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1. Runde: RW Essen - Borussia Mönchengladbach

2:1! Enges Spiel an der Hafenstraße

von Marc Basten

Freitag, 11. August 2017 - 22:30 Uhr

In einem äußerst engen Spiel setzte sich Borussia Mönchengladbach am Freitagabend in der ersten Pokalrunde bei RW Essen mit 2:1 (0:1) durch. Jonas Hofmann und Raffael drehten die Partie in den letzten zehn Minuten zugunsten der Fohlenelf.

Stindl beglückwünscht Hofmann (Photo by Christof Koepsel / Bongarts /Getty Images)
Stindl beglückwünscht Hofmann (Photo by Christof Koepsel / Bongarts /Getty Images)

Dieter Hecking schickte an der Essener Hafenstraße die Elf ins Rennen, die auch am vergangenen Freitag in Leicester im letzten Testspiel begonnen hatte. Vor Sommer bildeten Elvedi, Ginter, Vestergaard und Wendt die Viererabwehrkette, Kramer und Zakaria besetzten die Doppel-6. Auf den Halbpositionen agierten Traoré und Hazard, das bewährte Sturmduo bildeten Stindl und Raffael.

Die Borussen kamen sehr gut in die Partie, waren von Beginn an wach und hielten das Tempo hoch. Essen wurde weit in die eigene Hälfte zurückgedrängt, der Bundesligist hatte das Geschehen komplett im Griff. Der Ball lief gut durch die eigenen Reihen und es schien nur eine Frage der Zeit, bis der Gladbacher Führungstreffer fallen würde.

Doch wie gehabt fehlte den Fohlen im Strafraum der Punch, so dass sich RWE mit Glück und Geschick einem frühen Rückstand entziehen konnte. Richtig gefährlich wurde es für den Regionalligisten nur nach einer flachen Hazard-Ecke, die Stindl direkt abnahm und der abgefälschte Ball haarscharf am Tor vorbeistrich (12.).

Sorglose Verteidigung vor dem Gegentor

Diskussionswürdig war eine Szene in der 23. Minute, als Elvedi im Strafraum zu Fall kam. Der durchaus mögliche Elfmeterpfiff blieb jedoch aus. Bei der Borussia ließen mit zunehmender Spieldauer Tempo und Genauigkeit immer weiter nach, so dass sich die Essener besser zurechtfanden.

So musste Vestergaard in höchster Not gegen Platzek klären, die anschließende Ecke köpfte Zeiger knapp über den Querbalken (24.). Fünf Minuten später verloren die Borussen in der gegnerischen Hälfte den Ball und verteidigten dann ganz schlecht. Zunächst ließ man die Essener leicht durchs Mittelfeld kommen, dann gingen Wendt und Hazard auf links viel zu passiv auf den ballführenden Spieler. In der Mitte standen zwar viele Borussen, doch Elvedi ließ Baier ungehindert durchstarten und Traoré bekam in seinem Rücken nicht mit, dass der Essener heran rauschte. Ohne große Mühe köpfte Baier zur Führung für RWE ein (29.).

Essen gab der Treffer weiteres Selbstvertrauen, während sich die Borussen zusehends schwerer taten. Spielerische Leichtigkeit suchte man vergebens - genauso wie Torchancen. Ein Schuss von Traoré von der Strafraumgrenze forderte zumindest Essens Goalie Heller (31.). Pech hatte Hazard, dass sein Freistoß aus zwanzig Metern halblinks Zentimeter über den Winkel strich und auf dem Tornetz landete (38.).

Joker Hofmann besorgt den Ausgleich

Zur zweiten Halbzeit ließ Hecking sein Team unverändert, das nun wieder etwas mehr Tempo aufnehmen konnte und die Gastgeber beschäftigte. Traoré zirkelte den Ball mit rechts von der Strafraumgrenze haarscharf am Tor vorbei (53.), Stindl setzte sich energisch gegen drei Mann durch und sein Flachschuss verfehlte das Essener Gehäuse ebenso knapp (54.).

Die Gladbacher drängten weiter, doch der Regionalligist wehrte sich verbissen. Für Entlastung konnten die Essener allerdings kaum sorgen - nur in der 65. Minute musste Sommer nach einem Konter zupacken. Ansonsten spielte nur die Borussia, doch der mittlerweile überfällige Ausgleich ließ auf sich warten.

Als zwanzig Minuten vor Schluss nach einer Ecke Vestergaard, Stindl und letztlich Kramer den Ball aus dem Fünfmeterraum nicht über die Linie befördern konnten, wuchs das Unbehagen unter den Gladbacher Fans an der Hafenstraße. Doch in der 79. Minute wurden sie erlöst: Raffael passte an der Strafraumgrenze auf Stindl, der den Ball mit einem direkten Steckpass auf den eingewechselten Hofmann spielte. Hofmann scheiterte im ersten Versuch an Keeper Heller, brachte das Leder aber im zweiten Versuch im Tor unter.

Raffael dreht die Partie komplett

Essen wirkte angeschlagen, was die Borussen eiskalt ausnutzen. Traoré setzte sich auf links wunderbar durch und flankte von der Grundlinie an den zweiten Pfosten. Dort konnte sich Hazard behaupten, der den Ball quer auf Raffael legte. Der Brasilianer flammte die Kugel aus kurzer Distanz humorlos zum 2:1 unter die Latte (82.).

Borussia hatte das Spiel gedreht und brachte es auch ohne große Probleme über die Zeit. Die Essener konnten nicht mehr zulegen, die Borussen hätten durch den eingewechselten Herrmann (86.) und Stindl (91.) sogar noch weitere Treffer nachlegen können.

Am Ende zieht Borussia Mönchengladbach nach einem engen Spiel verdient in die zweite Pokalrunde ein. Die Mannschaft war an der Hafenstraße richtig gefordert und ließ mit Blick auf die Bundesliga noch einige Wünsche offen.

Kurzstatistik zum Spiel:

RW Essen: Heller - Maura, Zeiger, Meier, Unzola - Brauer, Lucas (85. Jansen) - Pröger, Baier, Grund (80. Harenbrock) - Platzek

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Elvedi, Ginter, Vestergaard, Wendt - Kramer, Zakaria (66. Hofmann) - Traoré (90. Johnson), Hazard (86. Herrmann) - Stindl, Raffael

weiter im Kader: Sippel (ETW), Bénes, Grifo, Yeboah

Tore: 1:0 Baier (29.), 1:1 Hofmann (79.), 1:2 Raffael (82.)

Gelbe Karten: Meier, Brauer, Baier - Zakaria, Kramer

Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg)

Zuschauer: 18.500 (ausverkauft)

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