Sonntag, 08. Januar 2012 - 17:56 Uhr
Trotz seiner noch jungen 22 Jahre, scheinen Marco Reus die Diskussionen über seinen Wechsel zum Rivalen aus Dortmund völlig kalt zu lassen. »Das Theater ob ich zu Bayern, Dortmund oder ins Ausland wechsle, hat mich schon vorher nicht beeinträchtigt. Ich kann gut abschalten und mich nur auf Fußball konzentrieren«, erklärte der Gladbacher Shootingstar. Dabei betonte er abermals, dass er sich dem Verein gegenüber immer fair verhalten habe.
Aufgrund seines ehrlichen Umgangs mit dem Klub und den Fans, erwartet Reus keine negativen Reaktionen aus dem Umfeld. Zumindest die rund 200 mitgereisten Anhänger scheinen seine Einschätzung zu bestätigen. »Es ist alles beim Alten geblieben. Wir sind als Mannschaft ganz normal empfangen worden«, schilderte der Rotschopf seine Eindrücke. Auch von Missgunst innerhalb der Mannschaft sei für ihn nichts zu spüren. »Alle haben sich für mich gefreut, aber es war natürlich auch etwas Wehmut mit dabei«.
Als Motiv für seine Entscheidung nannte er ausschließlich sportliche Gründe und widerlegte somit ein Stück weit die teilweise romantisch anmutenden Erklärungen der Dortmunder-Führungsetage. »Du willst dich verbessern und mit anderen Spielern international messen. Die Entscheidung habe ich unabhängig davon getroffen, ob ich damals dort spielte oder ob meine Familie und Freunde dort leben«. Der internationale Vergleich ermögliche vor allem eine größere Perspektive in Hinblick auf die Nationalmannschaft, obwohl Bundestrainer Jogi Löw keinen Einfluss auf seine Entscheidung gehabt habe.
Doch vor dem Wechsel zum amtierenden Deutschen Meister, will Reus sich voll auf die Rückrunde im Rauten-Dress konzentrieren. So schloss er sich Mike Hanke an und stellte den Rückrundenauftakt gegen den Rekordmeister in den Vordergrund. »Es ist wichtig gut reinzukommen, weil nach dem Bayern-Spiel drei schwere Auswärtsspiele (Anm. d. Red.: inklusive Pokal) vor uns liegen und in dieser Zeit die Weichen für den weiteren Saisonverlauf gestellt werden«.
Giftpfeile aus München, wie der von Arjen Robben, der Reus Angst vor einem Wechsel zu den Bayern unterstellte, können den Noch-Gladbacher ebenfalls nicht aus der Ruhe bringen. »Dazu brauche ich nichts sagen. Das sollen die so denken«.