Sonntag, 09. März 2008 - 21:31 Uhr
Oberliga Nordrhein – gerade einmal 500 Zuschauer fanden den Weg ins Grenzlandstadion. Während ein paar Gladbacher Chaoten sinnloses Feuer zündeln, um anschließend gerechtfertigt von Ordnern und Polizei aus dem Stadion verwiesen zu werden, kreist ein quietschoranger Hubschrauber über das Spielfeld.
Quasi ein Steinwurf entfernt explodierte ein Haus und die Stadt war in heller Aufruhr.
Dementsprechend unbedeutend, ja quasi peinlich schreit einen das Schuhwerk von Moses Lamidi an. Die neue Nike-Kollektion gibt sich weiterhin schrill und farbenprächtig.
Kickte Lamidi im Wintertrainingslager noch zusammen mit Rafael in plastikblauen Tretern, so wies er sich in Krefeld noch als Torjäger mit silbernen Stollenschuhen aus.
Heute, eine halbe Stunde vor Spielbeginn machte er sich mit giftig-orangen Fußballschuhen warm und fiel allein deswegen auf.
Und während sich die Tribüne noch ein wenig lustig über diese auffälligen Arbeitswerkzeuge machte, erzielte Moses Lamidi den ersten Treffer der Partie. Wenige Minuten später legte er nach und schraubte das Ergebnis auf 2:0 hoch. Danach gab es sogar einen kleinen Siegestanz an der Eckfahne – zwar nur Oberliga, dennoch zwei wichtige Tore. Fürs Selbstbewusstsein, für das Ego, für das Team.
Am Ende achtete keiner mehr auf das Schuhwerk. Zwei Tore, da darf ein jeder wohl tragen, was er will.
Dennoch, die knalligen Farben gehören genauso am Fuß verboten, wie das rosafarbene Torwart-Trikot von Tim Wiese. Fußball ist halt eine Geschmacksfrage. Ob Königsblau, Bayernrot oder eben einfach nur Borussengrün. Die Farbe gehört an den Leib – und hier am Verein angelehnt. Schuhe, Schweißbänder oder Kapitänsbinden – sie sollten doch dezent und vor allem der eigenen Kategorie angepasst werden.
Ein Franck Ribery oder ein Zinédine Zidane dürfen meinetwegen tragen, was sie wollen. Ein Jeff Strasser, Moses Lamidi oder Nando Rafael sollten es wohl eher mit normalen Tretern versuchen. Über Tore freuen wir uns auch so.
Mit bestem Beispiel ging vor einiger Zeit Nils Oude Kamphuis voran. Er probierte im österreichischen Trainingslager alle Lotto-Schuhe durch und fand das beste Paar in silbernen Farben. Sein Urteil – feines Schuhwerk aber viel zu auffällige Farbe. Kurzerhand ließ er sich seine Treter vom Zeugwart in tiefem Schwarz pinseln.