Profis – Spielberichte 2016 / 2017

34. Spieltag: Borussia Mönchengladbach - Darmstadt 98

2:2 gegen Darmstadt zum Ausklang

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Zu früh gefreut (Foto: Christof Koepsel / Bongarts / Getty Images)

Zu früh gefreut (Foto: Christof Koepsel / Bongarts / Getty Images)

Am letzten Bundesligaspieltag kam Borussia Mönchengladbach gegen Absteiger Darmstadt 98 nicht über ein 2:2 hinaus. Die Treffer von Hazard und Raffael reichten letztlich nicht für einen letzten Sieg in der Saison.

Dieter Hecking änderte die Startelf im Vergleich zur letzten Partie in Wolfsburg auf drei Positionen: Elvedi und Traoré standen gar nicht im Kader, Hahn rückte auf die Bank. Für sie begannen Johnson, Hazard und Raffael.

Die Partie begann mit etwas Verspätung, das die offizielle Verabschiedung von Andreas Christensen und Mo Dahoud, aber auch Schiedsrichter Wolfgang Stark, mehr Zeit in Anspruch nahm als geplant.

Das Spiel entwickelte sich dann allerdings so wie geplant: Darmstadt zog sich mit Mann und Maus zurück und die Borussen suchten die Lösung, um sich durch den Beton der Hessen zu wühlen. Eine erste Gelegenheit hatte Hazard, dessen Schuss aus spitzem Winkel vom Torwart pariert wurde.

Heuer Fernandes, der Keeper der Darmstädter, stand weiterhin im Brennpunkt. So wehrte er nach einer Hereingabe von Hazard einen gefährlichen Schuss von Stindl aufs kurze Eck mit starker Reaktion ab (23.). Zwei Minuten später setzte sich Hofmann rechts gegen drei Gegenspieler durch und bediente den aufgerückten Rechtsverteidiger Johnson. Der US-Nationalspieler probierte es mit dem Innenrist - Heuer Fernandes lenkte den Ball um den Pfosten.

Auch den nächsten Gladbacher Versuch - diesmal versuchte es Dahoud mit einem Schuss mit der Innenseite - parierte der Schlussmann der Lilien (28.). Derweil kamen die Gäste ab und an aus ihrem Schneckenhaus heraus und wären nach einer halben Stunde sogar fast in Führung gegangen. Vestergaard holte mit einem artistischen Seitfallzieher eine Kopfballbogenlampe von Heller von der Linie.

Die Borussen blieben am Drücker, doch wie so oft in dieser Spielzeit fehlte der Punch. So auch in der 34. Minute, als Christensen mit einem mutigen Antritt nach vorne ging und Hofmann bediente. Der tauchte alleine vor Heuer Fernandes auf und erneut blieb der Keeper Sieger. Kurz darauf probierte es Dahoud, aber auch hier fehlte die Präzision (40.).

Fünf Minuten nach Wiederanpfiff gelang den Borussen der überfällige Führungstreffer, allerdings mit etwas Glück. Hazard brachte den Ball von der linken Seite vors Tor, Hofmann verpasste in der Mitte, doch die Kugel tropfte zum 1:0 ins lange Eck (50.).

Im Anschluss versäumten es die Gladbacher, die vorzeitige Entscheidung herbeizuführen: Dahoud scheiterte nach Doppelpass mit Raffael aus kurzer Distanz an Heuer Fernandes (54.). Ziemlich überraschend erzielte Darmstadt in der 63. Minute den Ausgleich. Borussia verteidigte zaghaft und nach einer Ping-Pong-Aktion im Gladbacher Strafraum landete der Ball schließlich vom Schienbein des eingewechselten Schipplock im Gladbacher Tor.

Doch nur zwei Minuten später ging die Fohlenelf wieder in Führung. Hofmann flankte von der rechten Seite präzise auf Raffael, der aus kurzer Distanz zum 2:1 einköpfte (65.). Doch auch in der Folgezeit versäumten es die Borussen, den entscheidenden nächsten Treffer nachzulegen. Hofmann verpasste mit seinem Distanzschuss knapp, der eingewechselte Hahn schoss aus der Drehung haarscharf am Tor vorbei (84.).

