Montag, 21. Januar 2013 - 07:33 Uhr
Marc-André ter Stegen: Borussias Keeper sah sich in Sinsheim alles andere als einem Dauerfeuer ausgesetzt. Doch trotz der über weite Strecken harmlosen Hoffenheimer Offensivreihe wurde der 20-Jährige zweimal richtig gefordert. Einen gefährlichen Schuss in der ersten Halbzeit parierte er, genauso wie die Großchance von Weis kurz vor Schluss. Da rettete er den Punkt für sein Team. Darüber hinaus sicher, sowohl bei hohen Bällen unter Bedrängnis als auch im Timing beim Herauslaufen. Note 2,0.
Tony Jantschke: Der Mann mit den meisten Ballkontakten auf dem Platz. Der 22-Jährige wählte meist die sichere Kombination, die Ballbesitz garantierte. Er schaltete sich zwar einige Male mit nach vorne ein, kam jedoch nicht wirklich zum Flanken. Mehrfach bot er sich an, indem er früher einrückte, was letztlich aber auch keinen echten Vorteil brachte. Er war solide und aufmerksam in der Basisarbeit, nur einmal in der zweiten Halbzeit unterlief ihm ein Stellungsfehler. Note 3,0.
Roel Brouwers: Ersetzte kurzfristig den erkrankten Martin Stranzl und führte die Mannschaft erstmals in der Bundesliga als Kapitän auf den Platz. Dort lieferte er gewohnt ruhige und besonnene Arbeit ab, wobei er von den Stürmern der Gastgeber nicht sonderlich gefordert wurde. Im Aufbauspiel beließ es der 31-Jährige meist beim sicheren Kurzpass. Zwanzig Minuten vor Schluss hätte er zum Matchwinner avancieren können, als er nach einer Ecke frei stehend zum Kopfball kam. Leider rutschte der Ball ihm über die Locken. Note 3,5.
Álvaro Dominguez: Räumte solide und kompromisslos auf, wenn sich der Ball in der Gefahrenzone befand. Gegen Weis im Strafraum nahm der Spanier etwas zu viel Risiko und hatte Glück, dass der Schiedsrichter sein Einsteigen als nicht elfmeterwürdig wertete. Im Aufbauspiel agierte er gewagter als Nebenmann Brouwers, wobei er bis auf wenige Ausnahmen ordentliche Pässe im Repertoire hatte. Ein wenig hatte es den Anschein, als ob der 23-Jährige ob des zögerlichen Spiels seiner Vorderleute unruhig wurde. Zwei-, dreimal ging er über die Mittellinie, traute sich dann aber doch nicht, komplett durchzustarten. Note 3,0.
Oscar Wendt: Wirkte in der ersten Halbzeit leicht unkonzentriert, vor allem im Spiel nach vorne ging der Schwede eher träge zu Werke. Er zeigte sich zwar in der gegnerischen Hälfte, kam allerdings nicht zum Flanken und lief sich meistens gegen Beck fest. Dazu unterliefen ihm einige flapsige Fehlpässe. So spielte er einmal den gut in Position gelaufenen de Jong ganz schwach an. Nach der Pause zeigte sich der 27-Jährige deutlich verbessert. Besonders in der stärksten Phase um die 60. Minute herum mit einer guten Direktflanke aus der Luft und weiteren ordentlichen Hereingaben. Im zweiten Durchgang überzeugte er zudem mit nahezu perfektem Stellungsspiel in der Defensive und unaufgeregter Ballbehandlung. Note 3,0.
Håvard Nordtveit: Wie gewohnt der Kilometerfresser, allerdings lange nicht so auffällig wie zum Ende der Hinrunde. Im Kombinationsspiel auf engem Raum auch mangels Anspielstationen schnell mit dem Latein am Ende, konnte sich der Norweger nur selten durchsetzen. Der 22-Jährige blieb ohne Tordrang und folglich ohne Abschluss. Das variablere Spiel im Mittelfeld mit dem um ihn herumschwirrenden Cigerci schien Nordtveit etwas auszubremsen. Note 3,5.
