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Einseitiger PR-Trip

Dubai? Okay, aber …

Marc Basten

Sonntag, 13. Januar 2013 - 17:55 Uhr

Es war eine neue Erfahrung für alle. Das Trainingslager von Borussia Mönchengladbach in Dubai war eine Premiere. Für das ganze Team, aber auch die Journalisten und die Fans. Nicht alles lief dabei wie gewünscht.

Entspannte Fans in Dubai (Foto: Marc Basten / TORfabrik.de)
Entspannte Fans in Dubai (Foto: Marc Basten / TORfabrik.de)

Aus sportlicher Sicht gibt es nach der Woche Dubai nichts zu meckern. Ein erstklassiges Hotel, sehr gute Witterungsbedingungen und ein optimaler Trainingsplatz in unmittelbarer Nähe boten für Favre & Co. erstklassige Arbeitsbedingungen.

Dass mit der Woche Dubai noch einige PR-Termine verbunden waren, ließ sich ins Programm integrieren, ohne dass die Trainingsabläufe großartig beeinträchtigt wurden. Und da Borussia nicht nur eingeladen war, sondern dem Vernehmen nach sogar noch etwas verdient hat, darf von dieser Seite ein komplett positives Fazit gezogen werden.

Etwas anders sieht es bei den mitgereisten Anhängern aus. Da sich der Trainingsplatz auf einer Privatanlage befand, war ein freier Zugang nicht möglich. Zu Beginn gab es reichlich Irritationen, Fans wurden abgewiesen. Später ließ sich dann zumindest ein Bustransfer vom Hotel auf das Trainingsgelände organisieren. Allerdings mit der Einschränkung, dass die Fans lediglich eine Einheit am Tag besuchen durften.

Eine nachvollziehbare Begründung von Seiten der Organisatoren blieb aus. Die Zuschauer saßen brav auf ihrer Tribüne und störten weder das Training noch fielen sie irgendwie negativ auf. Der Scheich, dem das Anwesen gehörte und dessen relaxte Mitarbeiter ständig vor Ort waren, hatten keinerlei Anlass sich zu beklagen.

Schade für die Fans, die viel Geld für die Reise ausgegeben haben und dann nur beschränkt beim Training zuschauen durften. Dazu kam noch die Tatsache, dass das Testspiel gegen Frankfurt auf der Trainingsanlage stattfand und der angebotene Bustransfer aufgrund des unerwartet großen Andrangs nicht wirklich funktionierte. Eine ganze Busladung von Zuschauern kam erst gegen Ende der ersten Halbzeit zum Spiel.

Und auch für die mitgereisten Journalisten war Dubai eine neue und ungewöhnliche Erfahrung. Sie durften immerhin allen Trainingseinheiten beiwohnen und es gab einen Bustransfer. Allerdings galt auch hier: Man konnte nur so die Anlage betreten – entweder ganz, oder gar nicht. Nichts war mit später kommen oder früher gehen - mitgefangen, mitgehangen. Ein etwas flexibleres Arbeiten war nicht möglich.

Zunächst gab es vor Ort, übermittelt von den Vertretern der DFL, erhebliche Einschränkungen. Nur in eine Richtung fotografieren, schreibende Journalisten durften sich nur auf der einen Seite des Platzes aufhalten, das Gebäude am Platz nicht betreten werden. Immerhin gab es eine Kühltasche mit Wasserflaschen.

Zurück im Mannschaftshotel fanden die üblichen ‚Poolgespräche‘ mit Spielern und Verantwortlichen statt. Die Zeit bis zum zweiten Training überbrücken die Journalisten üblicherweise damit, ihre Texte zu schreiben. Immerhin stand in der Lobby des Hotels W-Lan für alle Gäste zur Verfügung, ansonsten überließ man die Journalisten sich selbst. Gab es in den letzten Jahren in den von Borussia organisierten Trainingslagern immer einen „Postbank-Presse-Club“, wo es kleine Snacks und Getränke gab, durfte man diesmal sein Budget im teuren Restaurant des Luxushotels verjubeln.

Dubai Sports und die DFL als Vertreter der Bundesliga, sahen den PR-Trip nach Dubai recht einseitig. Borussia und die Liga sollten in Dubai werbewirksam präsentiert werden. Die Berichterstattung in die andere Richtung, über das Dubai-Trainingslager in Deutschland, war offensichtlich nicht relevant und die mitgereisten Journalisten für die DFL-Vertreter eher lästige Begleiter.

Letztlich konnte vor Ort mit Unterstützung von Borussias Presseabteilung, den zuvorkommenden Mitarbeitern des Betreibers der Trainingsanlage, einer Menge Eigeninitiative und dem schlichten Ignorieren einiger unsinniger ‚Vorschriften‘ vernünftig gearbeitet werden.

Zu den Veranstaltern von Dubai Sports und vor allem den DFL-Begleitern bleibt nur festzuhalten: »Danke für Nichts«.

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