
Name, Vorname:
Stalteri, Paul
Geburtsdatum (Sternzeichen) / Geburtsstadt:
18.10.1977 (Waage) in Toronto (Kanada)
Nationalität:
Kanada / Italien
Größe / Gewicht:
180 cm / 77 kg
Vertragsbeginn / Vertragsende:
22. Dezember 2008 / 30. Juni 2011
Bisherige Vereine:
Tottenham Hotspur (2008-12/2008), FC Fulham (1/2008-08), Tottenham Hotspur (2005-1/2008), Werder Bremen (1997-05), Toronto Lynx (bis 97), Malton Bullets
Kurzvorstellung:
Eigentlich war die Borussia auf der Suche nach einem Verteidiger schon fündig geworden, das Objekt der Begierde: Oguchi Onyewu. Der großgewachsene US-Amerikaner sollte Borussias Innenverteidigung Stabilität verleihen, leider blockiert(e) Standard Lüttich einen Transfer und damit scheidet der Defensivspezialist (vorerst) aus.
Dabei hätte Oguchi Onyewu gut zu Borussias Neuverpflichtung Paul Stalteri gepasst. Gleiche Sprache, großer Einsatz auf dem Grün und die selbe Universität. Richtig gehört, Paul Stalteri begann 1996 seine Fußballkarriere an der Nordamerikanischen Clemson University in South Carolina. Selbige, die Oguchi Onyewu für seine ersten Fußballschritte nutzte.
Ein Jahr später wurde Paul Stalteri Profi bei den Toronto Lynx und spielte sich mit acht Toren und zwei Vorlagen in die Notizbücher der Scouts von Werder Bremen.
Es folgte der Wechsel über den großen Teich und die Bremer steckten Paul Stalteri in die zweite Mannschaft. Dort kickte der gelernte Angreifer mehrere Spielzeiten. Erst zwei Jahre nach seiner Verpflichtung berücksichtigte ihn Werders damaliger und jetziger Coach Thomas Schaaf zum ersten Mal bei einem Ligaspiel der Profis.
Mit Erfolg – denn gleich bei seinem ersten Einsatz für die Werderaner nutzte Paul Stalteri als Vertretung für den verletzten Ailton die Gunst der Stunde und schoss bei seinem Ligadebüt seinen ersten Treffer. Damit nicht genug – der Name Stalteri wanderte durch sämtliche Nord-Amerikanischen Gazetten, schließlich war er der erste Kanadier, der in der damals 37-jährigen Bundesligageschichte ein Tor markierte. Und das ausgerechnet gegen einen Landsmann - Steve McKenna stand in der Abwehr des Gegners Energie Cottbus.
Mit den Jahren funktionierte Bremens Langzeitcoach auf der Trainerbank, Thomas Schaaf, Paul Stalteri zum Rechtsverteidiger um, der ab und an auch auf der linken Position zu finden war.
Stalteri bewies in all dieser Zeit großes Kämpferherz und kaschierte damit seine offensive Limitiertheit. Er wurde er bei Werder Bremen zum Dauerbrenner, schlug jedoch nach acht Jahren Vereinszugehörigkeit ein neues Vertragsangebot von Manager Klaus Allofs aus.
Im Sommer 2005 wechselte Paul Stalteri ablösefrei auf die Insel und unterschrieb beim Londoner Traditionsklub Tottenham Hotspurs einen Vierjahreskontrakt.
Sein damaliger Coach Martin Jol setzte gleich zu Beginn auf Stalteris Qualitäten, obwohl der Kanadier durch einen Bänderriss aus der letzten Bundesligabegegnung die Vorbereitungsphase in England nicht absolvierte.
In England fand sich Paul Stalteri einem ganz neuen Fußball-Fever gegenüber und analysierte dieses gegenüber der Nürnberger Zeitschrift Kicker eindrucksvoll:
»In der Auffassung englischer Profis zählt einzig und allein das Spiel, im Training hält man sich viel mehr zurück. Ein Trainingsspiel in Deutschland läuft unter viel höherem Tempo ab, und die Leute gehen zum Teil richtig hart drauf. Etwas überspitzt gesagt: In Deutschland ist das Training härter als das Spiel. Dazu pfeifen die Schiris hier in England natürlich viel weniger. Mal eben den Ball vorbeilegen, Körperkontakt suchen und sich fallen lassen - das geht nicht. In der Bundesliga schon.«
Professionalität legten die Insulaner dennoch an den Tag. Paul Stalteri mochte den manchmal etwas zweifelhaften Ruf des englischen Fußballs nicht bestätigen.
