Mittwoch, 20. Februar 2008 - 21:17 Uhr
Presseraum Borussia – ein typischer Beginn. Durch den verqualmten Raum schlendern eine Stunde vor Spielbeginn die Gäste und ebnen sich mit schweren Koffern bewaffnet den Weg in den Kabinentrakt.
Ungewöhnlich nach Spielende – die gleichen Spieler stehen am Tresen, lassen sich Bier oder andere Kalt-Getränke servieren, kratzen am längst leeren Büffet und schauen auf den Fernsehern noch die Wiederholung der Partie zwischen M’gladbach und Mainz.
»Uih, das war knapp.«
Chadli Amri, gegen Mönchengladbach nicht mit von der Partie, atmet tief durch und lächelt. Gemeint war die 1:0-Führung der Gäste. Abseits? Schwer zu urteilen, im Zweifel immer für den Stürmer.
Der 23-Jährige zeigt sich zufrieden, höflich und analysiert treffend.
»Das war eine schwere Kiste. Wir schaukelten das Ding über die Bühne und hätten uns nicht über eine Punkteteilung beschweren dürfen. Eigentlich zeigte sich die Borussia als sehr überlegen. Die drei Punkte spiegeln den Spielverlauf nicht wider.«
Im Hintergrund gesellen sich mehr Mainzer hinzu. Bo Svensson ebenfalls, in den Schlussminuten eingewechselt und direkt nach Abpfiff stürmisch vom Mainzer Übungsleiter Jürgen Kopp umarmt. Blickkontakt zu den bekannten Journalisten sucht der Neu-Mainzer nicht. Er konzentriert sich ganz auf seine roten Kollegen.
Apropos „Rot“. Chadli Amri kommt zu Wort.
»Der Sieg war wichtig, aber Köln und Gladbach gehören in die erste Bundesliga. Genauso wie wir. Vielleicht sehen wir uns alle im Sommer wieder. In der Bundesliga. Das wäre es!«
Derweil zeigen sich Borussias Bedienstete hinter dem Tresen eifrig. Sie kennen die Mainzer und freuen sich immer wieder auf einen Besuch aus der Karnevalshochburg.
»Das war schon beim Pokalspiel so. Am alten Bökelberg. Die Mainzer bleiben immer nach Spielende noch hier und suchen bei einem Gespräch den einen oder anderen Kontakt. Das gibt es ansonsten kaum noch, weder in der Bundesliga noch 2. Liga.«