Sonntag, 29. Januar 2012 - 19:29 Uhr
Borussias Trainer Lucien Favre musste beim ersten Auswärtsspiel des Jahres auf Roel Brouwers verzichten, der wegen Rückenproblemen erst gar nicht mit nach Stuttgart gereist war. Für den beim 3:1 über die Bayern zum Rückrundenauftakt so zuverlässigen Niederländer kehrte Dante nach abgelaufener Gelbsperre zurück in die Innenverteidigung.
Dazu musste kurzfristig auch Filip Daems krankheitsbedingt passen. Für den Belgier spielte Oscar Wendt, Tolga Cigerci rückte in den Kader auf. Auf Stuttgarter Seite stand der erst in der letzten Woche aus Hoffenheim verpflichtete Vedad Ibisevic gleich in der Startformation.
Stuttgart erwischte den etwas besseren Start in die Partie und verzeichnete durch Harnik bereits nach drei Minuten einen ersten Torschuss, den ter Stegen sicher parierte. Danach sahen die Zuschauer im eiskalten Stuttgarter Stadion eine Partie mit verteilten Spielanteilen. Zunächst machte der VfB etwas mehr, mit zunehmender Dauer wurden die Gladbacher präsenter.
Immer wieder gab es gute Ansätze für Gegenangriffe, doch zunächst fehlte der letzte Pass bzw. der Abschluss. Die erste echte Gelegenheit für die Fohlen gab es im Anschluss an einen Eckball in der 28. Minute. Reus brachte den Ball herein, Hanke verlängerte per Kopf an den langen Pfosten, wo Arango aufs kurze Eck zielte. Der Schuss des Venezolaners wurde von Hajnal vor der Linie abgeblockt.
Die Borussen waren nun das bessere Team und gingen kurz darauf nicht unverdient in Führung. Reus trat einen Freistoß aus dem linken Halbfeld an den Elfmeterpunkt, Hanke setzte sich im Kopfballduell durch und beförderte das Leder per Aufsetzer ins Eck (31.).
Die Führung brachte den Borussen weitere Sicherheit, während die Stuttgarter einige Zeit brauchten, um wieder in die Spur zu kommen. Allerdings schafften es die Gladbacher trotz weiterer guter Ansätze nicht, daraus in Form des zweiten Treffers Kapital zu schlagen. Arango hatte die größte Möglichkeit, als er nach Zuspiel von Reus um ein Haar durch die „Hosenträger“ von Stuttgarts Keeper Ulreich schoss, der jedoch mit einem Reflex retten konnte (38.).
Der VfB berappelte sich danach ein wenig, Hajnal verschaffte ter Stegen mit einem Kopfball eine spektakuläre Flugeinlage (39.) und traf mit dem Pausenpfiff mit einem Freistoß den Außenpfosten. Dazwischen verpasste Reus nach Doppelpass mit Hanke das 2:0, als er nicht genug Druck in seinen Schuss legen konnte und Ulreich parierte (40.).
Nach dem Seitenwechsel begann Stuttgart mit deutlich mehr Schwung und kurzzeitig hatte es den Anschein, als ob der Abwehrverbund der Borussen etwas ins Wanken geraten sollte. Doch der VfB kam zu keiner wirklichen Torchance, während sich für die Borussen fast im Minutentakt Kontermöglichkeiten ergaben. Doch Arango, Nordtveit und zweimal Reus zeigten sich nicht präzise genug im Abschluss.
Stuttgart lud die Borussen förmlich immer wieder ein, den zweiten und entscheidenden Treffer zu markieren. Oft kombinierten die Gladbacher ungestört an und in den Strafraum, schlossen dann aber nicht konsequent genug ab. So wie Patrik Herrmann, der alleine vor Ulreich scheiterte (65.).
Normalerweise rächt sich ein solch fahrlässiger Umgang mit den eigenen Möglichkeiten, doch der VfB war an diesem Abend zu schwach um zurück zu schlagen. Einzig ein Schuss des eingewechselten Schieber nach einem ‚Flipperball‘ forderte ter Stegen, der sicher parierte (73.).
Nach 81 Minuten machten die Borussen dann endlich den ‚Sack zu‘. Herrmann spielte bei einem Konter präzise in den Lauf von Reus, der alleine aufs Tor zulief und aus 16 Metern mit einem Flachschuss für die Entscheidung sorgte.
Und kurz darauf wurden auch die letzten Zweifel am Gladbacher Auswärtssieg beseitigt. Die Stuttgarter hatten sich endgültig aufgegeben und ließen die Borussen fast ohne Gegenwehr kombinieren. Reus spielte auf Herrmann, der passte präzise in den Lauf des für den angeschlagenen Hanke eingewechselten de Camargo und der Brasil-Belgier schob aus fünf Metern locker zum 3:0 ein.
Borussia Mönchengladbach bleibt mit diesem am Ende deutlichen Auswärtssieg weiter oben dran. Es war ein hochverdienter Sieg, den die Borussen allerdings schon weitaus früher hätten klar machen können, wenn sie die Konter konsequenter abgeschlossen hätten.
VfB Stuttgart: Ulreich – Rüdiger (79. Holzhauser), Tasci, Maza, Molinaro - Kvist, Kuzmanovic (46. Okazaki) – Harnik (68. Schieber), Hajnal - Cacau, Ibisevic
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Stranzl, Dante, Wendt – Nordtveit, Neustädter – Herrmann (85. Marx), Arango – Hanke (53. de Camargo), Reus (88. Leckie)
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Cigerci, Zimmermann, Ring
Tore: 0:1 Hanke (31.), 0:2 Reus (81.), 0:3 de Camargo (84.)
Gelbe Karten: - Nordtveit
Schiedsrichter: Günter Perl (Pullach)
Zuschauer: 53.600