Bereits am Freitag läutete Borussia Mönchengladbach mit der Partie gegen Mainz 05 den vierten Bundesligaspieltag ein. Gladbachs Trainer Michael Frontzeck beorderte wie angekündigt den Brasilianer Dante nach abgelaufener Rotsperre in die Startelf, Thomas Kleine musste wieder auf die Bank. Dazu änderte Frontzeck das Spielsystem auf zwei Stürmer – Roberto Colautti agierte neben Raúl Bobadilla. Dafür musste Michael Bradley weichen, der nicht einmal im Kader stand.
Rob Friend erstmals nach seiner langwierigen Verletzung wieder dem Aufgebot an.
Beide Teams starteten schwungvoll in die Partie, wobei die Borussen zunächst ein Übergewicht entwickelten. Eine erste Möglichkeit ergab sich in der 6. Minute für Bobadilla, der sich mit einem Flachschuss aus sieben Metern halbrechts versuchte. Karhan lenkte den Ball allerdings mit der Hacke am Tor vorbei.
In der Folgezeit waren die Gladbacher bemüht, ein Kombinationsspiel aufzuziehen, was allerdings nur selten gelang. Im Gegensatz zu anderen Begegnungen im Borussia-Park ließ man dem Gegner wenig Raum, so dass dieser zunächst offensiv völlig harmlos blieb.
Die nächste Gelegenheit für den VfL resultierte aus einem Freistoß aus rund 25 Metern, den Bobadilla nur haarscharf am Pfosten vorbei setzte (28.). Doch nur eine Minute später konnte der Argentinier seinen ersten Bundesligatreffer bejubeln. Nach Ballgewinn von Jaurès auf der linken Seite schlug Marx einen langen Ball, den van der Heyden unterschätzte. Der Mainzer sprang unter der Kugel hindurch, Bobadilla kollidierte mit dem aus seinem Kasten herausstürmenden Mainzer Keeper Müller, blieb jedoch auf den Beinen und nagelte das Leder hoch ins Eck.
Der Mainzer Torwart zog sich bei dieser Aktion eine Verletzung an der Hüfte zu und musste kurz darauf ausgewechselt werden. Wer dachte, die Borussen würden den kalten Ersatztorwart Christian Wetklo nun so richtig warm schießen, der sah sich getäuscht. Denn die Schlussphase des ersten Durchgangs gehörte einzig den Gästen, die durch Hoogland eine ausgezeichnete Möglichkeit hatten (42.) und in der Nachspielzeit setzte Heller einen Distanzschuss aus 30 Metern aufs Tornetz.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit legte Borussia mächtig los, musste jedoch nach kurzer Zeit mit ansehen, wie Mainz stärker wurde. Die Gladbacher Hintermannschaft behielt allerdings alles im Griff, während vorne versäumt wurde, den Sack frühzeitig zu zu machen. Juan Arango zirkelte einen Freistoß aus zwanzig Metern halbrechts an den Pfosten (73.) und Matmour ließ nach feinem Marx-Pass die große Chance liegen, als er aus sechs Metern freistehend die Kugel nicht richtig traf (73.).
Normalerweise rächt sich so etwas im Fußball, doch an diesem Tag lief es optimal für den VfL. Der für Matmour eingewechselte Marco Reus startete in der 84. Minute an der Mittellinie ein Solo, sprintete durch die gesamte Mainzer Hintermannschaft und bugsierte das Leder mit letztem Einsatz flach ins Tor.
Damit war der Drops gelutscht und Borussia den zweiten Saisonsieg unter Dach und Fach. Da machte es auch nichts aus, dass der ebenfalls eingewechselte Oliver Neuville in der Schlussminute mit einem Schuss noch am stark reagierenden Wetklo scheiterte.
Am Ende stehen nach einem harten Stück Arbeit gegen den Aufsteiger aus Mainz drei wichtige Punkte. Torschütze Raúl Bobadilla stimmte die schließlich die Humba an und alle Gladbacher genossen den guten Saisonstart ... |