Mittwoch, 09. Januar 2013 - 18:22 Uhr
Im ersten Testspiel im Rahmen des Trainingslagers in Dubai traf Borussia Mönchengladbach am Mittwoch auf den Hamburger SV. Borussias Trainer Lucien Favre wollte die Partie gegen den Ligakonkurrenten nutzen, um noch einige Dinge zu probieren. »Wir werden mit einer Mischung spielen«, kündigte er an.
So wurde dann auch kräftig gemischt – die Viererabwehrkette vor ter Stegen wurde von Korb, Brouwers, Dominguez und Daems gebildet. Xhaka und Ring gaben die Doppel6, Arango und Rupp spielten auf den Seiten. Und Herrmann und Mlapa agierten als Doppelspitze.
Im Stadion „The Sevens“ am Rande der Wüste in Dubai entwickelte sich von Beginn an ein typisches Vorbereitungsspiel. Beide Teams hielten das Tempo in Grenzen und verzichteten in den Zweikämpfen auf ein richtig hartes Einsteigen.
Dennoch war es nicht so, dass nur locker gekickt wurde, denn sowohl die Hamburger, als auch die Borussen liefen die Räume aufmerksam zu und erschwerten dem Gegner den Spielaufbau. Zu Beginn der Partie machten die Fohlen den besseren Eindruck, blieben mit ihren Kombinationen jedoch zu harmlos. Ein Torabschluss von Mlapa stellte HSV-Keeper Adler vor keine großen Schwierigkeiten.
In der 13. Minute fiel der Führungstreffer für den HSV, der bis dahin gar nicht vor dem Gladbacher Tor aufgetaucht war. Nach einer Ecke von rechts vermochten Korb und Rupp nicht zu klären, Badelj profitierte und verwandelte den ‚zweiten Ball‘ zur Hamburger Führung.
Danach war das Spiel ausgeglichen, kurz darauf auch vom Ergebnis her. Mancienne legte Herrmann im Strafraum und der Schiedsrichter entschied zurecht auf Elfmeter. Filip Daems, Borussias Mister Elfmeter, verwandelte gegen Adler bombensicher (27.)
Das Remis spiegelte sich auch danach in den Spielanteilen wider. Arango aus der Distanz hüben, Son mit einem Weitschuss drüben, hatten Halbchancen. Dass der HSV mit einer Führung in die Pause gehen konnte, lag am Treffer von Rudnevs, der ter Stegen im kurzen Eck überlistete (39.).
Zur zweiten Halbzeit wechselte Lucien Favre fast komplett durch, lediglich Roel Brouwers blieb auf dem Feld. Neben ihm bildeten Jantschke, Stranzl und Wendt die Viererkette vor Heimeroth. Die Doppel6 wurde vom gewohnten Duo Nordtveit und Marx besetzt, Hrgota und Cigerci übernahmen die Halbpositionen. Younes und de Jong probierten es vorne.
Die zweite Halbzeit begann schwungvoll. Cigerci verpasste aus der Distanz knapp, auf der anderen Seite musste Heimeroth nach einem Son-Schuss eingreifen. Die Borussen waren aktiver als der HSV, den Angriffen fehlte es allerdings an Durchschlagskraft. Vor allem Luuk de Jong konnte sich in den direkten Duellen kaum durchsetzen. So blieb ein Distanzschuss von Marx, der den Torwinkel nur knapp verfehlte, lange Zeit der einzige nennenswerte Torabschluss.
Auffällig auf Gladbacher Seite der junge Branimir Hrgota, der einige ‚freche‘ Aktionen hatte. So leitete er in der 71. Minute einen schönen Angriff selbst ein und schloss ihn mit einem Schuss an die Unterkante der Latte ab.
Das war Pech für die Borussen, die sich aufgrund des betriebsameren Spiels den Ausgleich verdienten. Nach einem sehenswerten Angriff über Cigerci und Wendt passte der Schwede den Ball flach in den Strafraum zurück, wo sein Landsmann aus 13 Metern wuchtig vollendete (86.).
Mit diesem Ergebnis trennten sich beide Teams bereits in der Hinrunde der Bundesliga. War das Remis in der Liga sehr glücklich für die Fohlen, darf es diesmal als leistungsgerecht bezeichnet werden.
Trainer Lucien Favre sagte anschließend: »Ich habe ein paar gute Aktionen gesehen. In der zweiten Halbzeit haben wir mehr nach vorne probiert, die linke Seite war gut«.
Beim Treffer von Hrgota sprang Favre erfreut auf und jubelte. »Ja, es war auch ein schönes Tor von Branimir«, sagte Favre. Insgesamt fand der Coach die Leistung für das erste Spiel im Jahr »okay», kritisierte jedoch die unnötigen Ballverluste und den verunglückten Befreiungsschlag von Korb vor dem ersten Hamburger Tor.
Die Erklärung, warum sowohl Mike Hanke als auch Igor de Camargo nicht berücksichtigt wurden, mutete alsdann etwas eigenartig an. Im Falle Hanke begründete Favre die Nichtnominierung nachvollziehbar mit dem Trainingsrückstand nach Krankheit. Im Falle de Camargo meinte Favre lediglich lapidar, er habe zu viele Stürmer ähnlicher Prägung.
Martin Stranzl lobte derweil besonders Tolga Cigerci, der »mit seinem Tempo auf der linken Seite« besonderen Schwung ins Spiel brachte. Das war aufgrund des »stumpfen und holprigen Rasen« nicht ganz einfach.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach Halbzeit 1: ter Stegen - Korb, Brouwers, Dominguez, Daems - Xhaka, Ring - Arango, Rupp - Herrmann, Mlapa
Borussia Mönchengladbach Halbzeit 2: Heimeroth – Jantschke, Stranzl, Brouwers (74. Dams), Wendt – Nordtveit, Marx – Hrgota, Cigerci – Younes, de Jong
Tore: 0:1 Badelj (13.), 1:1 Daems (27. FE), 1:2 Rudnevs (39.), 2:2 Hrgota (86.)
Zuschauer: ca. 500 im The Sevens Stadium in Dubai