So warfen die tapferen Darmstädter zum Schluss nochmals alles nach vorne und wurden in letzter Minute belohnt. Nach einer Ecke konnten die Borussen nicht richtig klären, über Altintop und Schipplock gelangte der Ball zu Heller, der freistehend zum 2:2 einschoss.

Das Ende war irgendwie passend zu einer Saison, welche die Borussia letztlich auf Platz 9 abschließt. Ein Sieg gegen Darmstadt hätte allerdings auch nicht gereicht, weil gleichzeitig Köln siegte.

Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Johnson (73. Korb), Christensen, Vestergaard, N. Schulz - Dahoud (73. Bénes), Kramer - Hazard (80. Hahn), Hofmann - Stindl, Raffael

weiter im Kader: Sippel (ETW), Strobl, Herrmann, Kolo

Darmstadt 98: Heuer Fernandes - Steinhöfer, Jensen, Höhn, Guwara - Gondorf (88. Zehnder), Hamit Altintop - Sam, Heller - Rosenthal (57. Schipplock) - Colak (80. Oliinyk)

Tore: 1:0 Hazard (50.), 1:1 Schipplock (63.), 2:1 Raffael (65.), 2:2 Heller (90.)

Gelbe Karten: Kramer -

Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)

Zuschauer: 54.014 (ausverkauft)

33. Spieltag: VfL Wolfsburg - Borussia Mönchengladbach

1:1! Borussia verschenkt Sieg in Wolfsburg

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Jonas Hofmann vergab beste Chancen (Foto: Stuart Franklin / Bongarts / Getty Images)

Jonas Hofmann vergab beste Chancen (Foto: Stuart Franklin / Bongarts / Getty Images)

Mit 1:1 trennten sich am Samstag der VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach. Borussia war in der für eine halbe Stunde wegen Gewitters unterbrochenen Partie das bessere Team, verpasste es aber, für klare Verhältnisse zu sorgen. Der Treffer von Vestergaard reichte nicht.

Dieter Hecking nahm an alter Wirkungsstätte zwei Änderungen gegenüber dem Remis gegen Augsburg vor einer Woche vor: Christoph Kramer und Ibo Traoré begannen für László Bénes und Patrick Herrmann. Wieder im Kader standen zudem Fabian Johnson und Raffael, die zunächst auf der Bank Platz nahmen.

Beide Teams starteten sehr verhalten in die Partie, ehe die Borussen erstmals auf sich aufmerksam machte. Eine Hereingabe von Hofmann legte Hahn per Kopf auf Stindl ab, dessen nicht harter Schuss aus 15 Metern knapp am Tor vorbei trudelte (7.). Diese Chance war so etwas wie das Startsignal für die Fohlen, die fortan tonangebend waren.

Zwei Minuten später hätten sie zwingend in Führung gehen müssen. Guilavogui leistete sich am eigenen Strafraum einen Mega-Bock und spielte Hofmann den Ball in die Füße. Der Borusse hatte freie Bahn, doch sein Linksschuss landete am Pfosten. Den Rebound nahm Stindl auf, aber Guilavogui blockte den Schuss des Kapitäns kurz vor der Torlinie.

Borussia blieb dran und Wolfsburg leistete sich immer wieder kleinere und größere Unachtsamkeiten. So setzte Hofmann am Fünfmeterraum gut gegen Gustavo nach, Knoche klärte in höchster Not (14.). Kurz darauf war es erneut Hofmann, der es diesmal aus der Distanz probierte, aber Casteels lenkte das Leder über den Querbalken.

Aus der anschließenden Ecke resultierte die mittlerweile mehr als verdiente Führung der Gäste. Hofmann brachte den Ball flach in den Rückraum, wo Hahn - gestört von Gegenspielern - einen Querschläger produzierte. Die Kugel gelangte zu Kramer, der fast von der Grundlinie eine butterweiche Flanke aus der Drehung punktgenau auf Vestergaard brachte. Der Däne köpfte aus kurzer Distanz ein (24.).

