Dienstag, 26. Februar 2013 - 07:23 Uhr
Marc-Andrè ter Stegen: Wurde erstmals durch einen Kopfball von Leitner geprüft, der eine einfache und dankbare Beute war. Bei der Szene die zum Elfmeter führte, hätte er möglicherweise einen Tick schneller aus dem Tor kommen können. So war er zu spät dran und bekam den Fuß nicht mehr rechtzeitig herunter. Der Strafstoß war berechtigt, die Gelbe Karte für den 20-Jährigen ebenso. Bis auf zwei, drei misslungene Abschläge mit vernünftigen Spielfortsetzungen. Klärte mit einer eher unkonventionellen Aktion mit dem Oberarm gegen Götzes Schuss aufs kurze Eck. Gut bei hohen Bällen, die er souverän pflückte oder ganz sicher faustete. Note 3,0.
Tony Jantschke: Hatte das zweifelhafte Vergnügen, sich oft mit seinem alten Kumpel Marco Reus zu duellieren. Das machte er trotz der Geschwindigkeitsnachteile sehr ordentlich. Dreimal eroberte er gegen Reus den Ball mit einem blitzsauberen Tackling und erntete dafür verdienten Szenenapplaus. Ein sehr hartes, aber eigentlich legales Einsteigen gegen Reus wurde zu Unrecht mit der Gelben Karte bestraft. Ein paar Wackler waren auch dabei, so der Querschläger am Strafraum, der nicht als Rückpass gewertet wurde. In der letzten Aktion des Spiels ließ sich der 22-Jährige von Götze beim Check zu einfach den Schneid abkaufen. Offensiv hatte Jantschke wenig Aktionen, lediglich in Gladbachs Druckphase schaffte er es mit einer Einzelaktion sogar bis zur Grundlinie. Note 3,0.
Martin Stranzl: Borussias ‚Wand‘ in der Innenverteidigung. Männlich, zweikampfstark und positionstreu bei Dortmunder Ballbesitz. Spielte die meisten Pässe aller Gladbacher, fast ausnahmslos sauber. Lieferte sich in der Endphase mit dem eingewechselten Bajner einige harte Luftkämpfe. Fast wäre dem 32-Jährigen erneut ein Tor geglückt, doch er vergab eine Riesenkopfballmöglichkeit nach einer Ecke, weil er nicht genug Druck hinter den Ball bekam und ihn nicht platziere konnte. Note 3,0.
Álvaro Dominguez: Startete mit deutlich stockendem Motor in die Partie. Offensichtlich konnte er die Nachwirkungen des Patzers von Rom nicht gleich ausblenden. Er schlug einen Ball übersicher ins Toraus und schenkte wenig später einen weiteren Eckstoß her. Dazu gab es eine ganze Anzahl unpräziser Pässe. Stark dagegen seine Rettungstat, als er im allerletzten Moment gegen Großkreutz zur Ecke klärte. Mit zunehmender Spieldauer wurde der Spanier sicherer, nach der Pause machte er es richtig gut. Auffällig war, wie er im Aufbau ständig nach links zog, Daems sich nach vorne hinter bzw. neben Wendt schob. So entstand nicht nur der Ausgleich. Note 3,5.
Filip Daems: Heimspielpremiere im neuen Jahr für den Kapitän. Führte sich mit einem Foul gegen Subotic ein. Gut, dass er bei der anschließenden ‚Rumheulerei‘ des Dortmunders nicht klein beigab. Daems zeigte ein ordentliches Stellungsspiel und mehrere gelungene Tacklings. Er schob sich immer wieder nach vorne und versuchte am Ball etwas zu inszenieren. Das klappte allerdings nur im Ansatz, manchmal standen er und Wendt sich auf den Füßen. Note 3,5.
Håvard Nordtveit: Eins der großen Sorgenkinder der letzten Partien präsentierte sich gegen den BvB deutlich stabiler und weniger fehlerbehaftet. Beim Spielaufbau ließ er sich im Wechsel mit Marx oft weit zurückfallen. Was fehlte, war das konsequente Nachrücken bei Ballgewinnen, so dass der Abstand zu den Stürmern meist zu groß war. Nach der Pause klappte dies etwas besser und der Norweger verzeichnete ein paar Offensivaktionen. So seine als Flanke gedachte Bogenlampe, die Weidenfeller fast überrascht hätte. Der 22-Jährige war aktiv und griffig wenn es darum ging, die Räume für Reus & Co. zu versperren. Note 3,5.
Thorben Marx: Auch dem Routinier unterliefen weniger Fehler als in den letzten Partien. Seine Pässe waren großteils okay, selbst wenn er viele Bälle postwendend an den Absender zurückgab. Manchmal reagierte er etwas panisch bei Aufräumaktionen unter Bedrängnis. Auch Marx verpasste es im ersten Durchgang, nach Ballgewinnen den Anschluss nach vorne herzustellen. Das klappte nach der Pause besser, als sich der 31-Jährige mehrmals dribbelnd an und in den Dortmunder Strafraum bewegte. Marx, laufstärkster Akteur auf dem Platz, holte sich die Gelbe Karte für ein ziemlich rüdes Foul an Götze ab. Note 3,5.
