Mittwoch, 14. September 2011 - 07:51 Uhr

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Schon seit Mitte Januar trägt Oliver Neuville wieder das Trikot der Borussia. In der Weisweiler Elf, der Traditionsmannschaft des Vereins, begeistert der 38-Jährige gemeinsam mit anderen 'Altstars' wie Karl-Heinz Pflipsen, Peter Wynhoff oder Andreas Brandts regelmäßig die Fußballs-Fans in ganz Deutschland. Noch am vergangenen Samstag trug sich Neuville in die Torschützenliste beim 15:1-Sieg im Benefiz-Spiel gegen eine Kaarster Old-Star-Auswahl ein.
Seit Dienstag ist Neuville nun wieder regelmäßig am Borussia-Park zugegen. »Ich war nie weg«, sagt er mit einem Schmunzeln im Gesicht. In der Jugendabteilung des Vereins absolviert der 69-fache deutsche Nationalspieler in den kommenden Monaten ein Praktikum, möchte in den Beruf des Trainers reinschnuppern und als Co-Trainer der U23 erste Erfahrungen sammeln.
»Im Praktikum bin ich jeden Tag beschäftigt und das ist gut für mich«, berichtet Neuville an seinem ersten Arbeitstag. In den vergangenen neun Monaten hatte er Abstand vom Profifußball gewonnen, nun scheint es bei dem in Mönchengladbach wohnhaften Ex-Stürmer wieder zu kribbeln. Die Idee, ein Praktikum zu machen war nicht spontan sondern schon vor dem Engagement in Bielefeld vereinbart. »Letzte Woche gab es nun Gespräch darüber mit den Verantwortlichen und heute habe ich hier angefangen.«
An der Seite von U23-Trainer Sven Demandt sammelt Praktikant Neuville nun erste Eindrücke des Trainergeschäfts und beabsichtigt ab November den A- und B-Trainerschein zu machen. Als Co-Trainer wird er sich fortan in erster Linie um die Stürmer aus der Nachwuchs-Elf der Borussia kümmern. »Ich hoffe, dass ich den Stürmern weiterhelfen, ihnen ein paar Tipps geben kann und das sie etwas von mir lernen können«, beschreibt Neuville sein persönliches Nahziel im Praktikum.
334 Mal ist der im schweizerischen Locarno geborene Stürmer in der Bundesliga aufgelaufen und hat dabei 91 Treffer erzielt. »Von jedem Trainer habe ich etwas gelernt«, weiß Neuville und gibt zu Protokoll, dass ihm als Spieler besonders das Training unter Dick Advocaat zugesagt habe. Mittlerweile aber hat sich der Fußball verändert und Neuville empfindet nach seinem ersten Arbeitstag ein immer schneller werdendes Tempo. »Man muss mehr laufen und hat nicht mehr so viel Zeit zum Überlegen«.
Sich selbst gibt er dagegen genug Zeit zum Überlegen, wie genau seine Zukunft aussehen soll. »Im Fußball weiß man nie, ich habe heute hier angefangen und mal schauen was passiert«. Fraglos ist Oliver Neuville ein absoluter Sympathieträger, der dem Verein auch langfristig gut zu Gesicht stehen würde.