Auch in der Folgezeit war Borussia das bessere Team, die Gastgeber kamen allenfalls in Ansätzen gefährlich in den Gladbacher Strafraum. Die Offensivaktionen der Fohlen waren mehrfach gelungen, aber es fehlte der Punch beim Abschluss. Wolfsburg bot einiges an, doch die Borussen ließen die Gastgeber im Spiel.

Auch nach dem Seitenwechsel verpassten die Gladbacher den Knock-Out für die Wölfe. Christensen traute sich mit nach vorne, sein Distanzschuss geriet zum Aufsetzer, den Casteels mit Mühe zur Ecke lenkte (47.). Drei Minuten später folgte ein Super-Konter der Borussen über Schulz und Traoré, der Hahn im Sechzehner bediente. Hahn hatte Zeit, den Ball zu kontrollieren und zog ab - doch Casteels wehrte ab und Hofmann war nicht bissig genug beim Rebound (51.).

Keine sechzig Sekunden später gab es die nächste Möglichkeit für Hofmann, als er frei abschließen konnte, jedoch den Ball leichtfertig verschluderte. Diese Nachlässigkeiten im Gladbacher Spiel sollten sich rächen. Wolfsburg erwachte in der 57. Minute, als Arnold gegen Traoré den Ball eroberte und Gomez in Szene setzte. Vestergaard konnte den Mittelstürmer am Schuss hindern, letztlich parierte Sommer den Versuch von Bazoer. Doch nur wenige Augenblicke darauf waren die Wolfsburger wieder im Gladbacher Strafraum. Eine Flanke von Bazoer wurde für Gomez zum gefundenen Fressen, weil sich Elvedi beim Stellungsspiel und im Zweikampf ganz schwach anstellte und dem Nationalstürmer die Tür in Richtung Tor öffnete. Aus fünf Metern hatte Gomez keine Mühe, den Ausgleich zu besorgen (58.).

Plötzlich war es ein komplett anderes Spiel in Wolfsburg. Die Gastgeber attackierten früh, die Gladbacher verloren unter Bedrängnis den Faden. Mehrfach tauchten die Wolfsburger im Strafraum auf, während es den Borussen zunehmend schwerfiel, für Entlastung zu sorgen. Daran änderten auch die Herreinnahmen von Johnson und Raffael nichts.

Eine Viertelstunde vor Schluss setzte heftiger Hagel ein und es zog ein Gewitter auf. Schiedsrichter Dingert unterbrach die Partie in der 78. Minute und schickte die Spieler in die Kabinen. Bis 17.36 Uhr dauerte es, ehe der Unparteiische die Partie wieder anpfiff um die letzten zwölf Minuten plus Nachspielzeit absolvieren zu lassen.

Borussia war in dieser Restspielzeit das bessere Team und schaffte es wieder, die Wolfsburger zurückzudrängen. Raffael legte auf Stindl ab, dessen Schuss von der Strafraumgrenze wurde von Casteels zur Ecke gelenkt (81.). Kurz darauf bereitete Raffael brillant für Dahoud vor, dessen Abschluss im Strafraum im letzten Moment geblockt wurde (85.).

Wolfsburg, das mit einem Sieg gerettet gewesen wäre, verteidigte nur noch - hatte aber in der dritten Minute der Nachspielzeit noch eine Kontergelegenheit. Vestergaard konnte eine Hereingabe in den Strafraum nicht kontrollieren, weil er im knöcheltiefen Wasser ausrutschte. Gomez hätte fast profitiert, doch Sommer bereinigte die Situation.

So blieb es am Ende beim 1:1, was Borussia zwar noch theoretische Möglichkeiten auf Platz 7 offenhält, aber unter dem Strich zu wenig war. Borussia hat den Sieg in Wolfsburg aufgrund eines Abwehrbocks und gravierend fahrlässiger Chancenverwertung verschenkt.

