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Einzelkritik: Borussia Mönchengladbach - Mainz 05 1:1 (0:1)

Allgemeine Verunsicherung

Redaktion TORfabrik.de

Montag, 06. November 2017 - 22:22 Uhr

Borussia Mönchengladbach lieferte beim 1:1 gegen Mainz 05 eine rätselhafte Leistung ab. Obwohl es keinen Anlass gab, wirkte die Mannschaft stark verunsichert. Das spiegelt sich auch in der Einzelkritik wider.

Oscar Wendt hatte große Probleme mit dem Tempo von Levin Öztunali (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)
Oscar Wendt hatte große Probleme mit dem Tempo von Levin Öztunali (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)

Yann Sommer: Musste zu Beginn einige Distanzschüsse entschärfen, worunter mehrere Flatterbälle waren. Gelungen war die Flugeinlage nach dem De-Blasis-Schuss. Auch in der zweiten Halbzeit gab es einige Pflicht-Prüfungen. Im Aufbauspiel vor der Pause mit Schwierigkeiten, als er Zakaria in Bedrängnis brachte, woraus eine Ecke resultierte. Ganz schwach war Sommers Verhalten beim Gegentor. Seine Strafraumbeherrschung ist ein bekanntes Problem, doch dass er selbst bei einem hohen Ball, der ewig lange unterwegs war, keine Präsenz zeigte, ist alarmierend und kostete letztlich zwei Punkte. Note 5,0.

Tony Jantschke: Konnte sich bei seinem Heimspieldebüt nicht sonderlich aufdrängen. In der Defensive stand er meist sicher, wobei Mainz deutlich mehr über Borussias linke Seite veranstaltete. Am Ball mit wenig nennenswerten Aktionen, im Spiel nach vorne eher ein bremsender Faktor. Körperlich wirkte Jantschke noch nicht auf der Höhe, die fehlende Wettkampfpraxis machte sich bemerkbar. Zur Pause wurde er rausgenommen. Note 4,5.

Nico Elvedi: Begann wieder als Innenverteidiger, wo es vor allem im Spielaufbau einige Male klemmte. Zwei krasse Fehlpässe ermöglichten Mainzer Gegenangriffe. Elvedi wirkte verlegen und nur im Ansatz so ballfest wie in Hoffenheim. Nach der Pause rückte er auf die Rechtsverteidigerposition. Da fand er sich besser zurecht. Er schob bei einigen Angriffen gut mit nach, in der Rückwärtsbewegung spitzelte er den Ball bei einem Mainzer Konter gerade noch weg. Note 4,5.

Jannik Vestergaard: Bot eine über weite Strecken konstante Leistung. Hinten gewohnt präsent und in den richtigen Momenten zupackend. Einige Situationen, die bedrohlich hätten werden können, erstickte er im Keim. In der Spieleröffnung mit dem Mut zu langen Pässen auf die Seiten, von denen mehrere ihr Ziel fanden. Sorgte mit seinem Kopfballtreffer dafür, dass zumindest ein Punkt gerettet wurde. Note 3,0.

Oscar Wendt: Bekam während der gesamten Partie keinen Zugriff auf Öztunali und ließ sich mehrfach ganz einfach überlaufen. Der Schwede hatte Probleme beim Stellungsspiel, viele lange Bälle in seine Richtung sorgten direkt für Gefahr. Auch in der Phase nach dem 1:1 öffnete er auf seiner Seite mehrfach die Tür für die Mainzer Angreifer. Am Ball ohne jegliche Einzelaktion, seine flachen Hereingaben vorne landeten beim Gegner. Wirkte am Ende ausgelaugt. Note 5,0.

Matthias Ginter: Übernahm wie in der Vorwoche die Rolle des zweiten Sechsers, fand sich dort jedoch nicht zurecht. Er sorgte für einen ›Tag der offenen Tür‹ im Gebiet vor der Abwehrkette, weil er die Räume nicht besetzte und Mainz ungehindert vorstoßen konnte. Auf der anderen Seite konnte Ginter den trägen Spielaufbau nicht beleben. Nach der Umstellung zur Pause wieder als Innenverteidiger unterwegs, wo er deutlich besser aussah und weitgestgehend alles unter Kontrolle hatte. Note 4,5.

Denis Zakaria: Konnte zu Beginn noch einige der Lücken schließen, die sich vor der Abwehr auftaten. Stark, wie er als dritte und letzte Instanz einen Mainzer Angreifer ablief, nachdem bereits Außen- und Innenverteidiger überspielt waren. Der Schweizer leistete sich ein paar Ballverluste und wirkte in einigen Situationen etwas unkonzentriert. Nach der Pause an der Seite von Kramer war die Ordnung besser, Zakaria fand aber dennoch nicht so ins Spiel wie gewohnt. Wurde nach einer Stunde durch Cuisance ersetzt. Note 4,0.

