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Der 9. Spieltag

Auf Sparflamme

von Marc Basten

Sonntag, 22. Oktober 2017 - 20:24 Uhr

Wäre das Leverkusener Schützenfest in Gladbach nicht gewesen, hätte es am 9. Spieltag überhaupt kein Spektakel gegeben. Die Liga kocht auf Sparflamme.

Von wegen Rausch (Foto: Dean Mouhtaropoulos / Bongarts / Getty Images)
Von wegen Rausch (Foto: Dean Mouhtaropoulos / Bongarts / Getty Images)

Gladbachs nicht bundesligareifer Einbruch in der zweiten Halbzeit gegen Leverkusen war aus neutraler Sicht das Highlight des Spieltags. Doch was ist eigentlich bundesligareif? Die Performance von Borussia Dortmund in dieser Saison ist das sicherlich, doch die Überflieger der ersten Spieltage tun sich aktuell schwer. In Frankfurt verspielte der BVB einen 2:0-Vorsprung und musste sich am Ende mit einem Punkt zufriedengeben. Im Verbund mit der Niederlage gegen Leipzig und dem peinlichen Auftritt in der Champions League auf Zypern darf man von einer echten Leistungsdelle in Dortmund sprechen.

Das 2:2 in Frankfurt war zumindest noch unterhaltsam. Das traf auf das 2:0 von Schalke gegen Mainz am Freitagabend nur bedingt zu. Immerhin - Schalke punktet regelmäßig, ohne zu überzeugen. Das macht Königsblau definitiv besser als die Fohlenelf. Besser macht es auch RB Leipzig, auch wenn das 1:0 gegen den VfB Stuttgart mühevoll war. Aber der Belastung zum Trotz ist RB stabil oben dabei.

Oben dabei sind natürlich auch die Bayern, die mit dem knappen 1:0 in Hamburg punktemäßig zu Tabellenführer Dortmund aufschließen konnten. Wirklich überzeugen konnte die Heynckes-Truppe allerdings nicht. Doch so lange - egal wie - gewonnen wird und alle lieber Heynckes Hund thematisieren, ist die Münchener Welt ja in Ordnung.

In Ordnung ist auch die (sportliche) Welt in Hannover. Nachdem der Aufsteiger zuletzt zweimal in den Schlussminuten eine Niederlage hinnehmen musste, präsentierte er sich in Augsburg nervenstark und gewann seinerseits durch einen Last-Minute-Treffer mit 2:1. Damit schob sich 96 in der Tabelle wieder an Gladbach vorbei.

Der Sonntag brachte zwar drei Spiele, aber nur schlappe vier Tore und insgesamt ein ziemlich bescheidenes Niveau. Noch am ehesten wusste die Partie Wolfsburg gegen Hoffenheim (satte 23.514 Zuschauer war anwesend) zu unterhalten. Am Ende rettete Wolfsburg ein 1:1 und Neu-Trainer Schmidt wird endgültig zum Remis-König. Ebenfalls 1:1 endete das Elfmeterschießen zwischen Freiburg und Hertha. Für dieses letztlich leistungsgerechte Remis auf unterem Niveau brauchte es drei Strafstöße. Den ersten Elfmeter verwandelte Freiburg, den zweiten verballerte Berlins Kalou, ehe er den dritten kurz darauf versenkte. Bemerkenswert, dass Kalou nur wenige Minuten nach seinem Fehlschuss nochmals antrat.

Weniger bemerkenswert war es, dass das Kellerduell zwischen Köln und Bremen dem Tabellenstand entsprechend torlos endete. Doch ganz so trostlos, wie es das Ergebnis ausdrückt, war es in Müngersdorf am frühen Sonntagnachmittag nicht. Wobei der Unterhaltungswert sich nicht über die fußballerische Leistung definierte, sondern über die vielen Fehler auf beiden Seiten und das Unvermögen aller Akteure, diese auszunutzen. Köln bleibt mit zwei Punkten Tabellenletzter und stellt wenig verwunderlich mit 17 Gegentoren auch die schlechteste Abwehr der Liga. Allerdings zusammen mit Freiburg und - Gladbach. Mehr braucht es dann vom 9. Spieltag wirklich nicht.

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