Kurzstatistik zum Spiel:

VfL Wolfsburg: Casteels - Jung, Knoche, Luiz Gustavo, Horn - Guilavogui, Arnold - Bazoer, Didavi (59. Malli), Ntep (59. Osimhen) - Gomez

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Elvedi (75. Strobl), Christensen, Vesteraard, N. Schulz - Dahoud, Kramer - Hofmann (66. Johnson), Traoré (71. Raffael) - Stindl, Hahn

weiter im Kader: Sippel (ETW), Kolo, Bénes, Herrmann

Tore: 0:1 Vestergaard (24.), 1:1 Gomez (58.)

Gelbe Karten: Bazoer, Horn, Osimehn - Schulz

Schiedsrichter: Christian Dingert (Lebecksmühle)

Zuschauer: 30.000

32. Spieltag: Borussia Mönchengladbach - FC Augsburg

1:1 in letzter Sekunde gegen Augsburg

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André Hahn jubelt über seinen Treffer (Foto: Christof Koepsel / Bongarts / Getty Images)

André Hahn jubelt über seinen Treffer (Foto: Christof Koepsel / Bongarts / Getty Images)

Mit 1:1 trennte sich Borussia Mönchengladbach am Samstag im vorletzten Heimspiel der Saison vom FC Augsburg. Der Ausgleich für eine insgesamt enttäuschende Borussia gelang André Hahn in der vierten Minute der Nachspielzeit.

Dieter Hecking schickte im vorletzten Heimspiel der Saison die gleiche Elf ins Rennen, die am vergangenen Wochenende den Auswärtssieg bei Mainz 05 einfahren konnte. Die einzige Veränderung im 18-er Kader war Christoph Kramer, der nach seiner Verletzungspause etwas überraschend wieder zur Verfügung stand.

Es entwickelte sich das erwartete Geduldspiel im sommerlichen Borussia-Park. Die Fohlenelf war das klar tonangebende Team gegen tief stehende Gäste, 64 Prozent Ballbesitz verzeichnete die Hecking-Truppe vor der Pause. Dabei kombinierten die Borussen phasenweise durchaus gefällig, doch spätestens im Augsburger Strafraum waren sie mit ihrem Latein am Ende.

So waren es die bis dahin offensiv komplett harmlosen Gäste, die den ersten Torschuss abgaben. Finnbogason versuchte es mit einem Flachschuss aus der Distanz, Sommer war zur Stelle (19.). Auf der anderen Seite dauerte es bis zur 25. Minute, ehe es den ersten ernsthaften Abschluss gab. Dahoud zog aus 17 Metern flach ab, Hitz lenkte den Ball um den Pfosten (25.).

Je länger das Spiel dauerte, desto schwerer taten sich die Gladbacher im Kombinationsspiel. Zudem häuften sich die Flüchtigkeitsfehler, die den Augsburgern Kontermöglichkeiten eröffneten. So kam erneut Finnbogason in der Box zum Abschluss - das Leder kullerte am Tor vorbei (37.). Zwei Minuten später hatte der Augsburger Angreifer seine nächste Gelegenheit. Elvedi verteidigte auf seiner Seite schlecht gegen Max, der eine scharfe Hereingabe an den Fünfmeterraum schlug. Finnbogason war zur Stelle, aber auch Yann Sommer, der die Direktabnahme mit einer Blitzreaktion abwehrte (39.).

Augsburg spielte kaum Fußball, hatte aber die besseren Chancen. Bis zur 44. Minute hatte das Bestand, dann eröffnete sich für Jonas Hofmann die Riesengelegenheit. Über Herrmann und Stindl gelangte das Leder zu Hofmann, der zehn Meter vor dem Tor blank stand. Der Ex-Dortmunder versuchte es mit der Pike - der Ball flog um wenige Zentimeter am Tor vorbei.

