Dies ist ein Ausdruck aus www.torfabrik.de

Die Weichen stellen

Es steht viel auf dem Spiel

von Marc Basten

Mittwoch, 10. Januar 2018 - 13:52 Uhr

Die Winterpause neigt sich dem Ende entgegen, alle konnten durchatmen, ein Resümee der Hinrunde ziehen und jetzt den Blick nach vorne richten. Für Borussia Mönchengladbach steht einiges auf dem Spiel.

Wichtige Stützen - Denis Zakaria und Matthias Ginter (Foto: Boris Streubel / Bongarts / Getty Images)
Wichtige Stützen - Denis Zakaria und Matthias Ginter (Foto: Boris Streubel / Bongarts / Getty Images)

Die Halbserie war von der Punktausbeute her in Ordnung, Luft nach oben gibt es gleichwohl genug. Für die Rückrunde gilt es, konstanter, kaltschnäuziger, kompromissloser und erwachsener Fußball zu spielen.

Wobei gerade der erwachsene Fußball logischerweise nicht von heute auf morgen kommen kann, wenn man mit so vielen jungen Spielern arbeitet. Zumal der Weg, mit hoffnungsvollen Talenten ein gewisses Risiko gehen zu müssen, für Borussia mittlerweile alternativlos ist, wie auch Max Eberl nochmals unterstrich. Fertige Spieler der Marke Extraklasse zu kaufen, wird für Borussia angesichts der explodierenden Preise nur in absoluten Ausnahmefällen möglich sein.

Die Folge ist, dass Borussia nicht nur talentierte Youngster an Land ziehen muss, sondern dass diese auch ziemlich schnell funktionieren müssen. Einen Spieler über mehrere Jahre behutsam aufzubauen ist heutzutage nicht mehr drin. Die Jungs sind immer besser ausgebildet, so dass sie sich immer früher im Seniorenbereich behaupten können und müssen. Wenn sie dann überzeugend auftreten, werden sie rasend schnell für die finanzkräftigen Klubs interessant.

So wird man sich wohl daran gewöhnen müssen, dass sie sich in Gladbach in jedem Sommer ein stückweit neu erfinden. Wichtig ist dabei, dass nicht gleich die halbe Stammelf wechselt, sondern allenfalls zwei oder drei Basisspieler. So wie im letzten Jahr, als mit Mo Dahoud und Andreas Christensen 'nur' zwei Klassespieler gingen.

Dabei war erwarten, dass der Verlust von Dahoud einfacher zum kompensieren sein würde, als der von Christensen. Mit der Verpflichtung von Denis Zakaria und Michael Cuisance haben Eberl & Co die entstandene Lücke nicht nur geschlossen, sondern die Qualität sogar noch angehoben. Vor allem Zakaria ist ein Musterbeispiel für die Theorie, dass auch junge Spieler in der Lage sind, sofort und beständig auf hohem Niveau zu spielen. Was der Schweizer leistet, ist eigentlich schon viel zu gut. Denn die Klubs von der Insel, bei denen das Geld so locker sitzt, haben Zakaria längst auf dem Schirm. Er ist ein Spieler, der wie geschaffen scheint für die Premiere League.

Dort spielt seit dieser Saison Andreas Christensen. Den Dänen zu ersetzen, wurde nicht nur an dieser Stelle als die größte Herausforderung bei der Kaderplanung angesehen. Entsprechend tätigte Borussia mit Matthias Ginter einen Rekordtransfer. Auch insoweit haben die Verantwortlichen viel, wenn nicht sogar alles richtig gemacht. Ginter hat sich gut eingefunden und wurde gegen Ende der Hinrunde vom verlässlichen Mitspieler zu einem Kopf der Mannschaft. Seine Körpersprache im Dezember zeigte deutlich, dass er endgültig angekommen ist in Mönchengladbach und die ihm zugedachte Rolle als Führungsspieler annimmt.

Dass Andreas Christensen große Fußstapfen hinterlassen hat, verwundert nicht. Auch bei Chelsea haben sie nach anfänglichen Zweifeln mittlerweile begriffen, welch Ausnahmeverteidiger der junge Däne ist und seinen Vertrag vorzeitig bis 2022 verlängert. Insoweit wäre es schon anmaßend zu erwarten, dass Ginter die Lücke schnurstracks vollends geschlossen oder sogar das Niveau noch angehoben hätte. Aber Ginter hat es geschafft, dass der Name Christensen in Mönchengladbach nur noch selten fällt. Das alleine ist schon mehr als erfreulich.

Somit kann man vor dem Rückrundenstart attestieren, dass die Verantwortlichen bei Borussia für die größten Baustellen adäquate oder sogar überragende Lösungen gefunden haben. Das halbe Jahr diente eben auch dazu, dass sich die Mannschaft formiert und findet. Dieser Prozess ist nun abgeschlossen.

Ab sofort geht es darum, mit Vollgas das Optimum herauszuholen. Schafft man Platz 4 und damit die Teilnahme an der Champions League, wird es einfacher, begehrte Spieler wie Hazard, Vestergaard oder Zakaria zu halten. Zudem wird die Fohlenelf deutlich interessanter für Profis der Kategorie jener, die sich momentan bei ähnlichen sportlichen Voraussetzungen für die zahlungskräftigere Konkurrenz entscheiden. Für Borussia steht in der Rückrunde mit Blick auf die Kaderplanung im Sommer einiges auf dem Spiel ...

Dies ist die Druckversion der Seite:
http://torfabrik.de/profis/borussia/datum/2018/01/10/es-steht-viel-auf-dem-spiel-1.html

Copyright © 2000 - 2018 TORfabrik.de
Nachdruck und Weiterverbreitung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung.

TORfabrik.de ist ein offiziell eingetragenes Magazin bei der
Deutschen Nationalbibliothek (ISSN 1610 - 4919)

Herausgegeben von Marc Basten, Altenkleusheimer Str. 12, 57462 Olpe

Unterstützt durch unseren Sponsor & Partner:
tops.net GmbH & Co. KG