Samstag, 19. Januar 2013 - 17:31 Uhr
Zum Rückrundenauftakt musste Borussias Trainer Lucien Favre in Sinsheim auf Martin Stranzl verzichten. Der Österreicher fehlte kurzfristig wegen einer Erkrankung. Für ihn spielte Roel Brouwers, der die Mannschaft auch als Kapitän aufs Feld führte.
Ansonsten änderte Favre seine Startformation gegenüber dem Remis in München vor der Winterpause noch auf einer weiteren Position: Luuk de Jong übernahm für Mike Hanke die Rolle der zentralen Spitze.
Allerdings entwickelte sich ein ganz anderes Spiel, als noch in München. Denn Hoffenheim bediente sich der Gladbacher Taktik aus dem Herbst: Sie überließen dem Gegner die Ballkontrolle, konzentrierten sich auf ein kompaktes Abwehrverhalten und lauerten auf Konter.
Die Favre-Truppe wusste nicht so recht, was sie mit dem ganzen Ballbesitz anfangen sollte. Gegen die aufmerksam verschiebenden Hoffenheimer schafften es die Borussen nicht, Tempo aufnehmen und schnell zu kombinieren. So gab es schier endlose Ballstafetten, die letztlich in Ballverlusten endeten.
Daran änderte auch eine Systemumstellung auf ein 4-1-4-bzw. das Favre’sche 4-3-3 nach einer Viertelstunde nichts. Es gab keine vernünftigen Anspiele in die Tiefe, dazu versandeten alle Flankenversuche. So hatte die schwächste Abwehr der Liga keine Mühe, Gefahr vom eigenen Tor fernzuhalten. 74% Ballbesitz hatten die Borussen im ersten Durchgang, ein gefährlicher Torabschluss sprang nicht dabei heraus.
Hoffenheim wirkte bei den wenigen Angriffen zielstrebiger als die Fohlen, konnte jedoch die eine oder andere Verwirrung in Gladbachs Hintermannschaft nicht nutzen. Firmino (6. u. 20.) näherte sich zumindest zweimal gefährlich dem Kasten von Marc-André ter Stegen.
Zur zweiten Halbzeit kamen beide Mannschaften in unveränderter Formation zurück aufs Feld und auch am Spielgeschehen änderte sich nichts. Hoffenheim wartete ab, die Borussen versuchten etwas zu inszenieren, doch es fehlte nach wie vor das Tempo und die Tiefe.
Bis zur 60. Minute, denn da spielte Juan Arango von der rechten Seite einen wunderbaren Pass auf Luuk de Jong. Der Niederländer nahm den nicht leicht zu verarbeitenden Ball sehr gut an und mit, seine Direktabnahme flog knapp über den Querbalken.
Das war Borussias bis dahin beste Gelegenheit, wie wurde allerdings zehn Minuten später noch getoppt. Nach einer Ecke von Nordtveit kam Brouwers komplett frei zum Kopfball. Doch dem Niederländer rutschte der Ball etwas über die Locken und flog am Tor vorbei – die Riesenchance war dahin.
Hoffenheim, das bis dahin im zweiten Durchgang offensiv überhaupt nicht in Erscheinung getreten war, kam dann sehr überraschend zu einer hochkarätigen Möglichkeit. Weis scheiterte letztlich am hervorragend reagierenden ter Stegen (76.).
Auch wenn die Gastgeber genauso wie die Borussen in der Schlussphase das letzte Risiko mieden, hatten sie noch die Gelegenheit, die Partie zu entscheiden. Der eingewechselte Joselu kam nach einem Durcheinander in Gladbachs Abwehr am Elfmeterpunkt zum Schuss. Der Ball flog durch die Beine von Wendt, zum Glück auch am Tor vorbei (85.).
Am Ende mussten die Borussen froh sein, den einen Punkt mit nach Hause nehmen zu können. Allerdings hätten die Gladbacher mit etwas mehr Kreativität durchaus alle Zähler erreichen können.
Kurzstatistik zum Spiel:
1899 Hoffenheim: Wiese - Beck, Delpierre, Vestergaard, Johnson - Weis, Salihovic (36. Williams) - Roberto Firmino (73. Grifo), Volland, Usami – Derdiyok (83. Joselu)
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Brouwers, Dominguez, Wendt – Marx, Nordtveit – Cigerci, Arango – Herrmann (90.+1 Rupp), de Jong (77. Mlapa)
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Daems, Hanke, Xhaka, Korb
Tore: Fehlanzeige
Gelbe Karten: Vestergaard, Weis, Usami – Brouwers, Herrmann
Schiedsrichter: Peter Sippel (München)
Zuschauer: 26.000