Donnerstag, 21. Februar 2013 - 20:50 Uhr

Lucien Favre vertraute auf seine vermeintlich stärkste Elf und ließ diese im 4-3-3 (4-5-1) auflaufen.
Angesichts der Ausgangslage – Borussia musste die Partie gewinnen – überließ Lazio in den ersten Minuten den Gästen die Spielkontrolle. Der Ball lief ganz ordentlich durch die Reihen der Gladbacher, ohne dass man sich dabei dem gegnerischen Strafraum annäherte.
Geduld wollten die Gäste aufbringen und die Lücke für das Tor des Tages suchen. Doch dieses Unterfangen machten sie sich bereits nach zehn Minuten selbst zunichte. Vor dem eigenen Strafraum spielte Stranzl einen Querpass auf Dominguez. Der Spanier ließ den Ball bei der Annahme etwas verspringen und hatte zudem überhaupt nicht auf Candreva in seinem Rücken geachtet. Der Römer übernahm das Leder, lief alleine auf ter Stegen zu und ließ Borussias Keeper mit einem Rechtsschuss keine Chance.
Ter Stegen regte sich fürchterlich auf, während bei den übrigen Borussen kollektiv der Kopf nach unten ging. Rom machte es sich nun noch gemütlicher in der eigenen Hälfte und lauerte auf Konter, während die Gladbacher nur halbherzig agierten.
Lazio hatte alles im Griff, die Offensivbemühungen der Gäste waren nicht als solche zu bezeichnen. Und es kam noch schlimmer, weil die Borussen auch in der Rückwärtsbewegung abwesend waren. So ließ Nordtveit Radu ohne Gegenwehr aus zwanzig Metern zum Abschluss kommen. Ter Stegen konnte den Flachschuss nicht festhalten, lenkte ihn zur Seite in Richtung des heranstürmenden Gonzalez ab. Und da Wendt zu spät schaltete, konnte der Römer das Leder aus kurzer Distanz unter die Latte wuchten (33.).
Nach einer halben Stunde war die Partie also praktisch gelaufen, ohne dass die Borussen auch nur eine Torchance hatten. Lucien Favre stellte unmittelbar nach dem zweiten Gegentor auf 4-4-2 um, am harmlosen Offensivspiel änderte dies nichts.
Und fast mit dem Pausenpfiff wäre Lazio fast der dritte Treffer geglückt. Es war eine Kopie des zweiten Tores. Nach einem Distanzschuss, den Nordtveit mit einem Fehler ermöglichte, wehrte ter Stegen wieder zur Seite ab. Diesmal war Wendt zur Stelle und verhinderte den Rebound.
Ohne einen Torschuss abgegeben zu haben, verschwanden die Borussen in der Kabine. Schon kurz zuvor gab es Pfiffe aus der Kurve der konsternierten Gladbacher Fans.
Mit Beginn der zweiten Halbzeit nahm Lucien Favre keine Wechsel vor. Leider änderte sich auch am Spiel nichts. Die ersten Gelegenheiten hatte Lazio, Stranzl rettete einmal in höchster Not.
Nach 52 Minuten folgte dann der erste Wechsel, allerdings notgedrungen. Arango, der in der ersten Halbzeit einen Schlag auf den Fuß bekommen hatte, musste vom Platz und wurde von Younes ersetzt.
Der Youngster brachte immerhin mit einem Dribbling mal etwas Verwirrung in die Lazio-Abwehr, ehe die Borussen wieder in kollektive Hilflosigkeit verfielen. In der 66. Minute folgte nach der ersten Ecke (von Younes herausgeholt), der erste (!) Torschuss der Fohlenelf – Martin Stranzl versuchte es mit einem Flachschuss aus der zweiten Reihe, Lazios Keeper war zur Stelle.
In der 77. Minute versuchte Younes, der sich den Ball zu weit vorlegte, im Duell mit Lazio-Keeper Marchetti noch einen Elfmeter zu schinden, doch der Schiedsrichter fiel nicht darauf herein und zeigte ihm zurecht die Gelbe Karte.
Es gab dann sogar noch so etwas wie eine Schlussoffensive der Borussia. Allerdings kam diese viel zu spät und brachte neben einem Torschuss von de Jong und einem Kopfball des eingewechselten Hanke nach einer Ecke auch nichts Zählbares ein. Und Hanke nahm auch ein Geschenk von Machetti in der Nachspielzeit nicht an.
So endete das Abenteuer Europa für Borussia Mönchengladbach ziemlich sang- und klanglos bei Lazio Rom. Trotz der großen Unterstützung der Fans im Stadio Olimpico.
Kurzstatistik zum Spiel:
Lazio Rom: Marchetti – Konko, Biava, Cana, Radu – Ledesma – Candreva (82. Pererinha), Gonzalez (69. Onazi), Hernanes, Lulic - Floccari (78. Kozak)
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Stranzl, Dominguez, Wendt – Nordtveit, Marx (78. Xhaka), Cigerci (69. Hanke) - Herrmann, de Jong, Arango (52. Younes)
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Daems, Brouwers, Rupp
Tore: 1:0 Candreva (10), 2:0 Gonzalez (33.)
Gelbe Karten: - Younes
Schiedsrichter: Huseyin Gocek
Zuschauer: 30.000