Sonntag, 20. November 2005 - 13:00 Uhr
TORfabrik.de: Kasey – ein Unentschieden gegen Leverkusen. Wie wertest Du die Partie?
Kasey Keller: Es war ein ordentliches Spiel, in dem wir nicht so gut gespielt haben, wie wir uns das vorgenommen hatten. Zunächst fingen wir uns so ein ‚soft-goal’ – das war ein Scheiß-Start.
TORfabrik.de: Aber die Antwort ließ nicht lange auf sich warten…
Kasey Keller: Ja, wir haben gut reagiert und den Ausgleich gemacht. Ein glückliches Tor, als der Ball zunächst durch die Beine des Gegners ging. Aber du siehst was passiert, wenn du es einfach mal versucht – einfach mal draufknallst…
TORfabrik.de: Wie siehst Du als erfahrener Profi die Entwicklung von Eugen Polanski?
Kasey Keller: Ich habe Eugen seit meiner ersten Woche hier gesehen und ich wusste von der ersten Minute an, dass er gute Möglichkeiten hat, Eindruck zu machen. Er hat seine Chance in den zwei Spielen richtig gut genutzt. Ich hoffe, dass er dies fortsetzen kann. Mit ihm, Marcell Jansen und Marvin Compper hat der Verein ein paar richtig gute junge Spieler. Eine gute Basis, um darauf aufzubauen.
TORfabrik.de: Zurück zum Spiel – Leverkusen hat euch am Ende ganz schön unter Druck gesetzt…
Kasey Keller: Ja – und ich war schon etwas enttäuscht, dass Leverkusen die letzten fünfzehn Minuten besser war und mehr hätte holen können. Aber wenn du nicht gut spielst und trotzdem nicht verlierst – immerhin gegen eine trotz schwachem Saisonstart richtig gute Mannschaft – und viel Charakter zeigst, nicht 1:2 verlierst und nicht mit hängenden Köpfen vom Platz musst – dann kann man auch ein bisschen stolz sein. Aber sicher hätten wir heute besser spielen können.
TORfabrik.de: Du hast den Punkt mit der Rettungstat gegen Voronin festgehalten, der ganz alleine vor dir auftauchte…
Kasey Keller: Es ist schön, mit so einer Rettungstat etwas fürs Team zu machen in so einem Spiel. Auch, dass wir Glück hatten mit dem Pfostenschuss. Noch schöner wäre gewesen, wenn wir dieses Tor am Ende noch ‚gestohlen’ hätten.
TORfabrik.de: Leverkusen wollte nach dem Duell zwischen Fukal und Berbatov einen Elfmeter haben. Wie hast Du die Situation gesehen?
Kasey Keller: Ich glaube, dass er sich hat fallen lassen. Aber ich muss mir noch mal im Fernsehen anschauen, ob er ihn nicht doch getroffen hat. Wenn er getroffen wurde, hätte er sich nicht theatralisch hinfallen lassen dürfen. Eben diese übertriebene Bewegung hat den Schiedsrichter wohl veranlasst, nicht auf den Punkt zu zeigen.
TORfabrik.de: Ihr hattet jetzt zwei Heimspiele und dabei zweimal Remis gespielt…
Kasey Keller: Wir wären mit vier statt zwei Punkten aus den Spielen gegen Hamburg und Leverkusen zufrieden gewesen. Dann wären wir Vierter in der Tabelle. Trotzdem war das Spiel gegen den HSV positiv, denn die sind ein Topteam und gegen die waren wir die klar bessere Mannschaft. Die waren froh, dass sie mit einem Unentschieden nach Hause fahren konnten.
TORfabrik.de: Jetzt geht’s nach Berlin, wo die Borussia oft mit leeren Händen die Heimreise antreten musste. Zuletzt im Pokal wart ihr chancenlos…
Kasey Keller: Berlin wird für mich so etwas wie ein Test sein, ob wir auswärts mal wieder siegen oder zumindest punkten können. Nach dem Auswärtssieg in Bielefeld brauchen wir drei, vier mehr Erfolge in der Fremde und ein paar Unentschieden wie auf Schalke. Wenn wir auswärts hin und wieder punkten, dazu heimstark bleiben - dann können wir uns da oben festsetzen und um einen UEFA-Cup-Platz mitkämpfen.
TORfabrik.de: Dazu wäre es hilfreich, wenn Du deinem Spitznamen weiter gerecht wirst – die Fans nennen Dich Kasey ‚the wall’ Keller…
Kasey Keller: Das erfreut mich mit Stolz und ich werde jedes Mal versuchen das umzusetzen, wenn ich auf den Platz gehe. Es ist ein verdammt guter Spitzname – viel besser als Kasey ‚the asshole’…