Sonntag, 24. Februar 2013 - 22:31 Uhr
TF: Warst Du überrascht von der Entscheidung des Trainers, dass du nicht spielst?
Luuk de Jong: Nein, ich habe am Donnerstag und auch letzte Woche über 90 Minuten gespielt.
TF: War das die Begründung vom Trainer?
Luuk de Jong: Er hat es nicht begründet. Er sagte uns nur, dass mit Mike und Amin angefangen wird. Er teilte mit, dass ich in den letzten dreißig Minuten reinkommen könnte und mich darauf vorbereiten sollte. So ist es dann auch gekommen. Vielleicht sprechen wir da noch drüber.
TF: Wie gehst Du damit um, wenn Du zunächst draußen sitzt?
Luuk de Jong: Es herrscht große Konkurrenz bei uns im Sturm mit Mlapa, Hanke und Younes , der es gut gemacht hat. Dazu noch Herrmann der vorne spielt. Wir haben da viel Auswahl und ich denke, es ist gar nicht so schlecht zu rotieren. Die Saison dauert noch lange. Man will als Profi zwar immer von Anfang an dabei sein, aber als ich bei Twente immer gespielt habe, gab es auch Momente in denen ich eine kleine Pause herbeisehnte. Wenn du reinkommst, gibst du halt alles fürs Team. Ich hatte heute noch eine Kopfballmöglichkeit nach einer Ecke, die knapp drüber ging und fast einen goldenen Assist. Wenn es mal nicht so läuft, sollte man nicht den Kopf hängen lassen, sondern hart kämpfen für die Mannschaft.
TF: Was sagst du zur Leistung deines Kollegen Amin Younes?
Luuk de Jong: Amin ist ein sehr trickreicher Typ, der gerne die Spitzen sucht und bedient, gut mitkombinieren kann und sehr ballfest ist. Einfach ein kleiner Bursche, der schnell am Ball ist. Das hat er gezeigt und ich freue mich für ihn, dass er sogar ein Tor erzielt hat. Das gönne ich ihm von ganzem Herzen, denn er hat während der ganzen Saison schon darum gekämpft, mal von Beginn an spielen zu dürfen. Dann so zu spielen und zu treffen, das ist schon stark.
TF: Ihr beide seid privat auch oft zusammen, oder?
Luuk de Jong: Stimmt, auch außerhalb des Platzes verstehe ich mich mit Amin sehr gut. Wir gehen hin und wieder gemeinsam essen. Ein Kamerad könnte man sagen.
TF: Musst du dann die Hälfte seiner Portion dazu essen?
Luuk de Jong: Nein, nein, das hält sich in Grenzen. Er kann gut und viel essen. (..lacht..)
TF: Wie hast du die angebliche Abseitssituation gesehen beim Tor? Die Dortmunder haben reklamiert ...
Luuk de Jong: Als der Ball kam, habe ich hinter mich geschaut und sah, dass Santana nach vorne lief. Weil ich im Abseits war, bin ich wieder weggelaufen. Weil Oscar dann zum Ball lief, war es meiner Meinung nach auch kein Abseits. Es ist generell schwer zu beurteilen für die Schiedsrichter, ob und wann einer nicht mehr am Geschehen teilnimmt.
TF: Wer wird Vizemeister?
Luuk de Jong: Bayern ist fantastisch, auch wenn sie mal nicht so gut spielen, gewinnen sie dennoch ihre Spiele. Das macht wohl den Unterschied aus. Aber Dortmund ist und bleibt eine tolle Truppe. Das zeigen sie auch in der Champions League. Es ist normal, dass man nicht jede Saison Meister werden kann. Ich erwarte auf jeden Fall, dass der BvB Zweiter wird.
TF: Bist du mittlerweile ein richtiger Bundesligaspieler, von der Spielweise her?
Luuk de Jong: Klar, ich spiele in dieser Liga. Geändert vom Stil her habe ich mich nicht wirklich, denke ich. Es ist zwar ein anderes System, doch schlussendlich spielen auch wir vorne mit zwei Leuten. In Enschede kam die Nummer 10 hinter dir oft dazu. Dort gab es jedoch mehr Flanken von den Außen. Doch auch bei Twente habe ich gezeigt, dass ich kombinierend durch die Mitte ebenfalls Erfolge feiern konnte. Insgesamt liegt das Tempo in Deutschland höher und man wird physisch stärker gefordert. Deswegen habe ich diesen Schritt gemacht, um besser zu werden.
TF: Wärst du enttäuscht, wenn diese Saison kein Europa League-Platz erreicht wird oder reicht dir ein einstelliger Tabellenplatz, den der Verein als Ziel nennt?
Luuk de Jong: Ja, das würde mich extrem ärgern. Ich denke, das ganze Team würde dies ärgern. Es ist eine schöne Erfahrung, nicht nur für uns Spieler, die sich dadurch verbessern, weil man mehr Spiele auf hohem Niveau bestreitet, sondern auch für unsere Fans, das hat man während der ganzen abgelaufenen Tournee gemerkt. Egal was der Verein genau als Ziel ausgibt, wir Spieler wollen das selbstverständlich wieder erleben und es ist auch möglich, denn alle stehen noch eng zusammen. Es wird nicht einfach, doch wir werden alles daran setzen, dies wieder zu erreichen.
TF: Ein Wort noch zu Marco Reus …
Luuk de Jong: Reus wird man hier nicht so schnell vergessen. Er ist ein anderer Typ Spieler als ich. Der Beste in der Liga momentan. Toll, wie er alles mit Technik in höchster Geschwindigkeit macht. Echt klasse.