Thorgan Hazard: War vor der Pause der einzige Gladbacher, der mal das Tempo anzog. So richtig glücklich war er bei seinen Aktionen nicht, aber er versuchte immerhin, Schwung ins statische Spiel zu bringen. Hatte eine gute Gelegenheit nach Vestergaard-Pass, aber für einen erfolgreichen Lupfer reichte es nicht. Nach der Pause wollte der Belgier in einer Szene den Ball ins Tor tragen und verpasste den Moment für den Abschluss. Die Ecke zum Ausgleich schlug Hazard. Nach der Auswechslung von Raffael in der letzten Viertelstunde in zentraler Rolle, ohne noch in Abschlussposition zu kommen. Note 3,5.

Vincenzo Grifo: Nach der Gala der Vorwoche bei seiner Startelfpremiere im Borussia-Park mit einer eher unauffälligen Vorstellung. Er lief zwar sehr viel, konnte sich vor allem im ersten Durchgang jedoch nur selten zeigen. In Borussias bester Phase nach der Pause war Grifo auffälliger und an mehreren Kombinationen beteiligt. Pech hatte er mit seinem Schlenzer, der knapp am Tor vorbei flog. In der Situation gab es zwar auch Abspieloptionen, doch den eigenen Abschluss zu suchen war legitim. Note 4,0.

Lars Stindl: Sorgte das erste Mal für sowas wie flüssiges Spiel, als er in hohem Tempo auf Jantschke passte, was eine Ecke brachte. Lief beim Mainzer Konter nach Gladbacher Ecke mit zurück und traf Gbmain im Strafraum am Fuß. Glück für den Kapitän, dass der Videoschiedsrichter nicht eingriff. Elfmeter und Rot wären die mögliche Folge gewesen. Kam bei der Slapstick-Einlage des Mainzer-Keepers einen Schritt zu spät, um noch profitieren zu können. Stindl war wie immer sehr viel unterwegs und kämpfte, doch mehrfach gab er selbst eroberte Bälle durch ungenaue Weiterverarbeitung postwendend wieder her. Er holte die Bälle weit hinten ab, so dass er phasenweise wie ein offensiver Sechser agierte. Stindl war um direkte Öffnungen bemüht, dabei unterliefen ihm leider einige Fehlpässe. Sah Gelb für ein taktisches Foul auf Höhe der Mittellinie. Note 4,0.

Raffael: Nachdem er letzte Woche in Hoffenheim pausiert hatte, kehrte Raffael auf seine Position in der Spitze zurück. Er fand allerdings kaum statt und konnte nur wenige Bälle behaupten. Zu Beginn kam er nach einem Hazard-Dribbling zu einem Abschluss - der Schuss aufs kurze Eck wurde pariert. Nach der Pause mit einer freien Schusschance vom Elfmeterpunkt, als ihm die Kugel über den Spann rutschte. Dass er so einen Ball nicht verarbeiten konnte, macht deutlich, dass bei Raffael etwas im Argen liegt. Er wirkt verkrampft und gehemmt - die Auswechslung nach 70 Minuten war nachvollziehbar. Note 5,0.

Christoph Kramer: Kam nach der Halbzeit für Jantschke und spielte auf Ginters Position, der in die Innenverteidigung rückte. Kramer ordnete sofort das Geschehen und streute flotte Pässe ein. Mit ihm kam die bis dahin vermisste Struktur ins Spiel. Kramer setzte auch in den Zweikämpfen Duftmarken, einmal in ›Pitbull-Manier‹. Ein Annahmefehler sorgte kurz für Gefahr. Note 3,0.

Mickael Cuisance: Kam für Zakaria und wollte in den ersten Minuten jeden Ball haben. Als die Kollegen ihn nicht anspielten und seine Handzeichen ignorierten, wurde der junge Franzose ruhiger. Er konnte dem Offensivspiel allerdings kaum Impulse geben und hatte deutliche Schwierigkeiten im Zweikampfverhalten. Ohne Note.

Patrick Herrmann: In der Schlussviertelstunde für Raffael eingewechselt. Herrmann ging auf die rechte Seite, Hazard rückte in die Zentrale. In dieser Phase war das Gladbacher Spiel bereits wieder sehr zerfahren, nach vorne lief nur noch wenig. Herrmann hatte ein paar Aktionen, konnte sich aber nicht mehr nennenswert in Szene setzen. Ohne Note.

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