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Patrick Herrmann

Für Herrmann wird es Zeit

von Marc Basten und Nadine Basten

Montag, 10. Juli 2017 - 18:33 Uhr

Patrick Herrmann steht vor einer Saison, in der er dringend einen Schritt nach vorne machen muss. Nach zwei mehr oder weniger verlorenen Jahren wird es für den 26-jährigen höchste Zeit.

Patrick Herrmann (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)
Patrick Herrmann (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)

Noch immer ist Patrick Herrmann für viele gefühlt das Eigengewächs, das sich auf den Weg macht, die Liga aufzumischen. Unvergessen sind die Zeiten, in denen er als legitimer Nachfolger von Marco Reus hochgejazzt wurde und die Tür für eine Nationalelfkarriere sperrangelweit offen stand.

Mittlerweile ist aus dem fidelen Jungspund ein 26-jähriger Profi geworden, der annäherend 200 Bundesligaspiele auf dem Buckel hat, aber immer noch auf seinen kompletten Durchbruch wartet. Neben Tony Jantschke ist er der letzte Feldspieler, der schon vor der Ära Favre da war und die Relegation am eigenen Leib miterlebte. Es wird höchste Zeit für den nächsten Schritt.

Dass die Entwicklung des Offensivspielers in den letzten Jahren ins Stocken geraten ist, liegt größtenteils am riesigen Verletzungspech. Der Kreuzbandriss vor zwei Jahren war ein echter Schock und obwohl er nicht operiert werden musste, fiel er monatelang aus. Und so richtig in die Spur fand er seitdem nicht, auch weil weitere Rückschläge dazu kamen.

Erneut großes Verletzungspech

In die abgelaufene Saison startete er durchwachsen, nachdem ihn in der Vorbereitung eine Schambeinreizung gehandicapt hatte. Er pendelte zwischen Startelf (Pokal, CL-Quali), Einwechslung und Zuschauerrolle hin und her. Bevor es richtig losging, zog er sich einen Muskelfaserriss zu und blieb vier Pflichtspiele außen vor. Erst Mitte Oktober stand er erstmals in der Liga in der Anfangsformation. Doch die Premiere gegen den HSV ging ›ziemlich in die Hose‹, wie es damals in der Einzelkritik hieß. Herrmann war völlig von der Rolle und wurde bereits zur Halbzeit ausgewechselt.

Das gleiche Schicksal drohte ihm zehn Tage später im Pokalspiel gegen den VfB Stuttgart, als er ebenfalls neben sich stand. Doch diesmal biss er sich durch und rettete sich durch eine stabile zweite Halbzeit. Wir werteten das damals als einen ›Schritt nach vorne‹.

Doch nach vorne ging es für Patrick Herrmann nicht - im Gegenteil. Neun Tage später in Berlin stand er zwar in der Startelf, wurde aber bei einem unglücklichen Zweikampf mit Vedad Ibišević schwer verletzt. Riss der Außenbänder, des vorderen Innenbands und der Syndesmose im rechten Sprunggelenk lautete die bittere Diagnose. Herrmann fiel monatelang aus und verpasste zehn Pflichtspiele inklusive eines Trainerwechsels.

Seine Auftritte glichen einem Wellental

Das neue Jahr sollte dann zumindest hinsichtlich der Verletzungsmisere besser werden. Es fing sogar ausgesprochen vielversprechend an, als Herrmann Anfang Februar gegen Freiburg in der Nachspielzeit eingewechselt wurde und gleich ein (glückliches) Tor erzielte. Es sollte jedoch sein einziger Treffer in dieser Spielzeit bleiben.

Dieter Hecking setzte Herrmann zwar mehrfach auch in der Startelf ein, doch die lange Ausfallzeit machte sich bemerkbar. Herrmann spielte nicht wirklich schlecht, doch er schaffte es nicht, beständig auf einem hohen Level zu agieren. Seine Auftritte glichen einem Wellental zwischen sehr guten Ansätzen und anfängerhaften Fehlern. Das zog sich bis zum Saisonende durch, egal ob er in der ersten Elf stand oder im Verlauf einer Partie eingewechselt wurde.

Herrmann muss ein Signal senden

Insgesamt kam Patrick Herrmann 2016/2017 zwar in 31 von 51 Pflichtspielen zum Zuge, doch nur in 15 Partien reichten die Einsatzzeiten aus, um ihn zu benoten. Insofern war es gemessen an den Ambitionen ein mehr oder weniger verlorenes Jahr.

In der neuen Saison kann es für Patrick Herrmann nur zwei Ziele geben: Endlich verletzungsfrei bleiben und dann den schon lange erwarteten nächsten Karriereschritt machen. Traditionell ist Herrmann jemand, der eher schleppend aus der Sommerpause kommt und eine gewisse Anlaufzeit braucht. Das darf er sich diesmal nicht leisten. Es gilt von Beginn an da zu sein und ein Signal an den Trainer und die Konkurrenten zu senden. Es ist an der Zeit.

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