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Sieg im »dreckigen Schweinespiel«

»Brauchen uns nicht zu entschuldigen«

von Marc Basten, Nadine Basten und Jan van Leeuwen

Sonntag, 08. April 2018 - 13:16 Uhr

Es brodelt bei Borussia Mönchengladbach, daran konnte auch der glückliche Heimsieg gegen Hertha BSC nichts ändern. Mit Ruhm bekleckerte sich am Samstag niemand - weder Mannschaft, noch Teile der Fans.

Die Borussen freuten sich über einen dreckigen Sieg (Foto: TORfabrik.de)
Die Borussen freuten sich über einen dreckigen Sieg (Foto: TORfabrik.de)

Die Sonne strahlte im Borussia-Park - endlich mal wieder ein Stadionerlebnis, ohne sich den Hintern abfrieren zu müssen. Doch das Wetter passte so gar nicht zu dem Geschehen, was sich vor allem im ersten Durchgang auf dem Rasen abspielte. »Heute war es zum ersten Mal so, dass das Spiel von Verunsicherung getragen war«, sagte Max Eberl später.

»Es war zäh, wir haben keine Lösungen gefunden - das war planlos«, so Eberl. Dieter Hecking hatte das Team zum dritten Mal in Folge mit einer Dreierkette aufgeboten. »Wir wollten mit unserem 3-5-2 für Variabilität sorgen, aber das ist uns nicht gelungen«, sagte Lars Stindl. »Es war schwierig gegen zwei enge Viererketten der Berliner. Aber wir haben es zu langsam gemacht und hatten keine Tiefe im Spiel.«

Der Führungstreffer der Gäste war nicht unverdient, wobei Herthas Fußball nun auch nicht gerade einer Offenbarung gleichkam. Die in dieser Intensität seit Jahren nicht mehr vernommenen Pfiffe des Publikums zur Pause waren folgerichtig. »Nach so einer ersten Halbzeit hat der Fan jedes Recht, zu pfeifen«, sagte Dieter Hecking.

Borussia nutzte aus, was Hertha anbot

Der Trainer stellte zur Pause wieder auf das gewohnte 4-4-2 um und brachte Hazard in Partie. Das zeigte zunächst wenig Wirkung, weil die Borussen - bis auf das nicht anerkannte Tor von Herrmann - weiter keine echten Chancen hatten, während die Gäste gleich drei beste Möglichkeiten vergaben, die Weichen komplett auf Auswärtssieg zu stellen.

So konnten die Borussen letztlich mit Glück das nutzen, was die Berliner anboten. »Es war ein Sieg des Willens«, sagte Lars Stindl. Thorgan Hazard hatte endlich mal wieder Fortune im Abschluss, als er durch die Beine des Berliner Keepers zum Ausgleich traf. Dass er kurz darauf zum Elfmeter antreten durfte und sicher zum Siegtreffer verwandelte, lag auch an dem glücklichen Umstand, dass der Videoschiedsrichter intervenierte und Borussia nachträglich den Strafstoß zugesprochen bekam. Wie die Schiedsrichterin die Sense von Lustenberger gegen Elvedi allerdings so falsch einschätzen konnte, bleibt ein Rätsel.

Borussia gewinnt »ein dreckiges Schweinespiel«

Trotz der Wende in der Partie blieb die Stimmung im Borussia-Park eigenartig. Als die Mannschaft nach Schlusspfiff in die Kurve ging, gab es Beschimpfungen und Diskussionen. »Es ging um die Art und Weise, wie wir gespielt haben«, sagte Lars Stindl anschließend. »Aber dafür brauchen wir uns nicht zu entschuldigen«, stellte er Kapitän klar. »Wir hatten viele Spiele, wo wir unglücklich nicht gewonnen haben. Den Sieg nehmen wir heute mit - auch auf die Art und Weise, wie er zustande gekommen ist.«

»Ob das jetzt der große Brustlöser war, weiß ich nicht«, sagte Dieter Hecking. »Dafür haben wir natürlich nicht souverän genug gespielt. Aber trotzdem - so ein dreckiges Schweinespiel zu gewinnen, das ist vielleicht auch genau das, was die Mannschaft nach den vielen Enttäuschungen, die sie in der Rückrunde hat hinnehmen müssen, mal braucht.«

Eberl entschuldigt sich bei Bibiana Steinhaus

Entschuldigen musste sich am späten Abend aber dann doch noch ein Borusse. Max Eberl wurde als Gast im »aktuellen Sportstudio« damit konfrontiert, dass die Schiedsrichterin während des Spiels in Sprechchören als »Hure« verunglimpft wurde. »Wir als Verein müssen uns bei Bibiana Steinhaus entschuldigen«, sagte Eberl. »Das hat auf dem Fußballplatz nichts zu suchen.«

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