Nach dem Seitenwechsel beteiligte sich Augsburg aktiver am Spielgeschehen, ein Kopfball von Kohr aus sechs Metern nach einer Ecke flog knapp über den Kasten (48.). Auf der anderen Seite gab es die Riesenmöglichkeit für die Fohlenelf, als Schulz sich durchsetzte und Hofmann schickte. Der brachte den Ball scharf an den Fünfmeterraum, wo Herrmann heran rauschte, den Führungstreffer jedoch um eine Fußspitze verpasste (51.).

Sechs Minuten später jubelten die Gäste. Nach einem Gladbacher Einwurf gelangte der Ball zu Altintop, der Finnbogason bediente. Der Angreifer setzte sich zunächst gegen Christensen durch, Vestergaard mühte sich vergeblich um Anschluss, Christensen rutschte entscheidend weg und Sommer konnte nicht verhindern, dass der Ball ins linke Eck trudelte (57.).

Mit der Führung im Rücken verbarrikadierte sich Augsburg wieder am eigenen Strafraum, während die Borussen noch viel ratloser wirkten. Es lief kaum etwas zusammen, Tempo und Inspiration gingen komplett verloren. Noch nicht einmal ein blindes Anrennen gab es auf Gladbacher Seite - sie schleppten sich nur noch durch die Schlusssequenz.

Doch die Heimniederlage konnte in buchstäblich letzter Sekunde noch vermieden werden. In der vierten Minute der Nachspielzeit brachte der eingewechselte Traoré von der linken Seite eine Hereingabe in den Strafraum, die Hahn am langen Pfosten über die Linie drückte. Unmittelbar darauf pfiff der Schiedsrichter die Partie ab.

Borussia wahrt sich damit weiter die theoretische Chance auf Europa. Der über weite Strecken sehr mühselige und schleppende Auftritt der Fohlenelf war jedoch insgesamt enttäuschend.

Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Elvedi (78. Strobl), Christensen, Vestergaard, N. Schulz - Bénes (67. Kramer), Dahoud - Herrmann (58. Traoré), Hofmann - Stindl, Hahn

weiter im Kader: Sippel (ETW), Strobl, Sow, Kolo, Korb

FC Augsburg: Hitz - Verhaegh, Gouweleeuw, Hinteregger, Stafylidis - Kohr, Baier - Schmid, Halil Altintop (59. Ji), Max (84. Caiuby) - Finnbogason (90. Bobadilla)

Tore: 0:1 Finnbogason (57.), 1:1 Hahn (90. +4)

Gelbe Karten: Stindl, Hahn - Finnbogason, Kohr

Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)

Zuschauer: 52.362

31. Spieltag: FSV Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach

2:1! Verdienter Auswärtssieg in Mainz

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André Hahn beglückwünscht Nico Schulz (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)

André Hahn beglückwünscht Nico Schulz (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)

Mit 2:1 (1:0) gewann Borussia Mönchengladbach am Samstag bei Mainz 05 und wahrt seine Chancen auf eine Teilnahme an der Europa-League. Lars Stindl und Nico Schulz trafen für die Fohlenelf zum verdienten Sieg, der Anschlusstreffer von Muto kam für die Mainzer zu spät.

Dieter Hecking veränderte die Startelf gegenüber dem Pokalhalbfinale auf drei Positionen: Für Oscar Wendt (Saisonaus nach Ellenbogenbruch) begann Nico Schulz, für Ibo Traoré (Bank) startete Patrick Herrmann und für Tobi Strobl Laszlo Bénes. Aufgrund der vielen Ausfälle saß erstmals Offensivspieler Mike Feigenspann (21) auf der Bank.

Mainz, das in den letzten Partien immer mit Vollgas gestartet war, ließ es diesmal überaus ruhig angehen. Die Rheinhessen sortierten sich breit gefächert in der eigenen Hälfte ein und überließen den Borussen weitestgehend die Spielgestaltung. Die Gastgeber lauerten auf Umschaltmomente, die ihnen die Gladbacher aber nur selten gewährten.

