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Der 11. Spieltag

Verwirrung allerseits

von Marc Basten

Sonntag, 05. November 2017 - 20:56 Uhr

Der 11. Spieltag brachte zwar so etwas wie eine Vorentscheidung um die Meisterschaft, doch das Topthema war (wieder einmal) der unausgegorene Videobeweis. Das Chaos ist perfekt.

Jupp Heynckes siegt mit den Bayern auch in Dortmund (Foto: Alex Grimm / Bongarts / Getty Images)
Jupp Heynckes siegt mit den Bayern auch in Dortmund (Foto: Alex Grimm / Bongarts / Getty Images)

Gratulation an Jupp Heynckes. Der Ur-Borusse hat mit dem FC Bayern die nächste deutsche Meisterschaft so gut wie eingetütet. Das liegt an der wirklich erstaunlichen Serie, die der Altmeister mit dem Rekordmeister aufs Parkett legt, aber gleichzeitig auch am Absturz der Dortmunder.

Die Bosz-Truppe fiel nach dem 6:1-Kantersieg gegen Gladbach in ein tiefes Loch und steckt dort offensichtlich fest. Bei der 1:3-Heimniederlage gegen die Bayern zeigte der BVB, dass er auch in dieser Saison kein ernsthafter Meisterschaftsanwärter sein kann.

Die Bayern sind also mal wieder enteilt und darüber regt sich jetzt ganz Fußballdeutschland auf? Weit gefehlt. Man ist es ja seit Jahren so gewohnt. Für Aufregung sorgt viel mehr der für alle Beteiligten noch so neue Videobeweis. Da ging ja bereits einiges drunter und drüber, nunmehr wurde das Chaos perfekt.

Wie bekannt wurde, haben die Schiri-Bosse beim DFB irgendwelche Briefe an die Vereine verschickt. Da geht es um Anpassungen bei der Verfahrensweise der Videoschiedsrichter. Dies geschah offensichtlich nicht nur abseits der Öffentlichkeit, sondern auch ohne Kenntnis des DFB-Präsidiums. Wie weiter zu erfahren war, soll es neben dem vom ›Kicker‹ veröffentlichten Schreiben ein weiteres gegeben haben, mit dem die Anpassungen teilweise wieder zurückgenommen worden sind. Oder so ähnlich.

Offen kommuniziert wurde jedenfalls nichts. Und wenn sogar Max Eberl einen Satz mit »So wie ich das Schreiben verstehe ...« beginnt, kann man nur noch den Kopf schütteln über die Farce, die der DFB da veranstaltet. Die Verantwortlichen sorgen für die totale Verwirrung, anstatt mit transparenten Aussagen für Klarheit zu sorgen.

Wie wichtig und richtig der Videobeweis ist, zeigte das Sonntagsspiel in Wolfsburg. Der heimische VfL erzielte zwei irreguläre Tore, die ohne Intervention des VAR gezählt hätten. Statt 4:1 stand es zur Pause nur 2:1 für die Wölfe, die Partie endete 3:3. Dass dieses sportlich gerechte Resultat zustande kam, lag einzig und alleine am Videobeweis. Es sollte nur endlich für alle klar und offen kommuniziert werden, nicht zuletzt für die Zuschauer im Stadion, die mittendrin sind, aber null Information erhalten.

Leider steht zu befürchten, dass die Entscheidungsträger mit ihrer verfehlten Kommunikationspolitik dieses Projekt vorzeitig in den Sand setzen werden.

Apropos in den Sand setzen. Der FC aus Köln, um den Bogen zum sportlichen Teil des 11. Spieltags hinzubekommen, braucht mehr als ein Fußballwunder, um nächstes Jahr ein Derby im Borussia-Park spielen zu können. Beim 0:3 daheim gegen Hoffenheim wurde fast ein Klassenunterschied deutlich.

Dagegen sendet der HSV ein Lebenszeichen und gewinnt glücklich und dank der Hilfe von Ron-Robert Zieler mit 3:1 gegen den VfB Stuttgart. Die Hanseaten verlassen damit die Abstiegsränge, auf denen sich neben den weiter sieglosen Bremern (sie verloren am Freitagabend in letzter Minute 1:2 in Frankfurt) der unglückliche SC Freiburg einfindet.

Die Breisgauer unterlagen daheim mit viel Pech 0:1 gegen Schalke 04. Mit den Königsblauen muss in dieser Saison wohl gerechnet werden. So viele Punkte einzufahren, ohne dabei überzeugend zu spielen, ist auch eine Qualität.

Über Qualität verfügt zweifelsohne RB Leipzig, das in den englischen Wochen auf dem Zahnfleisch daherkommt. Dennoch gab es ein spätes 2:1 gegen den weiterhin frechen Aufsteiger aus Hannover. Ausgeruht sind dagegen die Leverkusener, die ihren Höhenflug der letzten Wochen nicht ganz fortsetzen konnten, aber immerhin einen Auswärtspunkt beim 1:1 in Augsburg ergatterten.

In der Tabelle bleibt es, Ausnahme ganz oben und ganz unten, weiterhin eng. Gladbach rutschte durch das Remis gegen Mainz auf Platz 8 zurück, ist punktemäßig aber weiter in Schlagdistanz. Aller Inkonstanz zum Trotz.

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