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Der 22. Spieltag

Bremer Glück, Hamburger Debakel

von Marc Basten

Sonntag, 26. Februar 2017 - 20:06 Uhr

Der 22. Spieltag führte bei den Nordklubs zu unterschiedlichsten Reaktionen. Dabei hatten beide nicht überzeugt, doch die Bremer siegten in Wolfsburg, während der HSV in München mit 0:8 unter die Räder kam.

Zlatko Junuzovic bejubelt den Bremer Dusel-Sieg in Wolfsburg (Photo by Stuart Franklin /Bongarts/ Getty Images)
Zlatko Junuzovic bejubelt den Bremer Dusel-Sieg in Wolfsburg (Photo by Stuart Franklin /Bongarts/ Getty Images)

Eröffnet wurde der 22. Spieltag am Freitagabend mit der Partie Wolfsburg gegen Bremen. Bei VW hat man nicht nur angekündigt, künftig die Millionenzuschüsse für den VfL drastisch zu verknappen, sondern intern auch gewaltigen Druck auf Valerien Ismael aufgebaut. Der Ex-Bremer musste mit ansehen, wie sein aktuelles Team gegen Werder mit 1:2 unterlag, obwohl Wolfsburg so viel klare Chancen hatte, um drei Spiele zu gewinnen. Das kostete den Franzosen letztlich den Job.

Was die Wölfe da an Fahrkarten schossen, kam dem nahe, was Gladbach in dieser Saison auch schon ein paarmal geschafft hat. Derweil freuten sich die Bremer über die geklauten Punkte bei einem direkten Konkurrenten. Während Trainer Nouri zaghaft ein »Quäntchen Glück« einräumte, gab Max Kruse ganz offen zu, dass man richtig schlecht gespielt und unglaublichen Dusel hatte. Der Tabelle war’s egal: Bremen und Wolfsburg sind jetzt punktgleich.

Der andere Nordklub aus Hamburg, am Mittwoch Gastgeber im Pokal gegen Borussia, bekam nach dem Aufwind der letzten Wochen bei den Bayern heftig einen eingeschenkt. Mit 8:0 ließen sich die Hamburger in München abschlachten und rutschten wieder auf den Relegationsplatz zurück. 45 Gegentore hat der HSV bereits kassiert - die Schießbude der Liga.

Frankfurt ist die Treter-Truppe Nummer eins in Deutschland

Eine andere Tabelle führt Eintracht Frankfurt an: Die Hessen sind die mit Abstand unfairste Mannschaft. 58 Gelbe Karten und sechs Platzverweise kassierten die Frankfurter bereits. Am Samstag beim 0:1 in Berlin erwischte es Seferovic für eine Tätlichkeit. Trainer Niko Kovac konstatierte: »Ich will hier nichts schönreden. Wir sind die Treter-Truppe Nummer eins in Deutschland.«

Ordentlich zur Sache gehen auch die Leipziger, allerdings ausgeklügelter als die Frankfurter. Den FC aus Köln überraschte RB mit einer Frontalattacke. »Wir haben Köln gestresst«, freute sich Ralph Hasenhüttl. Am Ende siegte Leipzig verdient mit 3:1.

Verdient war auch der Sieg von Borussia Dortmund in Freiburg. Das 3:0 gab die Geschehnisse auf dem Platz exakt wider. Ausgeglichener war es in Darmstadt, wo immer mehr die Lichter ausgehen. Augsburg machte im Abstiegskampf mit dem 2:1 am Böllenfalltor einen großen Schritt.

In Leverkusen wird das eigene Team verhöhnt 

Solch ein Schritt glückte am Karnevalswochenende auch Mainz 05. Mit dem 2:0-Auswärtscoup in Leverkusen haben die Rheinhessen 28 Zähler auf dem Konto und damit acht Punkte Puffer auf Rang 16. Derweil ist man in Leverkusen nach dem Zwischenhoch unsanft auf dem Boden gelandet. In der BayArena wird die Stimmung zunehmend angespannter: Die Ultras streiken, die normalen Zuschauer bleiben aus oder verlassen, wie gegen Mainz, 20 Minuten vor Schluss in Scharen das Stadion. Die anderen verhöhnen das eigene Team mit ›Oh wie ist das schön‹-Gesängen.

Den Aufreger am Sonntag gab es beim Burst-Hand-Tor von Lars Stindl in Ingolstadt. Bei Sky beurteilte Ex-Schiedsrichter Peter Gagelmann die Situation im Stile einer Flipperkugel und drückte sich vor einer klaren Aussage, wo er nur konnte. Ein Spiegelbild zu dieser Regel, die so viel Interpretationsspielraum zulässt, dass man niemals zu einer befriedigenden Lösung kommen kann. Hier sind die Funktionäre gefragt, aber nicht die Spieler.

Der Ärger auf Ingolstädter Seite war dennoch verständlich, aber letztlich war es regelkonform, den Treffer zu geben. Gut für Gladbach, die durch den Auswärtssieg und dem Remis von Schalke 04 im zweiten Sonntagsspiel gegen 1899 Hoffenheim auf den zehnten Platz vorgerückt sind. Der Gradmesser an Karneval ist für die Borussen der Abstand auf den 1.FC Köln: Nur noch vier Punkte beträgt der Vorsprung der Domstädter. Alaaf und Helau!

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