Ansonsten versuchten sie es mit langen Bällen, die Christensen & Co aber nicht vor größere Probleme stellten. Ein Kopfball von Muto in der Anfangsphase blieb die einzige Torannäherung der Mainzer im ersten Durchgang. Zwei, drei Standards segelten in den Gladbacher Strafraum, doch die Borussen verteidigten aufmerksam.

Die Fohlenelf versuchte es derweil mit geordnetem Kombinationsspiel. Das stockte anfänglich etwas, doch nach und nach lief der Ball besser durch die eigenen Reihen. Bénes, aber auch Hofmann und Herrmann waren auffällig, Stindl ließ sich wie gewohnt fallen und Hahn rackerte unermüdlich. Doch zu richtigen Abschlusssituationen kamen die Borussen zunächst nicht. Ein Lupferversuch von Stindl aus der Distanz war zu harmlos (22.), zweimal konnte eine Vorarbeit von Herrmann im Strafraum nicht finalisiert werden.

In der 31. Minute gelang den Borussen der verdiente Führungstreffer. Nach Zuspiel von Hofmann überbrückte Schulz das halbe Spielfeld mit dem Ball am Fuß in so hohem Tempo, dass kein Mainzer folgen konnte. Der Ex-Herthaner brachte das Leder scharf vors Tor, wo Stindl es nur noch über die Linie drücken musste. Es war der elfte Saisontreffer für Borussias Kapitän.

Mainz antwortete mit einer fünfminütigen Offensive, ehe sie sich wieder zurückzogen. In dieser Phase erzielte Borussia zwei Tore, die vom Schiedsrichter jedoch nicht anerkannt wurden. Zunächst traf Dahoud, doch der Referee entschied zu Unrecht auf ein Foulspiel von Hahn. Alsdann köpfte Christensen nach einer Ecke ins Tor, doch angeblich soll der Ball in der Luft im Seitenaus gewesen sein. Eine sehr zweifelhafte Entscheidung.

Die beste nicht abgepfiffene Chance hatte Nico Schulz in der 42. Minute, dessen Linksschuss nach flach ausgeführtem Freistoß von Hofmann knapp über das Tor strich. Die Pausenführung der Borussen war verdient, hätte aber höher ausfallen müssen.

Das holten die Gladbacher dann unmittelbar nach Wiederanpfiff nach. Elvedi brachte den Ball von rechts auf den in den Strafraum gestarteten Hofmann. Der Ex-Mainzer drehte sich vom Kasten weg und schloss nicht ab, doch unter Mithilfe eines Gegenspielers landete der Ball bei Nico Schulz. Der schoss überlegt mit dem Innenrist ins lange Eck zum 2:0 (46.).

Das war natürlich ein Wirkungstreffer für die Mainzer, die fortan sehr verunsichert agierten. Die Borussen ließen Ball und Gegner laufen und verwalteten den Vorsprung überlegt. Erst nach einer Stunde kam Mainz etwas auf, zunächst durch Distanzschüsse von Brosinski. Einer flog knapp drüber (61.), der andere flach einen halben Meter neben das Tor (70.) und der dritte war ein Flatterball, den Sommer parierte (77.).

Borussia versuchte derweil, den Konter zum entscheidenden dritten Tor zu fahren, doch Stindl zielte zu mittig auf den Torwart (58.), der auch den Schuss von Hahn von der Strafraumgrenze hielt (72.). Glück hatten die Borussen in der 74. Minute, als der Schiedsrichter ein Foul von Schulz an Donati an der Strafraumgrenze nicht ahndete.

Mainz wechselte offensiv, Cordoba und de Blasis sorgten für einigen Schwung. Die letzten zehn Minuten wurden für die Borussia richtig ungemütlich. Sommer lenkte einen Freistoß von de Blasis mit den Fingerspitzen über den Querbalken (88.), kurz darauf musste der Schweizer aber hinter sich greifen. Nach einer Ecke bekamen die Gladbacher den Ball nicht unter Kontrolle, de Blasis knallte die Kugel vor das Tor, wo Muto aus kurzer Distanz den Rest besorgte (89.).

