Dienstag, 21. Februar 2012 - 07:31 Uhr
Marc-André ter Stegen: Deutlich mehr beschäftigt als zuletzt. Der Youngster zeigte sich bei mehreren Flachschüssen sicher auf der Linie und agierte souverän bei der Strafraumbeherrschung. Einmal ging er mit der Faust kompromisslos gegen zwei Lauterer zur Sache. Beim Schuss an den Außenpfosten von Wagner wäre er zur Stelle gewesen, beim Latten-Freistoß von de Witt hätte er allerdings keine Abwehrchance gehabt. So wie auch beim Gegentor, bei dem es absolut nichts zu Halten gab. Probleme bereiteten am Betzenberg erneut die Abschläge. Diese landeten fast regelmäßig im Seitenaus. Später spielte er die Bälle etwas zentraler, aber hier muss ter Stegen insgesamt wieder konzentrierter zu Werke gehen. Note 3,0.
Tony Jantschke: Viel lief bei Kaiserslautern über die linke Seite, so dass Jantschke verstärkt gefordert war. Er löste seine Aufgabe ordentlich, rückte zudem einige Male mit nach innen ein um auszuhelfen. Beim Gegentor kam er etwas zu zögerlich raus, wobei auch Vordermann Reus nicht rechtzeitig da war. In den Zweikämpfen mit der einen oder anderen gelungenen Grätsche, allerdings im ersten Durchgang auch mit zwei Foulspielen und verlorenen direkten Duellen. Vor allem nach der Pause scheute er in einigen Situationen das Einsteigen. Im Spiel nach vorne kurz vor und nach dem Seitenwechsel mit ein paar Ungenauigkeiten. Note 3,5.
Roel Brouwers: Rutschte in der ersten Halbzeit zweimal aus und hatte Glück, dass dies ohne Konsequenzen blieb. Überhaupt wirkte manches etwas ungelenk beim Niederländer. In der zweiten Hälfte wurde er bei langen Bällen oft gefordert, wobei er vor allem nach der Einwechslung von Kouemaha einige Probleme hatte und sowohl in der Luft als auch am Boden keinen richtigen Zugriff bekam. Erst als die Lauterer Offensivbemühungen wieder abebbten, fand Brouwers zur gewohnten Sicherheit. Note 3,5.
Dante: Vor allem in der Drangphase und bei den unzähligen Freistößen der Gastgeber mit gutem Kopfballspiel. Der Brasilianer zeigte Übersicht und ein gutes Stellungsspiel. Im Spielaufbau diesmal zurückhaltender als zuletzt. Dante leistete sich zwei eigentümlich anmutende ‚Kerzen‘ an der linken Strafraumgrenze, eine davon unmittelbar vor dem Gegentor. Note 3,0.
Filip Daems: Startete sehr munter in die Partie und war kombinationsfreudig und erfolgreich mit Doppelpässen. Nach der frühen Führung spulte der Kapitän sein Programm routiniert und ohne Schnörkel herunter. Als Kaiserslautern nach der Pause den Druck erhöhte, hatte auch Daems ein, zwei Szenen, in denen er hinterherlaufen musste. Insgesamt hatte er die Sache jedoch im Griff. Note 3,0.
Roman Neustädter: Kam ganz gut ins Spiel und stand mit seiner Weiterleitung an der Basis des Konter zum 1:0. Wurde danach mit einem Geburtstagsständchen bedacht, was ihn irgendwie aus dem Takt brachte. Jedenfalls unterlief ihm unmittelbar danach das überflüssige Foul, aus dem der „Latten-Freistoß“ resultierte. Auch in der Folgezeit war er in einigen Situationen unachtsam. So bei einem Freistoß mittig in der eigenen Hälfte, als er den Ball direkt in die Füße eines Gegenspielers schob. Neustädter lief viel, konnte aber als Balleroberer nicht so überzeugen wie gewohnt. Als Lautern vermehrt mit langen Bällen operierte, rückte Neustädter tief mit ein und räumte mit ab. Note 4,0.
Håvard Nordtveit: Sehr fleißig, lauf- und kampfstark. Er machte defensiv den stabileren und wacheren Eindruck als sein Nebenmann Neustädter. Weniger auffällig waren seine Aktionen im Spiel nach vorne, wobei er in der ersten Halbzeit fast fehlerlos im Passspiel blieb. Das änderte sich nach dem Wechsel, als Lautern drängte und das Spiel von hinten heraus nicht wirklich funktionierte. In dieser Phase streute auch Nordtveit den einen oder anderen Fehlpass ein. Note 3,0.
