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Der 23. Spieltag

Spektakel ja, Konstanz nein

von Marc Basten

Sonntag, 05. März 2017 - 19:59 Uhr

Er galt als einer der interessantesten Trainer der ›neuen‹ Generation. Doch jetzt trennt sich Bayer Leverkusen von Roger Schmidt. Der stand für viel Spektakel, aber wenig Konstanz. Nach dem 23. Spieltag war Schluss mit Schmidt.

Roger Schmidt wurde nach dem 2:6 in Dortmund entlassen (Foto: Martin Rose / Bongarts / Getty Images)
Roger Schmidt wurde nach dem 2:6 in Dortmund entlassen (Foto: Martin Rose / Bongarts / Getty Images)

Der 23. Spieltag begann am Freitagabend mit der wenig klangvollen Begegnung Augsburg gegen Leipzig. Doch das Spiel hatte durchaus etwas zu bieten. Gegen die herausragenden Kicker wie Keita und Forsberg auf Seiten von RB verdiente sich Augsburg mit viel Einsatz ein 2:2. Den Ausgleich markierte Martin Hinteregger nach einem unwiderstehlichen Sturmlauf. Ein Tor mit Würze, schließlich hatte er sich als ehemaliger Salzburger nicht gerade mit Begeisterung über RB Leipzig geäußert.

Der Samstag stand dann für Spektakel, das Borussia mit dem 4:2 über Schalke im Topspiel abrundete. Das 0:3 des FC aus Köln gegen Bayern war dabei eher noch Hausmannskost. Die Münchener sind ausgesprochen stabil, während Köln lange nicht mehr die Performance der Hinserie auf den Platz bringt. Das drückt sich auch in der Tabelle aus: Die Fohlenelf ist bis auf einen Zähler an die Kölner herangerückt.

In Mainz gab Wolfsburgs neuer Trainer Andries Jonker sein Debüt. Obwohl der Autokonzern die Mittel für den Fußballableger deutlich kürzen wird, vermochte der VfL Jonker von Arsenal London loszueisen, wo der ehemalige van-Gaal-Co-Trainer die Nachwuchs-Akademie leitete. Zum Auftakt holte Jonker mit den Wölfen ein 1:1 in Mainz.

Sieben Tore, aber wenig Zuschauer in Hoffenheim

Derweil machte Werder Bremen einen größeren Schritt nach vorne. Die Werderaner rangen Darmstadt 98 nieder. Die Hessen waren zwar besser, mussten sich am Ende aber der individuellen Klasse von Max Kruse beugen. Der Ex-Borusse erzielte beide Tore beim glücklichen Sieg der Norddeutschen.

Richtig zur Sache ging es in Hoffenheim, wo nur 23.000 Zuschauer sieben Tore zu sehen bekamen. Die Verteilung war etwas unglücklich für Ingolstadt, die besser waren, als es das Endergebnis von 5:2 aussagt. Hoffenheim ist mit 41 Punkten aktuell auf dem vierten Tabellenplatz und damit auf Champions-League-Kurs.

Das gilt auch für Borussia Dortmund, die sich auf dem dritten Rang breitmachen. Gegen Leverkusen gab es ein spektakuläres Scheibenschießen, bei dem Bayer etwas unter Wert geschlagen wurde. Die 6:2-Klatsche war dem offenen Visier der Leverkusener geschuldet und kostete Roger Schmidt in letzter Instanz den Job.

Schmidt bekam den Spagat zwischen Spektakel und Konstanz nicht hin

Die Trennung von Schmidt folgte am Sonntag. Damit wurde erneut einer dieser Trainer der ›neuen‹ Generation entzaubert. Mit seiner grundsätzlichen Spielidee, dem extremen Pressing, mischte Schmidt die Liga auf. Doch er bekam letztlich den Spagat zwischen Spektakel und Konstanz nicht hin. Schmidt scheiterte daran, einen ökonomischeren Stil zu etablieren. Die Ausschläge nach oben und unten blieben zu groß.

Am Sonntag lieferten sich Eintracht Frankfurt und der SC Freiburg ein Duell mit gewetzten Messern. Die Frankfurter wurden letztlich durch zwei Fehler des Schiedsrichters entscheidend benachteiligt und unterlagen den Breisgauern mit 1:2. Damit fallen die Hessen weiter Richtung Mittelfeld. Freiburg schob sich durch den Auswärtssieg in der Tabelle wieder an der Fohlenelf vorbei und hat einen Zähler mehr auf dem Konto.

In der letzten Partie am Sonntagabend lieferten sich der Hamburger SV und Hertha BSC einen Abnutzungskampf auf Kellerniveau. Hertha ließ nicht erkennen, warum man als aktueller Tabellenfünfter internationale Ambitionen hat. Der HSV siegte im Krampf- und Kampfspiel mit 1:0 und macht die Gemengelage unten richtig heiß. Die Hansestädter stehen zwar noch auf dem Relegationsplatz, sind aber punktgleich mit Wolfsburg. Das unterstreicht, wie wichtig die aktuelle Gladbacher Serie ist, mit der man sich aus dem Gröbsten befreien konnte.

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