In der dreiminütigen Nachspielzeit warfen die Mainzer alles nach vorne, doch die Borussen brachten den verdienten Auswärtssieg über die Zeit.

Kurzstatistik zum Spiel:

FSV Mainz 05: Huth - Donati, Bell, Hack, Brosinski - Latza (50. Ramalho), Frei - Quaison (62. Cordoba), Bojan, Onisiwo (73. De Blasis) - Muto

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Elvedi, Christensen, Vestergaard, N. Schulz - Dahoud, Bénes (77. Strobl) - Hermann (82. Traoré), Hofmann - Hahn, Stindl (90.+2 Sow)

weiter im Kader: Sippel (ETW), Kolo, Korb, Feigenspann

Tore: 0:1 Stindl (31.), 0:2 N. Schulz (46.), 1:2 Muto (89.)

Gelbe Karten: Muto - Elvedi

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)

Zuschauer: 32.500

30. Spieltag: Borussia Mönchengladbach - Borussia Dortmund

2:3! Heimniederlage gegen Dortmund

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Mo Dahoud und Marco Reus (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)

Mo Dahoud und Marco Reus (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)

Mit 2:3 (1:1) unterlag Borussia Mönchengladbach am Samstagabend letztlich nicht unverdient dem BVB. Dortmund war in der ersten Halbzeit das klar bessere Team, doch die Fohlenelf drehte die Partie, ehe der BVB zurückschlug.

Dieter Hecking schickte die gleiche Elf ins Borussenduell, die am vergangenen Wochenende in Hoffenheim gestartet war. Thorgan Hazard, der wegen Knieproblemen fraglich war, stand nicht im 18-er Kader.

Beim Gast aus Dortmund stand Marco Reus in der Anfangsformation und der Ex-Gladbacher übernahm mit seinem Team von Beginn an die Kontrolle. Dortmund stellte die Gladbacher im Spielaufbau zu, so dass diese überhaupt nicht konstruktiv aus der eigenen Hälfte kamen.

Schon nach zwei Minuten landete ein Kopfball von Reus auf dem Tornetz, kurz darauf besorgte er die Dortmunder Führung. Vorausgegangen war eine umstrittene Elfmeterentscheidung von Schiedsrichter Stark. Christensen rutschte in der eigenen Hälfte aus und Pulisic lief mit dem Ball am Fuß an den Gladbacher Strafraum. Dahoud hetzte hinterher und traf den US-Nationalspieler am Fuß - allerdings knapp außerhalb des Strafraums. Der Unparteiische entschied dennoch auf Strafstoß und Reus verwandelte sicher gegen Sommer (10.).

Zwei Minuten später rutschte der nächste Gladbacher weg - diesmal Traoré. Dembelé strebte, verfolgt von Vestergaard in den Strafraum, Sommer parierte die Großchance stark (12.).

Kurz darauf traf Strobl - im Strafraum - den Knöchel von Sahin. Der diesmal berechtigte Elfmeterpfiff blieb aus. Dafür musste Sahin verletzt ausgewechselt werden.

Im weiteren Verlauf zog sich der BVB eine Linie zurück, das Gladbacher Aufbauspiel wurde allerdings kaum wirkungsvoller. Es war teilweise schon erschreckend, wie wenig die Fohlen mit dem Ballbesitz anzufangen wussten.

Dortmund beschränkte sich zusehends auf Konter und wäre damit in der 27. Minute fast erfolgreich gewesen, als sie die komplette rechte Gladbacher Seite schwindelig spielten und letztlich Strobl in höchster Not gegen Reus klären konnte.

Die Gladbacher fanden in der Offensive nach wie vor nicht statt, so dass der Ausgleich eine Minute vor dem Pausenpfiff sehr glücklich war. Der eingewechselte Merino leistete sich im Aufbau einen krassen Fehlpass, Hahn reagierte aufmerksam und passte den Ball auf links in den Lauf von Stindl. Borussias Kapitän blieb cool und traf flach ins lange Eck zum 1:1 (44.)

