Samstag, 04. Februar 2012 - 17:32 Uhr
Borussias Trainer Lucien Favre konnte wieder auf Kapitän Filip Daems zurückgreifen, der vergangene Woche beim Auswärtssieg in Stuttgart fehlte. Für den Belgier musste Oscar Wendt wieder auf die Bank. Dagegen meldete sich Innenverteidiger Martin Stranzl ab, ihn hatte über Nacht eine Grippe erwischt. Roel Brouwers übernahm für den Österreicher die Position in der Innenverteidigung neben Dante.
Bei arktischen Temperaturen (zu Spielbeginn wurden Minus 11 Grad gemessen) übernahmen die Gladbacher Borussen von Beginn an die Spielkontrolle. Wolfsburg stand sehr hoch, machte das Spielfeld eng und ging nach vorne nur sehr wenig Risiko.
Die Fohlen hatten daher sehr viel Ballbesitz, ließen sich ihrerseits aber nicht locken. So war das Geschehen geprägt von vielen Ballstafetten, aber nur wenig zwingenden Aktionen. Herrmann kam nach schnellem Zuspiel einmal aus spitzem Winkel zum Abschluss, doch er verzog (6.).
Ansonsten tat sich vor den Toren kaum etwas, ter Stegen musste nur nach einem abgefälschten Schuss von Polter eingreifen (28.).
Wolfsburg bediente sich auffällig oft der Abseitsfalle als Mittel, die flinken Gladbacher einzubremsen. Das gelang, wobei die Wölfe Unterstützung vom Linienrichter erhielten. Der lag zwar richtig, als er einen Brouwers-Treffer nach Dante-Abseits aberkannte, doch in der 36. Minute traf er die falsche Entscheidung. Hanke netzte nach Zuspiel von Nordtveit zur vermeintlichen Führung für die Gladbacher ein, doch dem Tor wurde die Anerkennung verweigert. Wie die Fernsehbilder bewiesen, war es eine Fehlentscheidung: Hanke stand auf gleicher Höhe zum Wolfsburger Abwehrspieler.
Ärgerlich für die Borussen, die mehr für das Spiel machten als Wolfsburg. Die Autostädter kamen zwar zwischendurch etwas auf, vermochten sich aber nicht durchzusetzen. Die Borussen hatten im ersten Durchgang annähernd 70% Ballbesitz, ohne dass etwas Zählbares dabei heraussprang.
In der zweiten Halbzeit änderten sich die Vorzeichen, weil Wolfsburg nun etwas mehr nach vorne versuchte. Die Borussen hatten einige Mühe, das eigene Tor sauber zu halten. Sehr knapp war es in der 53. Minute, als Felipe nach einer Ecke haarscharf über den Querbalken köpfte.
Eine Minute später wurde Josue nach Fehlpass von Nordtveit nicht konsequent genug angegriffen, ter Stegen parierte den Schuss des Brasilianers mit starker Parade.
Obwohl Wolfsburg offensiver agierte, blieben sie defensiv in der Ordnung. Für die Borussen war es nach wie vor sehr schwer, sich vorne in Szene zu setzen. Vor allem, weil bei eigenem Ballbesitz oft zu kompliziert gespielt wurde.
Torchancen für die Gladbacher hatten Seltenheitswert. Als Reus im Strafraum getroffen wurde, das Spiel aber weiterlief, versuchte es Neustädter aus 16 Metern, schoss jedoch vorbei (57.).
Wolfsburg war nun das überlegene Team, doch die Riesenmöglichkeit zum Tor des Tages hatte die Borussia. Herrmann schickte Reus und der lief in unnachahmlicher Art alleine aufs Tor zu. Eigentlich hatte er Wolfsburgs Keeper Benaglio schon ausgeguckt, doch dann missriet Reus sein Außenristschuss völlig (69.).
Dass die Borussen diese 100%ige Chance liegen ließen, beflügelte Wolfsburg. Die Niedersachsen waren weiter gefährlich und Gladbachs Defensivverbund musste Schwerstarbeit verrichten. Es gelang der besten Abwehr der Liga – sie konnten den eigenen Kasten sauber halten und ließen keine wirklich hochkarätige Wolfsburger Torchance zu.
Doch da das gefürchtete Umschaltspiel nicht so präzise funktionierte wie zuletzt, blieb das eigene Angriffsspiel insgesamt zu harmlos, so dass das torlose Remis am Ende das gerechte Ergebnis ist. Wobei angesichts des nicht gegebenen Hanke-Tors sowie der Riesenchance von Reus sicher mehr drin war.
Kurzstatistik zum Spiel:
VfL Wolfsburg: Benaglio - Träsch, Russ, Felipe, Rodriguez - Jiracek, Josué – Sissoko (46. Mandzukic), M. Schäfer – Dejagah (62. Sio), Polter (82. Ochs)
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Brouwers, Dante, Daems – Nordtveit, Neustädter – Herrmann, Arango – Hanke (75. de Camargo), Reus
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Wendt, Zimmermann, Ring, Marx, Leckie
Tore: Fehlanzeige
Gelbe Karten: Jiracek – Jantschke
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Zuschauer: 30.000 (ausverkauft)