Dienstag, 11. Dezember 2012 - 07:33 Uhr
Marc-André ter Stegen: Wieder ein Zu-Null-Heimspiel für den Keeper. Bis auf eine Ecke faustete er alles gut weg und griff sich auch die hohen Bälle aus dem Pulk heraus. Seine Abschläge waren im Gegensatz zu den letzten beiden Partien verbesserungswürdig, einer ging direkt in die Füße eines Gegners. Daneben wehrte er einen Ivanschitz-Schuss nicht seitlich genug ab, Wendt bereinigte die Situation. Auf der Linie mit tadellosen Reflexen, u.a. bei der Abwehr mit einer Hand gegen Parker. Gegen diesen riskierte er bei der zu kurzen Rückgabe von Wendt alles und gewann. Im zweiten Durchgang kam auch das Glück des Tüchtigen hinzu, als Hanke sich bei einem Eckball bückte und der Ball ter Stegen auf die Füße fiel. Note 3,0.
Tony Jantschke: Arbeitsintensive Partie für den Rechtsverteidiger, der weite Wege machte. Ließ in der ersten Halbzeit zwar ein paar Flanken zu, verteidigte insgesamt aber sehr konzentriert und überzeugte im Positionsspiel. Nur einmal wurde er von Parker verladen und kam nicht mehr hin. Auffallend gutes Timing in der Luft, das zeigte er vor allen in der zweiten Halbzeit nach einer scharfen Hereingabe, als er fliegend zwischen zwei Mainzern den Ball wegköpfte und diese brenzlige Situation entschärfte. Spielte den Assist zum 1:0, wobei dieser ziemlich riskant war. Ein eigener Abschluss wäre in der Situation eigentlich logisch gewesen, vielleicht fehlte Jantschke ein wenig der Mut. Mit der gelungenen Vorlage hat er aber letztlich alles richtig gemacht. Note 3,0.
Martin Stranzl: Bestätigte auch gegen Mainz seine herausragende Verfassung der letzten Wochen. Der Kapitän war die Müllabfuhr Mönchengladbachs, denn er räumte alles weg. Ob per Kopf, per Befreiungsschlag oder mit einem Fallrückzieher, durch den er den Ausgleich verhinderte. Eine wieder einmal großartige Zweikampfbilanz (über 90% gewonnene Duelle) und mit grundsolidem Passspiel ohne Risiko (92% angekommene Pässe). Stranzl war immer da – und bleibt es hoffentlich auch über den Sommer hinaus. Note 2,5.
Alvaro Dominguez: Musste nicht ganz so viel eingreifen, weil Nebenmann Stranzl den Großteil selbst abräumte. Der Spanier war zur Stelle, wenn er gebraucht wurde, selbst wenn er nicht jedes Duell für sich entscheiden konnte. In zwei Situationen korrigierte er eigene Nachlässigkeiten direkt wieder. Agierte ruhig und unaufgeregt, von daher ist seine 5. Gelbe Karte besonders ärgerlich. Weil er den Ball nach einer Spielunterbrechung wegspitzelte zeigte ihm der Schiedsrichter regelkonform die Verwarnungskarte. Schade, denn es wäre interessant gewesen zu sehen, wie sich Dominguez gegen Bayerns Angriffsmaschinerie geschlagen hätte. Note 3,0.
Oscar Wendt: Seine wichtigste Aktion war die Rettungstat, nachdem ter Stegen einen Schuss abwehrte und Wendt mit einem langen Bein vor dem Rebound zur Ecke klärte. Ansonsten dank guter Technik immer mit Ballkontrolle, auch nach etwas missratenen Abschlägen. Sehr riskant sein zu kurzer Rückpass unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff. Hätte Parker da nicht einen Tick gezögert, wäre es schief gegangen. Blieb vor der Pause gezwungenermaßen hinten drin, nach der Halbzeit war der Schwede etwas aktiver, weil Borussia insgesamt mehr machte. Da kombinierte er sicher und vernünftig, ohne dabei zu viel Risiko zu nehmen. Note 3,5.
Thorben Marx: Engte Polanskis Kreise gut ein, der immer wieder abdrehen musste um neue Wege zu suchen. Marx erfüllte seine Aufgaben: zustellen, in Position bleiben, das Gesamtgefüge im Auge halten, Kollegen helfen, Räume zulaufen, Löcher stopfen. Kreativität fügt er weiterhin kaum hinzu, aber er nimmt dem Gegner einiges davon. Provozierend kann man sagen, dass Marx dafür sorgt, dass beide Mannschaften mit einem Mann weniger spielen. Note 3,5.