Kurz nach Wiederbeginn drehten die Gladbacher die Partie sogar komplett. Nach einer flach ausgeführten Ecke von Wendt wurde Stindls Schussversuch geblockt, doch Wendt zog den Ball nochmal scharf flach vors Tor. Schmelzer bekam den Fuß ans Leder und verlängerte es zum 2:1 für Gladbach ins eigene Tor (48.).

Gladbach hatte plötzlich Oberhand und der BVB wirkte deutlich angezählt. Doch nach und nach berappelten sich die Gäste - auch durch die Mithilfe der Gladbacher. Die gaben im Umschaltspiel plötzlich Räume her, welche die Dortmunder mit ihren schnellen Leuten zu nutzen verstanden. So gelang dem gerade eingewechselten Aubameyang nach einem solchen Angriff der Ausgleich. Der Gabuner umspielte Sommer und traf präzise ins Eck - Christensens Rettungsversuch vor der Torlinie war erfolglos (59.).

Das Spiel war offen, die Fohlenelf drängte mit viel Risiko nach vorne, um den neuerlichen Führungstreffer zu erzielen. Die größte Möglichkeit hatte der eingewechselte Patrick Herrmann, der nach feinem Zuspiel von Stindl alleine vor Bürki auftauchte, den Dortmunder Keeper jedoch aus kurzer Distanz anschoss (76.).

Auf der anderen Seite verzeichneten die Dortmunder mehrere erstklassige Kontermöglichkeiten. Pulisic scheiterte an Sommer (62.), Guerreiro traf nach einem Drehschuss nur den Innenpfosten, von wo der Ball ins Feld zurücksprang (83.).

Die Gladbacher riskierten viel - letztlich zu viel. Nach einem Foul von Hofmann auf der linken Seite gab es Freistoß für den BVB. Castro flankte scharf in den Strafraum und Guerreiro verlängerte per Kopf ins lange Eck - Sommer konnte dem Ball nur nachschauen (87.).

Am Ende siegte Dortmund aufgrund der deutlichen Überlegenheit in der ersten Halbzeit nicht unverdient. Die Gladbacher steigerten sich nach der Pause deutlich, doch letztlich wurde das hohe Risiko nicht belohnt.

Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Elvedi (81. Korb), Christensen, Vestergaard, Wendt - Strobl, Dahoud (64. Bénes) - Traoré (70. Herrmann), Hofmann - Stindl, Hahn

weiter im Kader: Sippel (ETW), Drmić, N. Schulz, Kolo

Borussia Dortmund: Bürki - Durm, Bender, Ginter, Schmelzer - Sahin (22. Merino) - Dembelé (87. Mor), Pulisic, Castro, Guerreiro - Reus (57. Aubameyang)

Tore: 0:1 Reus (10./FE), 1:1 Stindl (44.), 2:1 Schmelzer (48./ET), 2:2 Aubameyang (59.), 2:3 Guerreiro (87.)

Gelbe Karten: Dahoud, Elvedi - Castro, Merino, Bürki

Schiedsrichter: Wolfgang Stark

Zuschauer: 54.014

33. Spieltag: VfL Wolfsburg - Borussia Mönchengladbach

1:1! Borussia verschenkt Sieg in Wolfsburg

Mit 1:1 trennten sich am Samstag der VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach. Borussia war in der für eine halbe Stunde wegen Gewitters…
von Marc Basten | 13.05.2017 - 17:53
32. Spieltag: Borussia Mönchengladbach - FC Augsburg

1:1 in letzter Sekunde gegen Augsburg

Mit 1:1 trennte sich Borussia Mönchengladbach am Samstag im vorletzten Heimspiel der Saison vom FC Augsburg. Der Ausgleich für eine insgesamt…
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31. Spieltag: FSV Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach

2:1! Verdienter Auswärtssieg in Mainz

Mit 2:1 (1:0) gewann Borussia Mönchengladbach am Samstag bei Mainz 05 und wahrt seine Chancen auf eine Teilnahme an der Europa-League. Lars Stindl und…
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