Donnerstag, 09. März 2006 - 11:48 Uhr

Pünktlich vor der WM hat der deutsche Fußball einen absoluten Tiefpunkt erreicht. Man kann es schönreden wie man will - seit geraumer Zeit wird das Loch zum internationalen Spitzenfußball immer größer. Man mag es auf fehlende finanzielle Mittel schieben, man kann es aber auch an Hochmut und Arroganz festmachen.
Beste Beispiele dafür waren die Torwartleistungen in der Champions League. Wie kommt ein Tim Wiese dazu nach großartiger Leistung diese Schaurolle aufs Turiner Parkett zu legen, die ihm einen plötzlichen Ballverlust samt Gegentor beschert? Was hat ein Oliver Kahn wild pöbelnd bei Shevchenko zu suchen, nachdem dieser einen Elfmeter verschoss? Die Strafe für den Ex-Titan folgte auf dem Fuße, bzw. besser auf dem Kopfe, als der Ukrainer wenige Minuten später einnickte.
Schlicht unprofessionelles Verhalten sorgt nicht nur für sportliche Nackenschläge, sondern auch für eine unwürdige Vertretung Deutschlands. Und es steht zu befürchten, dass dem ganzen bei der WM im eigenen Lande die Krone aufgesetzt wird. Schon jetzt zeichnet sich ein unsachliches, hysterisches Zusammenspiel zwischen Medien und Profilierungssüchtigen aus allen möglichen Ecken ab.
Es wäre schön, wenn die Borussia diesem Trend entgegen steuert und mit nüchterner Arbeit einen Beitrag dazu leistet, die Bundesliga stärker zu machen und vielleicht auch international den deutschen Fußball angenehm zu vertreten. Zumindest auf der Torwartebene hat sie die Nase jedenfalls vorne - Kasey Keller ist abgesehen von der Intonation und Interpretation deutschen Liedgutes ein Musterbeispiel an Professionalität und Vorbild in jeglicher Hinsicht.