Donnerstag, 26. Januar 2012 - 14:25 Uhr
Was sich nach der Nicht-Nominierung Bobadillas für das Bayern-Spiel abzeichnete, ist nun Gewissheit. Der bullige Mittelstürmer wechselt, wie Borussia am Mittag bestätigte, vorbehaltlich der sportärztlichen Untersuchung am morgigen Freitag mit sofortiger Wirkung zum Tabellendritten der Schweizer Super League, Young Boys Bern. Laut Schweizer Medien soll die Ablöse zwischen anderthalb und zwei Millionen liegen, offiziell wurde Stillschweigen über die Modalitäten vereinbart.
Dass am Ende ein Schweizer Klub das Rennen um den Heißsporn machen würde, verwundert kaum. War es doch seine Zeit bei den Grasshoppers Zürich, die ihn im Jahr 2009 in ganz Europa begehrt machte. Für satte vier Millionen Euro sicherte sich die Borussia damals die Dienste Bobadillas und glaubte mit ihm einen Eckpfeiler für den Aufbruch in erfolgreichere Zeiten verpflichtet zu haben.
Doch die hohe Ablöse und die Vorschusslorbeeren konnte der Argentinier in zweieinhalb Jahren, von denen er ein halbes Jahr in Saloniki verbrachte, nie wirklich rechtfertigen. Obwohl ihm sein Kämpferherz und seine beherzte Spielweise bei den Fans viele Sympathien einbrachten, bleiben unter dem Strich lediglich drei Partien (Bremen, Köln und Wolfsburg) und insgesamt acht Tore in Erinnerung, die das nachgesagte Potenzial des einstigen Hoffnungsträgers erkennen lassen konnten.
Nach diversen Fehltritten auf (Tätlichkeit gegen Pinto) und neben dem Platz (Alkoholfahrt im Lamborghini), konnte der temperamentvolle Südamerikaner auch seine zweite Chance bei der Borussia nicht nutzen. Zwar verbesserte sich die Einstellung Bobadillas nachweislich, doch die Umstellung des Sturms auf Reus und Hanke sowie die Genesung de Camargos im Winter, machten seine sportliche Perspektive endgültig zunichte. So erklärte Sportdirektor Max Eberl: »Für Raúl wäre es auch in der Rückrunde schwierig geworden, bei uns auf Einsätze in der Startelf zu kommen, deshalb ist der Transfer zum jetzigen Zeitpunkt für ihn sinnvoll«. Nach Federico Insua darf Raúl Bobadilla damit als zweites argentinisches Missverständnis im Borussia Park verbucht werden.
Auch wenn sich der Wechsel als beste Lösung für beide Seiten erweisen dürfte, bleibt die Frage nach einem Nachfolger noch in der Winterpause. Denn die Verletzungsanfälligkeit von Igor de Camargo und der vorzeitige Abgang Joshua Kings lassen kaum Spielraum, um mögliche Verletzungen oder Sperren der ersten Sturmreihe nachhaltig zu kompensieren.