Samstag, 18. Februar 2012 - 17:30 Uhr
Borussias Trainer Lucien Favre musste auf dem Betzenberg auf Mike Hanke verzichten, der wegen eines grippalen Infekts passen musste. Martin Stranzl (Kapselriss im Sprunggelenk) und Thorben Marx (Innenbanddehnung) gehörten ebenfalls nicht zum Aufgebot.
Marco Reus, dessen Leiste unter der Woche Sorgen bereitete, stand dagegen in der Startelf. Dort ersetzte Igor de Camargo Mike Hanke.
Auf einem ziemlichen Acker in der Pfalz, der mit weiterem Verlauf immer schlechter zu bespielen war, starteten die Borussen gut in die Partie. Bereits nach drei Minuten verzeichnete Juan Arango die erste Möglichkeit. Nach einem langen Einwurf von Nordtveit wurde der Ball am ersten Pfosten verlängert und Arango zog aus 14 Metern halblinks im Strafraum direkt ab. Allerdings setzte der Venezolaner den Schuss etwas zu hoch an – der Ball rauschte über den Querbalken.
Kaiserslautern versuchte ins Spiel zu finden, wurde aber von den Fohlen kalt erwischt. Borussia konterte über de Camargo, der einen wohl temperierten Pass in den Lauf von Herrmann spielte. Der Youngster gewann das Laufduell gegen Jessen und traf im Fallen zum 1:0 für den VfL (9.).
Die Borussen jubelten ausgelassen und feierten Geburtstagskind Roman Neustädter. Dem bekam der Jubel allerdings nicht ganz so gut, denn er verursachte zwei Minuten später einen Freistoß in gefährlicher Distanz. De Witt zirkelte das Leder an den Querbalken – ter Stegen wäre chancenlos gewesen.
Keine zwei Minuten später sorgte der Tabellendritte dann schon für die Vorentscheidung. Reus spielte, über rechts kommend, einen Doppelpass mit de Camargo und passte dann wunderbar auf Arango, der die Kugel mit dem Außenrist ins lange Eck schlenzte. Ein Zuckertor …
Nach der beruhigenden Führung begannen die Borussen, diese zu verwalten. Dabei stellten sie sich defensiv nicht so gut an, wie in den letzten Wochen gewohnt. Sie gestatteten Lautern einige Freistöße, die letztlich aber wirkungslos verpufften.
Ansonsten rieb man sich im Mittelfeld auf, ohne selbst nochmal gefährlich in den Lauterer Strafraum zu kommen. In einem dieser Zweikämpfe an der Mittellinie rauschte Herrmann mit Dick zusammen und verletzte sich dabei an der Schulter. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo ein Schlüsselbeinbruch diagnostiziert wurde. Mathew Leckie kam für den Torschützen in die Partie.
In einer ereignislosen Schlussphase der ersten Halbzeit zeigte sich nur noch Arango mit einem Distanzschuss (44.). Aus Gladbacher Sicht stimmte das Ergebnis, die Leistung weniger.
Daran sollte sich in der zweiten Halbzeit nichts ändern. Zunächst hatte man alles im Griff und durch de Camargo (vorbei) und Brouwers (geblockt) zwei Kopfballchancen, doch dann ließ man die Gastgeber immer mehr ins Spiel.
Und so kam es nicht wirklich überraschend, dass Kaiserslautern in der 63. Minute den Anschluss markierte, selbst wenn die Pfälzer einen absoluten Sonntagsschuss am Samstag benötigten, um ter Stegen zu überwinden. Jessen nagelte das Leder in den Winkel, Borussias Keeper hatte keine Chance.
Lautern bekam nun den zweiten Wind, die Zuschauer erwachten und trieben ihr Team an. Boryskiuk scheiterte aus der Distanz an ter Stegen (66.), Kouemaha köpfte knapp übers Tor (68.) und fand eine Minute später bei einem Drehschuss in ter Stegen seinen Meister.
Man musste also Angst haben um den sicher geglaubten Sieg, doch die Borussen berappelten sich in der Defensive und stellten die Ordnung wieder her. Allerdings gab es überhaupt keine Entlastung, vom Direktspiel in der gegnerischen Hälfte war überhaupt nichts zu sehen. Das lag allerdings auch an den Bodenverhältnissen – der Ball versprang auf beiden Seiten in schöner Regelmäßigkeit.
Die Borussen, bei denen Leckie in der Schlussphase wieder ausgewechselt und durch Wendt ersetzt wurde, brachten den Sieg im Kampf- und Krampfspiel auf dem Pfälzer Kartoffelacker mit etwas Glück über die Zeit und bleiben auf Champions-Leauge-Kurs.
Und wer auch solche schlechten Speile gewinnt, dem ist alles zuzutrauen …
1. FC Kaiserslautern: Trapp - Dick, Simunek, Rodnei, Jessen – Sahan (46. Derstroff ), Tiffert, Borysiuk, de Witt (46. Sukuta-Pasu) - Wagner, Swierczok (61. Kouemaha)
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Brouwers, Dante, Daems – Nordtveit, Neustädter – Herrmann (38. Leckie (82. Wendt)), Arango – de Camargo, Reus (90. +3 Cigerci)
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Zimmermann, Otsu, Ring
Tore: 0:1 Herrmann (9.), 0:2 Arango (14.), 1:2 Jessen (63.).
Gelbe Karten: Sahan, Wagner , Dick - Brouwers
Schiedsrichter: Michael Weiner (Giesen)
Zuschauer: 45.661