nachspielzeit noch eine Ergebniskorrektur: Reitz nahm am zweiten Pfosten eine weite Hereingabe in den Strafraum an und brachte den Ball in die Mitte, wo Reyna mit einem trockenen Schuss seinen ersten Treffer im Gladbacher Trikot markierte (90.+2).
Am Ende war es ein verdienter, klarer Sieg der Augsburger, die die Schwächen der Gladbacher geschickt ausgenutzt haben. Ärgerlich zudem, dass die Borussen die Intensität im Pressing, die sie gegen Dortmund gezeigt hatten, zu keiner Sekunde abriefen.
Kurzstatistik zum Spiel:
FC Augsburg: Dahmen - Matsima, Gouweleeuw, Zesiger - Wolf (62. Massengo), Jakic (62. Keitel), Rieder, Giannoulis (13. Fellhauer), Kade, Kömür (79. Claude-Marucie) - Gregoritsch (79. Ribeiro )
Borussia Mönchengladbach: Nicolas - Sander, Diks, Chiarodia (58. Bolin) - Honorat (46. Ullrich), Reitz, Engelhardt, Stöger (58. Reyna), Scally - Mohya (58. Hack), Machino (87. Sarco)
weiter im Kader: Olschowsky (ETW), Sippel (ETW), Neuhaus, Takai
Tore: 1:0 Gregoritsch (24.), 2:0 Fellhauer (42.), 3:0 Gregoritsch (72.), 3:1 Reyna (90.+2)
Gelbe Karten: Wolf, Jakic - Scally, Sander
Schiedsrichter: Tobias Reichel
Zuschauer: 30.660 (ausverkauft)
von Marc Basten

