Einwurf nach dem CL-Spiel gegen Inter Mailand

Ein bitterer Abend für Borussia gegen Inter

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Marco Rose sah Gelb, nachdem er sich über den Schiedsrichter echauffierte (Foto: Ina Fassbender / AFP / Getty Images)

Das 2:3 gegen Inter Mailand war für Borussia Mönchengladbach eine richtig bittere Angelegenheit. Besonders die Art und Weise des Zustandekommens der ersten Niederlage schmerzte.

Borussia Mönchengladbach ist einen Spieltag vor Ende der Gruppenphase weiterhin Tabellenführer der Gruppe B. Egal, was am finalen Spieltag in der nächsten Woche passieren wird - Borussia wird in Europa überwintern und hat mindestens Platz 3 und damit die Teilnahme an der K.o.-Phase der Europa League sicher. Das sind die guten Nachrichten. Weniger erfreulich ist die Tatsache, dass Borussia in Madrid etwas mitnehmen muss, um das Achtelfinale der Champions League zu erreichen.

Dass es keine entspannte Reise nach Madrid werden wird, lag an der bitteren 2:3-Niederlage am Dienstagabend gegen Inter Mailand. Dieses Spiel hatte viele Facetten, führte einem aber letztlich nochmals eindrucksvoll vor Augen, dass Borussia Mönchengladbach noch ein gutes Stück von einer wirklichen Spitzenmannschaft entfernt ist. Am Ende setzten sich individuelle Qualität gepaart mit Erfahrung und Abgezocktheit durch. Und natürlich hatte Inter auch das nötige Spielglück - inklusive günstiger Schiedsrichterentscheidungen.

Die Interpretation des Schiedsrichters war regelkonform

Natürlich wäre es aus Gladbacher Sicht viel zu einfach, den ‘Schwarzen Peter’ allein dem Schiedsrichter zuzuschieben. Vor dem 1:2 wurde Thuram gefoult, was der niederländische Unparteiische anders wertete und weiterlaufen ließ. Die Fernsehbilder zeigten, dass der Gegenspieler Thuram auf den Fuß stieg - aber die Interpretation des Schiedsrichters war keine ‘klare Fehlentscheidung’, so dass sich der VAR regelkonform nicht meldete. Das tat er aber beim vermeintlichen 3:3 durch Plea, als er auf die Abseitsposition von Embolo hinwies.

Dass der Schiedsrichter nach Betrachten der Bilder darauf entschied, Embolo habe im strafbaren Abseits gestanden, erzürnte alle Borussen - aber die Regeln geben diese Auslegung her. Es reicht nämlich aus, dass der im Abseits stehende Spieler den Torwart irritiert, weil er möglicherweise den Ball berühren könnte. Und dabei spielt es keine Rolle, dass dem Torwart die Sicht nicht versperrt war und er auch ohne Embolos ‘Hüpfer’ keine realistische Chance hatte, den Schuss zu halten. Das hört sich (mal wieder) ziemlich praxisfern an, aber der Referee konnte das so werten - und tat das zugunsten der Italiener.

Gegen Lukaku ist kein Kraut gewachsen

Selbst den letzten Angriff zum Ende der Nachspielzeit gewährte Danny Makkelie den Borussen nicht - trotz schon provokativer Spielverzögerung von Inter nach der 90. Minute. Ein Heimschiedsrichter, soviel steht fest, war der Niederländer nicht. Dennoch hängt es nicht nur an den Entscheidungen des Referees, dass Borussia die erste Niederlage kassierte. Man musste sich auch der unzweifelhaft vorhandenen Qualität von Inter beugen, die mit ihrem absoluten Zielspieler Lukaku einen Trumpf haben, gegen den kein Kraut gewachsen ist. Zumal ausgerechnet in diesem Spiel durch die Ausfälle von Elvedi und zur Pause Jantschke improvisiert werden musste. Die Dreierkette mit Zakaria erwies sich zwar als gar keine so schlechte Variante, doch Lukaku war in den entscheidenden Momenten einfach zu gut.

Borussia hat gegen Inter nicht enttäuscht. Spielerisch war es gegen diesen Gegner genauso in Ordnung, wie vom Engagement und der Bereitschaft her. An manchen Stellen wurde halt sichtbar, dass nicht Schalke, sondern Inter Mailand zu Gast war. Selbst kleine Nachlässigkeiten fliegen einem direkt um die Ohren. Das muss man in der Konsequenz akzeptieren, auch wenn an diesem Abend sicherlich ein Remis drin war. Nun gilt es, den Ärger beiseite zu schieben und sich auf die so geliebte Dienstreise nach Freiburg zu fokussieren, ehe es dann zum Showdown nach Madrid geht.

 


von Marc Basten

 

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