»Das sind nur noch Klischees. Es wird längst nicht so viel getrunken wie vielleicht früher mal. Der englische Fußball ist viel seriöser geworden. Ich denke, das liegt vor allem an den ausländischen Trainern wie Wenger, Mourinho, Houllier oder Benitez, die einen unprofessionellen Lebenswandel nicht dulden. In Tottenham erzählen die Kollegen: Wenn früher um 10 Uhr Training angesetzt war, kam einer um fünf nach zehn, einer um zehn nach zehn, andere vielleicht noch später. Seit Martin Jol, ein Holländer, das Sagen hat, sind alle pünktlich.«
Den Ehrgeiz und den Willen präsentierte Paul Stalteri gleich in seiner ersten Saison und wurde zum Stammspieler der Tottenham Hotspurs. Dabei trat er in große Fußstapfen, schließlich erwarteten die Fans des Traditionsklubs viel von ihrer Neuerwerbung – immerhin gewann Stalteri neben der deutschen Meisterschaft mit Werder Bremen auch noch den DFB-Pokal.
»Ich wurde wie Teemu Tainio und Edgar Davids geholt, um der Truppe Stabilität und Routine zu geben. Diese Verantwortung übernehme ich gerne.«
Insgesamt 35-mal kickte Paul Stalteri in der ersten Saison für seinen neuen Klub und überzeugte weitestgehend auf der Position des rechten Verteidigers. Ein Jahr später sah seine persönliche Situation anders aus. Verletzungsgeplagt kam Stalteri nicht in Schwung und brachte es lediglich auf 14 Spiele für seinen Arbeitgeber – zudem verpflichteten die Hotspurs den von den Premiere-League-Spielern zum besten Rechtsverteidiger gewählten Franzosen Pascal Chimbonda.
Der neue Konkurrent machte Paul Stalteri mächtig Dampf und ließ den Kanadier in die zweite Reihe rutschen. Auch im Folgejahr hatte es der einstige Bundesligakicker schwer und ließ sich in letzter Minute in der Winterpause auf Leihbasis zum Stadtrivalen FC Fulham transferieren.
Dort stieß Paul Stalteri auf viele Kontinent-Kollegen. Im Tor traf er auf den bei der Gladbacher Borussia aussortierte Keeper Kasey Keller. Und fand sich im Abstiegskampf wieder – eine Situation, die er bis dato noch nie miterlebte.
»Noch nie kämpfte ich um den Abstieg – das ist eine komplett andere Art von Stress.«
Diese Art von Umgewöhnungsphase machte dem kanadischen Nationalspieler wenig zu schaffen, wenngleich er offen darüber redete.
»Es ist härter, als um die Meisterschaft mit Werder Bremen zu kämpfen. Damals hatten wir vielleicht nur ein einziges Mal den Druck für ein paar wenige Spiele, ansonsten stand Freude im Vordergrund. Dieses Jahr spürst du die Anspannung und Erwartung jederzeit.«
Der Druck des Abstiegskampfes ist enorm. Eine neue Erfahrung für den sonst so erfolgsverwöhnten Paul Stalteri.
»Wenn du im die Existenz des Klubs kämpfst, nimmst Du den Stress und die Anspannung jeden Tag mit nach Hause. Das ist sehr anstrengend.«
Paul Stalteri hielt wie seine neuen Vereinskollegen dem Druck stand und sie machten am letzten Spieltag mit einem 1:0-Sieg beim FC Portsmouth den Klassenerhalt perfekt.
Seine persönliche Laufbahn war damit beim FC Fulham beendet, wenngleich der Kanadier gerne beim Londoner Klub weitergespielt hätte.
»Einsatzzeiten sind wichtig und ich habe gespürt, wie ich von Spiel zu Spiel besser wurde. Gerne wäre ich geblieben.«
Am Ende der Saison kehrte der frisch zum Nationalmannschaftskapitän gekürte Stalteri zurück zu den Tottenham Hostspurs und suchte nach neuen Herausforderungen. Diese fand er frühzeitig nicht, denn sein Verein gab bekannt, dass er bei einem Interessenten den Klub ablösefrei verlassen dürfte.
Einen Interessenten fand Paul Stalteri nicht und somit war es weniger verwunderlich, dass er in der aktuellen Saison bei den Engländern lediglich das Trainingsprogramm absolvierte – eine Berücksichtigung bei den Ligaspielen fand er nicht.
Ab dem 31. Januar wird Paul Stalteri Gelegenheit bekommen, Spielpraxis zu sammeln. Mit dem 'Spaßfußball' aus seiner Zeit bei Werder Bremen wird das allerdings nicht mehr viel zu tun haben. Der Kanadier muss sein 'zweites Fulham' schaffen und helfen, die Gladbacher Borussia vor dem Abstieg zu bewahren ...