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Europa League Achtelfinale: Borussia Mönchengladbach - Schalke 04

2:2 und raus!

von Marc Basten

Donnerstag, 16. März 2017 - 22:55 Uhr

Borussia Mönchengladbach trennte sich am Donnerstag trotz eines 2:0 Pausenvorsprungs mit 2:2 von Schalke 04 und schied damit aus der Europaleague aus. Ein holpriger Rasen und ein fragwürdiger Elfmeter besiegelten das Schicksal.

Am Ende setzte sich Schalke durch (Foto: Alex Grimm / Bongarts / Getty Images)
Am Ende setzte sich Schalke durch (Foto: Alex Grimm / Bongarts / Getty Images)

Dieter Hecking musste auf Lars Stindl verzichten, der mit seinen muskulären Problemen nicht rechtzeitig fit geworden war. Dafür stand Raffael nach überstandenem grippalen Infekt wieder in der Startelf.

Borussias Trainer vertraute ansonsten der bewährten Formation in Abwehr und defensivem Mittelfeld, die Außenbahnen besetzten Herrmann und Johnson.

Beide Teams starteten verhalten in die Partie, was angesichts der Ausgangslage nicht unerwartet war. Zu Beginn ging es darum, einen frühen Fehler zu vermeiden. Den leisteten sich die Schalker in der 18. Minute, als Raffael auf der linken Seite gleich mehrere Blau-Weiße stehen ließ. Der Brasilianer flankte butterweich auf den freistehenden Drmić, dessen Kopfball aus sechs Metern jedoch am Tor vorbeiflog - Fährmann war schon geschlagen.

Schalke rückte in der Folgezeit deutlich auf und presste früh. Die Borussen hatten Mühe, ein Kombinationsspiel aufzuziehen, während Schalke einigen Ballbesitz in der Gladbacher Hälfte hatte. Gefährlich wurden zunächst jedoch nur die Borussen. Raffael zog von rechts nach innen, sein strammer Schuss aus 18 Metern verfehlte das Tordreieck knapp (22.).

Fünf Minuten später glückte der Fohlenelf der Führungstreffer. Der früh für den verletzten Johnson eingewechselte Hofmann wurde auf der linken Seite gefoult, Wendt schlug den Freistoß vors Tor. Drmić verlängerte in der Mitte mit etwas Glück zu Christensen, dessen Schuss von Höwedes unhaltbar zum 1:0 abgefälscht wurde (27.).

Schalke zeigte sich nicht wirklich geschockt, schließlich hatte sich die Ausgangslage nicht großartig verändert. Nur drei Minuten nach der Gladbacher Führung hatte Goretzka den Ausgleich auf dem Fuß, doch Sommer wehrte den brandgefährlichen Schuss mit einem ›Ein-Hand-Reflex‹ ab (30.).

Schalke blieb auch danach das Team mit mehr Ballbesitz, doch wurde allenfalls latent gefährlich. Die Borussen lauerten auf den nächsten Fehler der Gäste, den diese in der zweiten Minute der Nachspielzeit des ersten Durchgangs machten. Choupo-Moting verlor am Gladbacher Strafraum den Ball gegen Christensen und die Borussen konterten. Der ballführende Dahoud hatte mehrere Abspieloptionen, doch er zog aus zwanzig Metern einfach trocken ab und sein herrlicher Rechtsschuss schlug im Schalker Kasten zum 2:0 Pausenstand ein.

Christoph Kramer blieb zur zweiten Halbzeit angeschlagen draußen, für ihn kam Tobias Strobl in die Partie. Schalke setzte nun alles auf eine Karte und drängte nach vorne. Einer Unebenheit im Gladbacher Rasen verdankten es die Gäste, dass sie bereits nach 54. Minuten wieder im Spiel waren. Ein Klärungsversuch von Vestergaard geriet nicht weit genug, Goretzka konnte aus dem Rückraum abziehen. Der Ball tickte auf dem Rasen ganz komisch auf und über Sommer hinweg ins Tor - unter normalen Umständen hätte Borussias Keeper den Ball locker abwehren können.

Schalke witterte Morgenluft und erhöhte das Tempo nochmals deutlich. Die Borussen wackelten ein paar Minuten bedenklich, bekamen dann aber wieder Zugriff. Vestergaard köpfte nach einer Wendt-Ecke aufs Tornetz (66.).

Zwei Minuten später verhalf Schiedsrichter Clattenburg den Schalkern mit einer höchst umstrittenen Elfmeterentscheidung zum Ausgleich. Strobl köpfte im Strafraum unkontrolliert Dahoud an, der sich wegdrehte, während der Ball seinen Oberarm berührte. Der englische Referee entschied zum Entsetzen der Gladbacher auf Elfmeter, Bentaleb verwandelte, wie schon in der Liga, sicher gegen Sommer (68.).

Durch dieses Elfmetergeschenk war Schalke weiter und daran sollte sich auch in den verbleibenden zwanzig Minuten plus Nachspielzeit nichts mehr ändern. Dahoud hatte noch eine Riesenchance, doch er verzog aus 16 Metern (70.). Die weiteren Angriffe der Borussen wurden zwar mit viel Herzblut vorgetragen, doch der letzte Punch fehlte. Schalke verteidigte entschlossen und sorgte mit Entlastungskontern immer wieder für Gefahr.

Am Ende reichte es für die Borussen nicht, ein holpriger Rasen und ein mehr als fragwürdiger Elfmeter besiegelten das Gladbacher Ausscheiden in Europa.

Kurzstatistik zum Spiel:

Borussia Mönchengladbach: Sommer - Jantschke, Christensen, Vestergaard, Wendt - Kramer (46. Strobl), Dahoud - Herrmann, Johnson (16. Hofmann) - Drmić (83. Hahn), Raffael

weiter im Kader: Sippel (ETW), Sow, Kolo, Elvedi

Schalke 04: Fährmann - Kehrer, Höwedes, Nastasic, Kolasinac - Geis (46. Meyer), Bentaleb (79. Stambouli) - Caligiuiri (88. Schöpf), Goretzka, Choupo-Moting - Burgstaller

Tore: 1:0 Christensen (27.), 2:0 Dahoud (45.+2), 2:1 Goretzka (54.), 2:2 Bentaleb (68. / HE)

Gelbe Karten: Raffael, Jantschke, Vestergaard, Wendt - Caligiuiri, Choupo-Moting

Schiedsrichter: Mark Clattenburg (England)

Zuschauer: 46.283 (ausverkauft)

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