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Nachdreher zum Bayernspiel

»Wir müssen das akzeptieren«

von Marc Basten, Nadine Basten und Jan van Leeuwen

Montag, 20. März 2017 - 06:12 Uhr

Mit Fassung trugen die Borussen das 0:1 gegen die Bayern. Eine letztlich enttäuschende Woche endete nicht mit dem erhofften Achtungserfolg, dennoch verkauften sich die angeschlagenen Gladbacher teuer gegen den Rekordmeister.

Enttäuschung nach dem Schlusspfiff (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)
Enttäuschung nach dem Schlusspfiff (Foto: Maja Hitij / Bongarts / Getty Images)

Ein wenig haderten sie dann doch, die Gladbacher Borussen. Eigentlich waren die Vorzeichen zur Partie gegen Bayern so eindeutig, dass eine Niederlage niemanden auf dem falschen Fuß erwischen konnte. Dennoch hatte man dem angehenden Meister mit einer stark ersatzgeschwächten Mannschaft über weite Strecken Paroli geboten und ihn am Ende nochmal richtig in die Bredouille gebracht.

»Dass es letztlich ein verdienter Sieg für die Bayern ist, müssen wir nicht extra betonen«, sagte Dieter Hecking beim Blick auf die Spieldaten. »Dennoch bin ich enttäuscht, dass für diesen Aufwand der Ertrag in Form eines Punktes nicht herumgekommen ist.« Erneut lief sein Team über 120 Kilometer - »trotz der Belastung der letzten Wochen.«

Die Borussen fanden gut ins Spiel, setzten erste Nadelstiche. Es ergaben sich erstaunliche Räume für Umschaltangriffe, doch die Gladbacher verschluderten mehrere. »Das ist so ein bisschen das Problem gewesen, dass wir bei dem einen oder anderen Konter nicht zum Abschluss gekommen sind und die Bälle leicht verloren haben«, sagte Hecking. »Insgesamt haben wir es in der ersten Halbzeit zu sehr nur aufs Verteidigen angelegt.«

Jonas Hofmann, der in zentraler Rolle neben Raffael begann, leitete gleich mehrere Gegenstöße ein, die er selber verdaddelte. Tony Jantschke, der sich im defensiven Mittelfeld an der Seite von Tobias Strobl abmühte, ärgerte sich: »Wir haben unsere Konter einfach schlecht ausgespielt. Selbst die Chancen der Bayern haben wir teilweise eingeleitet. Trotzdem haben wir heute alles rausgehauen.«

Nach dem bitteren Aus in der Europa League am Donnerstag zeigte die Mannschaft eine starke Reaktion. »Wir haben den Kopf nicht in den Sand gesteckt und können erhobenen Hauptes vom Platz gehen«, sagte Tobias Strobl. »Es war wichtig, dass wir den Kampf angenommen und den inneren Schweinehund überwunden haben.«

Bayern hatte deutlich mehr Spielanteile und die klareren Chancen. »Es gibt so Phasen gegen Bayern, die du überstehen musst«, sagte Jantschke. Das klappte eigentlich ganz gut, doch dann führte Thiagos Lupferpass auf Müller zum Tor des Tages. »Durch einen Stellungsfehler sind wir in Rückstand geraten«, ärgerte sich Hecking. »Aber was die Mannschaft dann nochmal rausgeholt hat, zeigt die Riesenmoral und den Charakter.«

Die Münchener zogen sich etwas zurück und überließen den Borussen den Ball. In dieser Spanne zeigte sich, dass der Rekordmeister in der Defensive durchaus verwundbar ist, wenn er beschäftigt wird. Mehrfach konnten die Bayern erst im allerletzten Moment dazwischen gehen und teilweise herrschte Panik im Strafraum der Münchener. Doch es sollte nicht sein - den Borussen blieb auch im dritten Spiel in dieser Woche ein Lucky Punch verwehrt.

»Gerade in den letzten zehn Minuten waren wir drauf und dran«, sagte Jantschke. »Aber es hat halt nicht mehr gereicht. Wir müssen das akzeptieren. Jetzt kommt eine kleine Pause, die uns guttun wird.«

»Wir werden nach der Länderspielpause neu angreifen«, kündigte Dieter Hecking an, der auf die Rückkehr einiger Leistungsträger hofft. »Wir wollen uns die Mannschaften, die hinter uns stehen, von der Pelle halten und denen, die vor uns stehen, auf die Pelle rücken. Und Berlin bleibt nach wie vor unser großes Ziel.«

In der Tabelle steht man im Moment auf der Schwelle - es kann in beide Richtungen gehen. Die Aussage, dass Borussia mit dem Abstiegskampf nichts mehr zu tun hat, gilt nicht mehr. »Das muss ich zurücknehmen«, räumte Hecking ein. »So schnelllebig ist der Fußball. Bei fünf Punkten auf den Relegationsrang ist das Thema für uns noch nicht beendet. Ich bin allerdings von der Qualität der Mannschaft zu 100 Prozent überzeugt, dass wir das schaffen werden, den Klassenerhalt zu sichern. Nur muss man sich immer wieder vor Augen führen, wie ausgeglichen diese Liga ist. Wir müssen schon noch aufpassen. Aber genauso haben wir nur fünf Punkte nach vorne. Ich bin einer, der immer nach vorne guckt und nur selten nach hinten.«

Und so wird der Rückblick auf das Bayern-Spiel wohl auch nur kurz und knackig ausfallen. Die aktive Regeneration während der Länderspielpause ist wichtiger, als dem nachzutrauern, was in der letzten Woche liegengelassen wurde.

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