Mittwoch, 19. September 2012 - 14:46 Uhr
Große Verwunderung herrschte unter den mitreisenden Journalisten als Sportdirektor Max Eberl am Mittag auf dem Sonderflug der Borussia von Düsseldorf ins zyprische Larnaca bekanntgab, dass neben Matthias Zimmermann, Alexander Bieler und Niklas Dams auch die drei Stammspieler Filip Daems, Juan Arango und Luuk de Jong nicht mit im Kader des ersten Europa League-Spiels der Saison stehen werden. »Wir haben eine Belastung von 27 Pflichtspielen bis zur Winterpause. Die drei Spieler, die zuhause bleiben, sind wie Filip im gesetzteren Alter oder haben wie Juan und Luuk eine unglaubliche Belastung in dieser und der vergangenen Saison zu meistern«, betont Eberl die Weitsicht in der Kaderaufstellung für die Partie am Donnerstag.
Besonders die Reise-Strapazen wollen die Verantwortlichen der Borussia den nicht mitreisenden Spielern ersparen. »Bei der Fülle von Spielen, die jetzt anstehen, muss man die Waage zwischen Belastung und Erholung finden, deswegen macht es keinen Sinn die drei mitzunehmen und auf die Bank zu setzen«, erklärt Eberl die Maßnahme. Eine Saison bei der die komplette Spielzeit mit dreizehn oder vierzehn Stammakteuren gespielt wird, wird es in diesem Jahr bei der Borussia nicht geben, denn »dann wirst du irgendwann einen Rieseneinbruch erleiden, den wir dann nicht mehr kurzfristig ausgleichen könnten«.
Mit dem allgemein als schwächstes Team der Gruppe eingeschätzten Gegner hat die personelle Maßnahme der Borussia indes nichts zu tun, »auch wenn der Gegner morgen Fenerbahce oder Marseille geheißen hätte, wäre diese Entscheidung so gefallen«, betont Trainer Lucien Favre. Die sportliche Leitung wird so die volle Breite des Kaders ausnutzen. »Wir haben ja immer betont, dass jeder Spieler in dieser Saison gebraucht wird und nun bekommen die Spieler, die bisher weniger zum Einsatz kamen, ihre Chance in den Vordergrund zu treten«, nimmt Max Eberl alle Mitglieder des Kaders in die Pflicht.
Auch wollen die Verantwortlichen der Borussia aus der personellen Rotation keine geringe Wertschätzung für die Europa League ableiten lassen. »Die Europa League ist ein gutes Terrain um auf internationaler Ebene Erfahrung zu sammeln. Es ist unser Ziel, in allen Wettbewerben bestmöglich abzuschneiden. Für uns ist die Europa League genau so wichtig wie die Bundesliga und der DFB-Pokal«, erklärt Borussias Sportdirektor.
Die Rotation ist nach Eberls Worten eine Reaktion auf die Vorsaison, bei der die Kraft der Spieler in den letzten elf Saisonpartien merklich nachließ und die Borussen in diesem Zeitraum nur noch elf Punkte auf der Habenseite verbuchen konnten.
Dennoch ist es eine mutige Entscheidung. Misslingt der Start in die Europa League, dürften die Reaktionen entsprechend heftig ausfallen.
Währenddessen steigt bei den mitgereisten Spielern und den Verantwortlichen die Vorfreude auf die Partie morgen Abend in Nikosia. »Wenn man hier im Flieger sitzt und das Flair mitbekommt und die Europa League geht los, dann freut man sich auf das morgige Spiel«, sagt Max Eberl über den Wolken und gibt schon eine grobe Marschrichtung für die Partie gegen den amtierenden zyprischen Meister vor: »Wir wollen auf Zypern unser eigenes Spiel durchdrücken, damit die heißblütigen Fans im Stadion schnell ruhig werden!«.