Freitag, 07. Dezember 2012 - 16:41 Uhr
Dass es für Granit Xhaka in Mönchengladbach bislang nicht optimal läuft, ist kein Geheimnis. Mit einer Menge Vorschusslorbeeren kam der Schweizer Nationalspieler aus Basel an den Niederrhein, war zunächst Stammspieler und rutschte dann nach schwankenden Leistungen aus dem Team.
Die Anpassung an die Bundesliga und die geänderten Anforderungen an seine Rolle auf dem Platz bereiteten ein paar (nicht ungewöhnliche) Probleme, sein keckes Auftreten und manch eher unglückliches Interview passten nicht zu seiner sportlichen Situation.
Seit Thorben Marx für ihn im defensiven Mittelfeld agiert, hat sich die Borussia stabilisiert, Xhaka kommt aktuell über Kurzeinsätze nicht mehr hinaus.
Zunächst schien er eine Trotzhaltung angenommen zu haben, doch mittlerweile stellt er sich der neuen Situation. »Ich hatte selbst zu hohe Erwartungen, war vielleicht übermotiviert«, sagte er am Freitag auf dem Rückflug von Istanbul. »Ich weiß, dass ich Fehler gemacht habe. Aber das, was war, ist vorbei. Ich schaue jetzt nur noch nach vorne und probiere mein Spiel so zu machen, wie ich es eigentlich wirklich kann«.
Gestern in Istanbul hatte er dazu die Gelegenheit und spielte neben Alex Ring auf der Doppel6 richtig stark. »Wir hatten schon in der Woche zuvor zusammen trainiert«, verriet Xhaka. »Mit Alex ist es nicht schwer zu spielen, weil er viele Bälle erobert und sehr aggressiv ist. Das hat gut geklappt mit ihm«.
Mit der Partie bei Fenerbahce hat Granit Xhaka jedenfalls eine gute Bewerbung abgegeben. »Wir wollten dem Trainer zeigen, dass wir bereit sind«, sagte der Schweizer. Forderungen stellt er jedoch keine. »Ich werde im Training weiter Gas geben, und wenn die Chance kommt, versuchen sie zu nutzen. Was am Sonntag passiert, weiß der Trainer am Besten«.
Für alle Fälle hat sich der 20-Jährige schon mit dem Gegner auseinandergesetzt. »Mainz hat eine gute Kontermannschaft, die defensiv gut steht. Ich habe deren Spiel gegen Frankfurt gesehen. Doch wenn wir weiterarbeiten wie zuletzt, bin ich davon überzeugt, dass wir das Spiel gewinnen«.
Es macht den Anschein, als habe Xhaka ein wenig von der Demut angenommen, die nicht wenige bei ihm einforderten. Dass er dennoch genügend Selbstvertrauen hat, zeigt sein Blick auf das 1/16-Finale der Europa League. »Ich würde gerne mal gegen eine englische Mannschaft spielen. Liverpool wäre ein Traum oder auch Chelsea. England reizt mich persönlich einfach, dort gegen Liverpool oder Chelsea zu spielen, wäre einmalig«.
Bis dahin ist es noch etwas hin. Granit Xhaka muss weiter arbeiten, um zurück in die erste Elf zu kommen. »Jetzt heißt es, Geduld zu haben«, sagt Xhaka anstelle einer Kampfansage. Nimmt man seine Leistung gegen Istanbul und seine Worte, scheint er auf dem richtigen Weg zu sein.