Thorben Marx: Auch Marx lieferte als zweiter Sechser bzw. als zentrale Absicherung nach der Systemanpassung eine solide Leistung ab. Er war gewohnt fleißig und lief die Räume gut zu. Am Ball mit ein paar Ansätzen, u.a. eine gute Einzelaktion mit leider misslungenem Abschluss. Ingesamt fehlt es bei ihm am Überraschungsmoment. Die meisten Aktionen des 31-Jährigen lassen sich schon durch seine Körperhaltung für den Gegner einfach ausrechnen. Note 3,5.
Tolga Cigerci: Startete mit einem leichtsinnigen Fehlpass in die Partie und wirkte in der Folgezeit hyperaktiv. Zwar belebte der 20-Jährige das ansonsten so träge Spiel der Borussen durchaus, doch bei allem Eifer unterliefen ihm zu viele Fehlpässe und (zum Glück) unbestrafte einfache Ballverluste. Als er nach der Umstellung von der rechten Seite weggezogen wurde, trieb er sich überall herum. Er wollte mit den ständigen Positionswechseln für Variabilität sorgen, doch ging er dabei etwas zu sorglos mit dem Besetzen der jeweiligen Zonen um. Das bremste vor allem Nordtveit und auch mit Arango harmonierte er nicht wirklich. Letztlich brachte seine übertriebene Gewolltheit nicht wirklich viel ein. Gut, dass er sich ein paar Mal in Schussposition brachte, ganz schlecht jedoch seine Abschlüsse. Note 4,5.
Juan Arango: In Hoffenheim wartete man vergeblich auf die genialen Momente des Venezolaners. Es wollte ihm nicht viel gelingen, er fand nur ganz selten einen Zugang zum Spiel. Vor allem nach der Umstellung auf das 4-1-4-1 wirkte er nicht glücklich. Mehrfach wurde er nicht mit eingebunden bzw. hatte er bei Ballbesitz wenig Möglichkeiten, eine flotte Kombination zu starten oder einen Stürmer zu schicken. Nach der Pause über weite Strecken über rechts unterwegs, aber auch hier nicht wirklich in der Partie. Ausnahme sein wunderbarer Pass von rechts auf de Jong zu dessen Chance. Note 4,0.
Patrick Herrmann: Begann als zweite Spitze, sah jedoch in dieser Rolle kein Land. Nach einer Viertelstunde ging er auf die rechte Seite, in der zweiten Halbzeit probierte er es einige Zeit auch über links. Insgesamt fehlte es dem 21-Jährigen an der Bindung zum Spiel. Auffällig, dass er sich bei direkten Duellen gegen die kantigen Hoffenheimer Innenverteidiger sehr einfach wegdrücken ließ. Nach dem Wechsel mal mit ein paar Antritten, doch bei dem ingesamt auf Risikovermeidung ausgerichteten Spiel gab es zu wenig Unterstützung. Sorgte mit einem unbedachten Querpass vor dem eigenen Strafraum für eine gefährliche Hoffenheimer Aktion. Note 3,5.
Luuk de Jong: Auch in seinem ersten Startelfeinsatz nach der langen Verletzungspause kein passendes Teil des Favre-Puzzles. Als ‚Wandspieler‘ zwar mit ein paar guten Ballbehauptungen, aber auch mit dem einen oder anderen technischen Fehler. So verstolperte der 22-Jährige in eigentlich günstiger Position einen Konter. Dass der Niederländer trotz des ganzen Ballbesitzes nur einmal wirklich gut eingesetzt wurde, ist ihm nicht anzulasten. Nach Arangos feinem Pass schloss er nach guter Ballannahme direkt ab und verpasste nur knapp. Wer einen Stürmer hat, der so zielstrebig den Abschluss sucht und finden kann, muss ihn schlichtweg mehr füttern. Note 4,0.
Peniel Mlapa: Erhielt an alter Wirkungsstätte etwas überraschend den Vorzug vor Mike Hanke als Ablösung von de Jong. Werbung in eigener Sache konnte der 21-Jährige allerdings nicht machen. Einmal lief er leicht desorientiert mit dem Ball ins Seitenaus. Seine beste Szene war ein Defensivkopfball in der Schlussphase. Ohne Note.
Lukas Rupp: Kam in der Nachspielzeit, als der Punkt über die Zeit gebracht werden sollte. Ohne Note.