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Haris Tabaković: Der »Bulldozer« zwischen Effizienz und Isolation

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Haris Tabaković in seinem letzten Spiel für Borussia (Foto: Norbert Jansen - Fohlenfoto)

Haris Tabaković wurde in seinem Jahr in Mönchengladbach vom Lückenfüller zur Lebensversicherung. Mit 13 Toren hatte der bosnische Nationalspieler großen Anteil daran, dass die Fohlenelf auch in der neuen Saison in der ersten Liga spielt. Allerdings ohne Haris Tabaković.

Neben Yannik Engelhardt darf auch die Leihe von Haris Tabaković als voller Erfolg gewertet werden. Bei all der berechtigten Kritik, die seinerzeit über Roland Virkus hereingebrochen ist: Mit diesen beiden Leihspielern lag er richtig. Tabaković stieß Mitte Juli 2025 zur Borussia und konnte noch einen Teil der Vorbereitung mit seinen neuen Kollegen absolvieren.

Lückenbüßer mit Profil

Die Leihe löste in Gladbach keine Euphoriewelle aus, doch die Sinnhaftigkeit der Verpflichtung lag auf der Hand. Der Ausfall von Kleindienst hatte den Bedarf nach einem ähnlichen Stürmertypen als Übergangslösung ausgelöst. Tomáš Čvančara stellte keine wirkliche Alternative aus dem eigenen Kader dar – und ohne eine grundlegende Systemumstellung war ein entsprechender Neuzugang unumgänglich. Tabaković erfüllte das geforderte Profil.

Sein Bundesligadebüt für die Fohlen gegen den HSV (0:0) war noch von Anpassungsproblemen geprägt (TF-Note 4,5), wobei er gute Kopfballchancen knapp vergab. Dennoch bewies er bereits früh in der Saison seinen Wert als Knipser: Am 4. Spieltag erzielte er unmittelbar nach seiner Einwechslung in Leverkusen den so wichtigen Ausgleichstreffer zum 1:1-Endstand. Es war gleichzeitig das erste Saisontor der Borussia überhaupt.

Rückhalt in Strafraum und Abwehr

Die erfolgreiche Phase unter dem neuen Trainer Eugen Polanski war von der Abschlussstärke des Bosniers geprägt. Am 9. Spieltag beim FC St. Pauli wurde er mit zwei Toren und einer Vorlage zum »Mann des Tages« (Note 1,5). Trotz eines verschossenen Elfmeters im Derby gegen Köln bewies er Moral und erzielte schließlich den 3:1-Endstand. In diesen Wochen zeigte Tabaković, dass er mehr ist als nur ein Torschütze.

Er war neben seiner körperlichen Präsenz in der gegnerischen Hälfte auch ein eminent wichtiger Faktor bei defensiven Standards, wo er seine Kopfballstärke im eigenen Strafraum gewinnbringend einsetzte. Sein Spielstil wurde dabei treffend als »Bulldozer« charakterisiert – kraftvoll, aber wenig beweglich. Als die Mannschaft im weiteren Verlauf der Saison spielerisch abbaute und immer weniger verwertbare Flanken in den Strafraum brachte, wurde Tabaković oft zur »einsamen Insel«.

Technische Grenzen, zähe Wochen

In diesen Phasen traten seine technischen Defizite in Ballbehandlung und -sicherung deutlich hervor. Ein negativer Höhepunkt war der 19. Spieltag gegen Stuttgart, an dem er einen weiteren Elfmeter verschoss und gegen die gegnerische Defensive keinen Stich machte (Note 5,0). Während Tabaković bei der bosnischen Nationalmannschaft Heldenstatus erlangte, erlebte er zähe Wochen mit Borussia im Abstiegskampf.

An Einsatz und Bereitschaft mangelte es dem 31-Jährigen nie, und so verdiente er sich noch einen starken Saisonendspurt. Am 30. Spieltag gegen Mainz war er an fast jeder gefährlichen Offensivaktion maßgeblich beteiligt; gegen Dortmund zwei Wochen später bewies er Kaltschnäuzigkeit und erzielte den entscheidenden 1:0-Siegtreffer.

Krönung und unglückliches Ende

Am 34. Spieltag gegen seinen eigentlichen Arbeitgeber Hoffenheim krönte er seine Saison mit dem 13. Saisontreffer, doch sein letztes Spiel für Borussia endete unglücklich. Aufgrund einer Fußverletzung wurde er ausgewechselt und musste zeitweise um seine WM-Teilnahme bangen.

Haris Tabaković kam in fast jedem Spiel zum Einsatz – lediglich am 2. Spieltag wegen Erkrankung und am 33. Spieltag fehlte er verletzungsbedingt. In 29 Spielen wurde er bewertet; die Einsätze am 3., 4. und 28. Spieltag blieben ohne Note. Seine beste Note war die 1,5 am 9. Spieltag, die schwächste Note 5,0 erhielt er gleich zweimal, am 17. und 19. Spieltag. Mit einer Durchschnittsnote von 3,71 und 13 Saisontoren war er die Lebensversicherung in der Gladbacher Offensive. Spielerisch etwas limitiert, blieb er im Strafraum bis zum Schluss eine ständige Gefahr – und hatte auch als »Typ« großen Anteil am Klassenerhalt.


von Marc Basten

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