Lukas Rupp: Ein sehr laufintensives Spiel für den 22-Jährigen, dessen oberste Priorität die Unterstützung von Jantschke gegen Reus war. Das machte Rupp sehr aufmerksam. Nur bei der Aktion vor dem Elfmeter bemerkte er zu spät, dass Reus zwischen die Linien ‚kroch‘ und frei stand. Rupp lief zwar hinterher, bekam Reus aber nicht mehr zu packen. Insgesamt tat seine unermüdliche Laufarbeit der Stabilität des Teams sehr gut. Am Ball mit einigen gelungenen Aktionen, z.B. direkte Weiterleitungen auf Hanke mit dem Außenrist. Nach der Pause zu Beginn der Drangphase die treibende Kraft mit mehreren guten Antritten. Leider schaffte es Rupp auch diesmal nicht, die Aktionen erfolgreich abzuschließen. Oft lief er mit dem Ball in Gegner, unschlüssig, was er machen sollte. Er muss einfach in der letzten Instanz mehr Klarheit in seine Aktionen bekommen. Ansonsten stehen Aufwand und Ertrag in einem zu großen Missverhältnis. Note 3,5.
Oscar Wendt: Diesmal im linken Mittelfeld als ‚Vertreter‘ des verletzten Juan Arango aufgeboten. Zunächst hatte der Schwede deutliche Schwierigkeiten, seine Position zu finden. Bei Gladbacher Ballbesitz war er oft nicht anspielbar, in der Rückwärtsbewegung schnell überspielt. Vor allem, wenn er für den nachrückenden Daems die Tür öffnete und selbst den Weg in die Mitte suchte, kam er nicht zum Zuge. Nach der Pause, als Wendt mehr an der Außenlinie blieb, wurde er deutlich aktiver und immer mehr eingebunden. Einige gute Angriffe wurden über seine Seite initiiert. Hier überzeugte der 27-Jährige mit Athletik und Technik. Nicht von ungefähr, dass der Ausgleich von Wendt – wenn auch mit etwas Glück – vorbereitet wurde. Note 3,5.
Amin Younes: Eigentlich ist man gehalten, ihn vor übertriebener Lobhudelei zu schützen. Andererseits hat der 19-Jährige eine blitzsaubere Partie hingelegt und wirklich Eindruck hinterlassen. Er war auch nüchtern betrachtet der absolut herausragende Gladbacher. Sofort mit dem ersten Dribbling setzte er eine Duftmarke. Aber es waren nicht nur seine Sololäufe, sondern vor allem der ausgezeichnete Blick für die Nebenspieler und die perfekten Pässe im wirklich idealen Moment, die für Begeisterung sorgten. Das war richtig intelligenter Fußball, den ‚dat Männeke‘ da zeigte. Imponierend seine enge Ballführung und dass er sich bei Körperkontakt durch die kantigen Dortmunder überhaupt nicht beeindrucken ließ, sondern sehr stabil dagegen hielt. Selbst vor Luftduellen mit zwei Köpfen größeren Gegenspielern drückte er sich nicht. Und auch nach hinten arbeitete er weitaus besser als erwartet mit. Younes brachte das, was Borussia zuletzt so abging: Tempo, Spielwitz und Unberechenbarkeit. Toll, dass er sich mit dem Tor belohnen konnte. Wichtig wird nun sein, dass Trainer und Verantwortliche ihn ganz aufmerksam fördern und fordern und nicht abheben lassen. Verstecken müssen sie dieses Juwel allerdings nicht mehr. Note 1,0.
Mike Hanke: Kam überhaupt nicht gut ins Spiel. Viele ungenaue Weiterleitungen sorgten für schnelle Ballverluste, nach einer Annahme in günstiger Position ließ er sich von Reus den Ball vom Fuß wegnehmen. Zunächst nur mit Defensiv-Kopfbällen nach Dortmunder Standards überzeugend. Der 29-Jährige biss sich in die Partie, ließ einmal Schmelzer schön ins Leere laufen. Nach der Pause, als endlich etwas mutiger nach vorne gespielt wurde, war Hanke oft mittendrin, ohne sich jedoch entscheidend durchsetzen zu können. Als sich die Auswechslung anbahnte, zog Hanke nochmal das Tempo hoch. Es bewahrte ihn letztlich nicht vor der Ablösung durch de Jong nach 63 Minuten. Note 4,0.
Luuk de Jong: War sofort im Spiel, profitierte natürlich auch von der insgesamt wesentlich aktiveren Ausrichtung der Mannschaft. Hielt mehrfach den Ball und legte gut ab. Nach Nordtveit-Ecke köpfte er knapp über das Tor. Genial sein Zuspiel auf Mlapa in der Schlussminute. Ohne Note.
Peniel Mlapa: Kam 10 Minuten vor Schluss und brachte ein Stück körperliche Wucht gegen die keinesfalls sattelfest wirkende Dortmunder Abwehr ein. Hatte die große Chance zum 2:1 nach dem Traumpass von de Jong, als er genau im richtigen Moment startete und alle Vorteile auf seiner Seite hatte. Vielleicht hätte er direkt abziehen sollen, doch er umkurvte Weidenfeller und driftete dabei den entscheidenden Meter zu weit nach außen ab, so dass er den Schuss nur noch ans Außennetz setzte. Ohne Note.
Roel Brouwers: Wurde in der Nachspielzeit gebracht und durfte auf dem Platz zuhören, wie der Schiedsrichter beim unmittelbar auf die Einwechslung folgenden Abschlag abpfiff, als der Ball in der Luft war. Eine fehlerlose Partie von Brouwers.