Håvard Nordtveit: Nicht ganz mit der Power der letzten Spiele, fehlte dem Norweger auch ein wenig die Konzentration. Schon in der Anfangsphase schlug er einen schludrigen Freistoß quer über den Platz zum Gegner und auch in der Folgezeit streute er einige Unachtsamkeiten ein. Kam in der ersten Halbzeit nicht mit Ball am Fuß von der Stelle. Nach dem Seitenwechsel mit einer Leistungssteigerung. Startete mit einer Direktabnahme nach einer Ecke, bei der nicht viel fehlte. Stark seine Schussantäuschung und der anschließende Pass auf Jantschke vor dem 1:0. Nordtveit hatte aber auch kurz vor dem eigenen Sechzehner eine ungelenke Aktion, bei dem der Ball zum Gegner ging. Note 3,5.
Lukas Rupp: Ein weiteres Puzzlestück im Abwehrbollwerk von Borussia in der ersten Halbzeit. Mit verschieben, Räume zulaufen, abwarten. Das machte er gewohnt eifrig und legte weite Wege zurück. In einer Aktion driftete er mehrere Mainzer ab und holte so das höchst mögliche Resultat heraus, nämlich eine Ecke. Bei eigenem Ballbesitz diesmal mit mehreren guten Ansätzen, als er sich auch mal im Offensivzweikampf durchsetzen konnte. Manchmal will er allerdings mit Ball geradewegs durch den Gegner hindurch laufen. Besser war da schon sein engmaschiges Dribbling, womit er etwas forcieren wollte. Damit stand er an der Basis des 1:0. Note 3,5.
Juan Arango: Mit Kombinationsspiel war vor der Pause nichts, Arango bekam nur wenig Unterstützung. Dennoch ragte er aufgrund seiner sensationellen Technik bei der Ballverarbeitung aus der Masse heraus. Grandios, wie er mit Gegner im Rücken den Ball annimmt und diesen wegdrehend weiterleitet. Holte den ersten Freistoß auf seiner Position raus, diesen und einen weiteren schoss er drüber. Arango arbeitete aufmerksam mit nach hinten, spitzelte einige Bälle weg. Sein Tor war natürlich sagenhaft. Borussia lebt zurzeit von seiner individuellen Klasse und Genialität. Note 2,5.
Patrick Herrmann: Unglaubliches Laufpensum für einen zentralen Stürmer, immer und überall unterwegs – vor allem in der ersten Halbzeit im eigenen Mittelfeld. Spekulierte in einigen Situationen, um seine Schnelligkeit einsetzen zu können. Zweimal rettete Svensson im letzten Moment, da herrschte schon Alarmstufe Rot. Bei der Aktion in der zweiten Halbzeit wäre ein Elfmeterpfiff keine Fehlentscheidung gewesen. Herrmanns Problem war auch gegen Mainz, dass die finale Aktion nicht gelingen wollte. Hier muss er noch zielstrebiger werden und auch körperlich in den Laufduellen an Robustheit zulegen. Note 3,5.
Igor de Camargo: Kein einfacher Job für den Angreifer in einer Mannschaft, die in der ersten Halbzeit offensiv überhaupt nicht stattfand. Es gab keine Angriffe und damit kann man de Camargo auch keine Vorwürfe machen, dass er keinen Torabschluss hatte. Immer mit einer Überzahl an Abwehrspielern gegen sich musste er versuchen, den Ball unter Kontrolle zu bekommen und auf die Nachrücker zu warten. Das ist nicht sein Spiel. Er lief viel, meistens umsonst. Musste dann zur Pause angeschlagen raus. Note 4,0.
Mike Hanke: Ersetzte de Camargo nach dem Seitenwechsel und erwischte die ‚bessere Hälfte‘ für einen Stürmer, weil es nun auch mal nach vorne ging. Hanke arbeitete aber auch eifrig mit nach hinten und ging weite Wege. Hatte das richtige Näschen beim 1:0 und stand da, wo ein Stürmer stehen muss. Die scharfe Hereingabe von Jantschke verwertete er optimal, das war keine Selbstverständlichkeit. Auch beim 2:0 war er zur Stelle – wenn wohl auch erst hinter der Linie. Note 3,0.
Tolga Cigerci: Kam in den letzten zwölf Minuten für Rupp und übernahm dessen Position auf rechts. Hatte eine gute Flankenmöglichkeit, schlug den Ball jedoch unbedrängt zu weit an den zweiten Posten. Im Rückraum stand Arango blank. Ansonsten hatte der Deutsch-Türke keine Aktion. Ohne Note.
Peniel Mlapa: Sechs Minuten dabei, konnte sich in den wenigen Situationen jedoch nicht durchsetzen und blieb hängen. Ohne Note.