Donnerstag, 02. Februar 2012 - 14:37 Uhr
Mit sechs Punkten aus den ersten beiden Spielen der Rückrunde, steht die Borussia nun noch besser da als zu Beginn der überaus erfolgreichen Hinrunde. Dennoch können rund zwölf Zähler Vorsprung auf den siebten und damit nicht europäischen Platz, die sportliche Leitung nicht locken. »Nach meiner Rechnung sind wir mit 39 Punkten noch nicht durch«, erklärte Sportdirektor Max Eberl mit einem süffisanten Lächeln. »Wir haben als Ziel 40 Punkte plus ausgegeben und das haben wir noch nicht erreicht«.
Dass die Gladbacher aber längst kein graues Kellerkind mehr sind, zeigt der Kartenverkauf der Autostädter für das kommende Spiel am Samstag. Denn mit 30.000 abgesetzten Karten, von denen rund 5.000 in Mönchengladbach an den Mann gebracht wurden, ist die Volkswagen-Arena trotz der eisigen Temperaturen ausverkauft. Obwohl die Kapazität des Stadions zu den kleineren in der Bundesliga zählt, sorgen beim Werksclub meist nur die absoluten Spitzen-Teams wie Bayern oder Borussia Dortmund für ein volles Haus. Nun also auch Borussia Mönchengladbach.
Wahrscheinlich dürfte aber auch die gute Heimbilanz der Wolfsburger gegen den Gast vom Niederrhein den eigenen Anhang mobilisiert haben. Von elf Auswärtsspielen konnte die Borussia nämlich lediglich zwei gewinnen und musste sich dagegen neun Mal geschlagen geben. Doch wie zuvor gegen den VfB Stuttgart, lässt sich Trainer Lucien Favre nicht von Negativserien aus der Vergangenheit beeinflussen. »Wir haben 39 Punkte und die sind klar verdient. Es ist sehr schwer gegen uns zu spielen, weil wir gut stehen und uns viele Torchancen erspielen«, präsentierte sich der Schweizer mit breiter Brust.
Allerdings ließ er prompt lobende Worte für den Gegner folgen. »Sie sind vor allem zuhause sehr gefährlich und haben sich durch die Neuzugänge wie Rodríguez und Lopes defensiv klar verbessert«, würdigte Favre die Transferaktivitäten seines Kollegen Felix Magath. Im Gegensatz zur defensiven Transferpolitik der Borussia im Winter verpflichtete Magath acht Neuzugänge, was beim Gladbacher Erfolgstrainer allerdings keinerlei Neidgefühle weckte. »Mir gefällt es, wie wir hier arbeiten«.
Langfristig arbeiten kann der Schweizer, dem beim Gastspiel in Wolfsburg erstmalig mit der gesamte Kader zur Verfügung steht, wohl auch mit Juan Arango. Die langwierigen Vertragsverhandlungen mit dem Venezolaner stehen kurz vor dem Abschluss. »Wir sind auf den letzten 100 Metern der Zielgeraden«, verriet Sportdirektor Eberl.
Somit könnten die Voraussetzungen für das zweite Auswärtsspiel hintereinander nicht besser sein. Selbst die nach außen eher defensiv gelebte „Von Spiel zu Spiel“-Devise, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als eine eigene Interpretation des bayrischen „Mir san mir“- Gefühls. Das Selbstbewusstsein, was die Mannschaft Woche für Woche auf den Rasen bringt, spricht jedenfalls dafür, dass weder der Name des Gegners noch irgendwelche Negativserien Einfluss auf die Leistung der Mannschaft haben.