Patrick Herrmann: Bis zu seinem so unglücklichen Zusammenprall mit Dick und dem daraus resultierenden Schlüsselbeinbruch der gefährlichste Borusse. Ganz stark, wie er beim 1:0 durchstartete, sich im Laufduell nicht beirren ließ und schließlich im Fallen mit der Picke vollstreckte. Kurz darauf stand sein aufmerksamer Ballgewinn an der Basis des 2:0. Dazu lief er noch einige Male richtig gut in Position, leider erreichten ihn die Zuspiele nicht. Wirklich ärgerlich, dass er nun lange ausfallen wird. Note 2,5.
Juan Arango: Schon nach zwei Minuten zeigte er sich bei einer Direktabnahme, die über das Tor flog. Dann folgte der überragende Treffer, als er den auf dem Pfälzer Acker ‚hoppelnden‘ Ball mit dem Außenrist ins lange Eck beförderte – ein Traumtor. Dafür, dass es ein Kampfspiel auf fiesem Untergrund war, setzte Arango noch einige spielerische Akzente und war auch bei den wenigen gefährlichen Offensivaktionen nach der Pause beteiligt (Flanke auf de Camargo und sein Seitfallzieher). Allerdings tauchte er auch einige Zeit ab, wobei er seine Aufgaben in der Rückwärtsbewegung nicht vernachlässigte. Er machte es defensiv gut, was seinen Trainer dazu veranlasste, ihn in den letzten zehn Minuten nach rechts zu holen um dort dicht zu machen. Note 2,5.
Marco Reus: Hatte eine starke Anfangsphase, die er mit seinem wunderbaren Pass auf Arango im Anschluss an einen Doppelpass mit de Camargo krönte. Bis zum Ausfall von Herrmann war Reus sehr variabel unterwegs, wenn auch einige Male etwas fahrig im Abspiel. Rückte dann für Herrmann auf die rechte Seite, wo er ein bisschen verloren wirkte. Reus musste sich dort läuferisch, aber auch vom Stellungsspiel her erst wieder zurechtfinden. Offensiv blieb er eher blass, defensiv klappte die Abstimmung, wie vor dem Anschlusstor, nicht immer. Als er in den letzten zehn Minuten wieder in die Mitte ging, wirkte er befreiter. Note 3,5.
Igor de Camargo: Hatte sich für sein Startelfdebüt in der Rückrunde eine Menge vorgenommen. Das setzte er eindrucksvoll um, nicht nur wegen seiner überragenden Laufleistung, mit der er offensiv sehr präsent war. Zielstrebig und super getimt sein Pass in den Lauf von Herrmann zum 1:0, dazu als Doppelpasspartner von Reus vor dem 2:0. Er selbst hätte in der zweiten Halbzeit nach feiner Flanke von Arango das dritte Tor machen müssen, als er freistehend weit vorbei köpfte. Er eroberte aufmerksam sowohl in vorderster Front, als auch hinten die Bälle. In einigen Situationen hatte er kurze Verzögerungszeiten in der Rückwärtsbewegung, was die Gegenspieler ausnutzten. Hervorzuheben ist, dass er keine Showeinlagen zeigte, nicht lamentierte und auch den Schiedsrichter nicht bedrängte. Nur einmal kam kurz der „alte“ Igor hoch, als er mit einer Entscheidung des Linienrichters nicht einverstanden war. Aber das war alles im Rahmen. Note 2,5.
Mathew Leckie: Kam nach Herrmanns Auswechslung ‚kalt‘ in die Partie. Er übernahm die Reus-Position, während dieser nach rechts musste. Leckie war bemüht und wuselte etwas mit, wirkte jedoch sehr hektisch und war offensichtlich etwas überfordert. Er war auffallend nervös, verstolperte einige Bälle oder reagierte oft einen Tick zu spät. Die fehlende Spielpraxis machte sich auch konditionell ziemlich schnell bemerkbar. Die Korrektur in der Schlussphase, als er Wendt weichen musste, war nachvollziehbar. Note 4,5.
Oscar Wendt: Löste Leckie ab und ging auf die linke Seite, während Arango sich rechts einordnete und Reus wieder zentral spielte. Bei seinem Kurzauftritt hinterließ Wendt einen sehr guten Eindruck und sorgte für Schwung und Entlastung. Ohne Note.
Tolga Cigerci: Gab sein Debüt für Borussia in der Nachspielzeit. Die erste Ballberührung wird es bei seinem zweiten Einsatz geben. Ohne Note.