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Man of the match

Zakarias beeindruckendes Debüt

von Marc Basten

Mittwoch, 23. August 2017 - 11:33 Uhr

Nico Elvedi war der Derbyheld mit seinem Tor und der Rettungsgrätsche, Raúl Bobadilla feierte ein stürmisches Comeback. Doch ‚Man of the match‘ war Denis Zakaria, der in seinem ersten Bundesligaspiel Eindruck hinterließ

Zakaria vor Risse (Foto: Christof Koepsel / Bongarts / Getty Images)
Zakaria vor Risse (Foto: Christof Koepsel / Bongarts / Getty Images)

Das Derby am Sonntag brachte Stoff für viele Geschichten. Da war natürlich Raúl Bobadilla, der Überraschungseinkauf der Vorwoche mit seinem Comeback. Hätte der gebürtige Argentinier sogar noch sein Tor gemacht, wäre die ‚Boba-Mania‘ wohl kaum aufzuhalten gewesen. Der Torschütze, Nico Elvedi, wurde für seinen ersten Bundesligatreffer und die anschließende Rettungsgrätsche ebenso ins Rampenlicht gezerrt – mit Recht.

Auch Matthias Ginter, immerhin der Rekordtransfer von Borussia Mönchengladbach, stand im Fokus und wusste zu überzeugen. Richtig spannend aber war im Vorfeld die Frage, wie sich der zweite Neuzugang in der Startelf, Denis Zakaria, schlagen würde. Ginter ist trotz seiner erst 23 Jahre schon ein alter Bekannter in der Liga, aber für Zakaria ist Deutschlands höchste Spielklasse absolutes Neuland. Als 20-Jähriger ausgerechnet im prestigeträchtigen Derby sein Debüt zu geben – und das noch auf einer strategisch so wichtigen Position im zentralen defensiven Mittelfeld – war durchaus eine Herausforderung.

Diese hat der junge Schweizer mit Bravour gemeistert. In der Einzelkritik war er der notenbeste Spieler (1,5), was nicht nur an seiner 100%igen Passquote lag. Wobei dieser Wert alleine schon aufhorchen lässt. Als Zentrumsspieler mit einem großen Aktionsradius 44 von 44 Pässe an den eigenen Mann zu bringen, ist alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Das ‚Gesamtpaket‘ Zakaria überzeugt

Bemerkenswert war jedoch vor allem das ‚Gesamtpaket‘, das der Schweizer Nationalspieler auf den Platz brachte. Einerseits die Aggressivität, mit der er die Bälle eroberte und mit seinen langen Beinen sicherte. Andererseits das Tempo, was er mit seinen raumgreifenden Schritten aufnahm, wenn er mit Zug in Richtung Strafraum drängte.

Natürlich klappte noch nicht alles, doch man kann sich ausmalen, was möglich ist, wenn sich Zakaria und seine neuen Mitspieler noch besser aneinander gewöhnen. Das dürfte dem Angriffsspiel der Borussia eine weitere interessante Note hinzufügen und es vor allem ein stückweit unberechenbarer machen. Die gegnerischen Abwehrspieler müssen einen mit Wucht anlaufenden Zakaria mit mindestens zwei Mann bearbeiten, was wiederum Räume öffnet. Ob für einen Doppelpass oder aber das wichtige Anspiel in die Spitze.

Eine gewisse Reife in jungen Jahren

Nach den Eindrücken der Vorbereitung bestand die Sorge, dass Zakaria möglicherweise etwas übereifrig in die Zweikämpfe gehen und so schnell ‚dumme‘ Fouls produzieren und Verwarnungskarten sammeln könnte. Im Derby hatte er sich, klammert man die unnötig resolute Grätsche gegen Bittencourt aus, sehr gut im Griff. Trotz der frühen Gelben Karte geriet er nicht einmal in den Dunstkreis eines Platzverweises. Das spricht für eine gewisse Reife in jungen Jahren und muss erwähnt werden, weil das in Gladbach auch schon mal anders war (Zitat aus der Einzelkritik: „Zakaria ist kein Xhakaria“).

Bei all dem berechtigten Lob für den Debütanten gilt es gleichwohl, den Ball flach zu halten. Zakaria wird noch eine Menge lernen müssen. Vor allem, wie er sein großes Potential bestmöglich entfaltet. Seine Spielweise ist gewissermaßen ein Drahtseilakt, bei dem viel von der Balance abhängt. So sind seine variablen Laufwege ganz klar ein Gewinn, aber gleichzeitig müssen sie so abgestimmt sein, dass nicht plötzlich die Absicherung fehlt. Gegen Köln gab es da zwei, drei Situationen, die schiefgehen konnten.

Insgesamt jedoch hat Denis Zakaria in seinem ersten Bundesligaspiel richtig Eindruck hinterlassen. Es wird spannend werden, die nächsten Entwicklungsschritte des Schweizers im Trikot der Borussia zu beobachten. Einiges spricht dafür, dass sich Borussia da ein richtiges Juwel geangelt hat.

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