Montag, 23. Januar 2012 - 20:37 Uhr


Im Trainingslager fiel Martin Stranzl mit einem neuen Fußballschuh auf. Nicht mehr die gewohnten weißen Treter zierten seine Füße, diesmal waren es schwarze Schuhe mit neongrünen Streifen, passend zum neuen Auswärts- und Trainings-Outfit der Mönchengladbacher Spieler.
»Dieser Schuh ist ganz neu und er passt perfekt. Ich spiele gerne mit ihm, warte aber noch, bis dieser in Leder herauskommt - darin fühle ich mich eigentlich wohler.«
Der Österreicher zog dann bei den Testspielen als auch zum Ligaauftakt den gewohnten weißen Schuh von Pelé Sports an – eine Marke, die bisher eher zu den Unbekannten auf dem Markt gehört. Martin Stranzl begründet die Wahl seines Schuhwerks wie folgt:
»Viele Spieler - allen voran die Profis - sagen, die Ferse oder Waden täten weh und ziehen alle drei Tage einen neuen Fußballschuh an. Einmal die eine Marke, dann die nächste... anstatt die zu nehmen, in der sie sich selbst wohlfühlen. Egal was drauf steht, am Ende gewinnt der, für den der Spieler das meiste Geld bekommt. Mir dagegen ist es wichtig, dass ich mich in meinem Schuh wohlfühle, warum soll ich da dann noch Geld dafür nehmen?«
Insbesondere in den Profi-Ligen haben solche Schuhausrüsterverträge Einzug erhalten und selbst in der eher wenig medial begleiteten 3. Liga finden sich kaum noch Kicker, die keinen Vertrag mit einer der Top-Marken abgeschlossen haben.
»Generell gibt es für mich gegen Ausrüsterverträge nichts zu sagen. Fühle ich mich in meinem Schuh wohl und der Hersteller liefert ihn mir kostenlos, dann ersparst Du Dir schon einmal schnell 250 oder mehr Euro. Schlimmer finde ich dagegen, dass für das Tragen von bestimmten Schuhen auch noch Geld bezahlt wird. Dies ist für mich absolut nicht nachvollziehbar... scheinbar allerdings mittlerweile Gang und Gäbe.«
An die früheren Zeiten, als die Vereine noch Verträge mit einem Ausrüster abgeschlossen hatten, erinnert sich Martin Stranzl nur ungern. Selbst heute noch spielen teilweise Teams wie der FC Schalke 04 mit nur einer einzigen Marke.
»Das geht einfach nicht! Du kannst einem Fußballer nicht vorschreiben, in welchen Schuhen er spielen soll bzw. darf!«
Solche negativen Erfahrungen sammelte der Innenverteidiger zu seiner Spielzeit beim VfB Stuttgart.
»Ich hatte mir ein paar Mal eine Bänderverletzung im Sprunggelenk zugezogen, weil die damaligen Schuhe für mich zu instabil und breit waren. Aber ich musste mit den Schuhen spielen. Kurzerhand habe ich mich dagegen entschieden und eine andere Marke gewählt.«
Die Folge war klar...
»Eine Strafe war die Folge und der Verein sowie ich bezahlten. Am Ende gab es die Vorgabe, das Logo der anderen Marke zu entfernen und das Markenzeichen mit dem des Vereinssponsors zu überkleben. Leider gibt das Marketing dies so vor – alles andere bleibt dann auf der Strecke.«
In Mönchengladbach spielt Martin Stranzl mit dem Schuh, der ihm passt und in dem er sich wohlfühlt. Ohne dafür horrende Werbeeinnahmen zu kassieren.
»Dies ist mein Werkzeug und das suche ich mir aus.«