Samstag, 07. Januar 2012 - 19:02 Uhr

Land unter in der Türkei – aber Borussia Mönchengladbach und der 1. FC Nürnberg trotzten Sturm und Orkan in Belek und absolvierten am Samstag das geplante Testspiel. Bei strömendem Regen im Limak Fußballcenter war bei den Besuchern vor allem eins gefragt: ein trockenes Plätzchen. Doch die waren rar und gut bewacht von Security-Leuten.
Die Arbeitsbedingungen für die Berichterstatter waren ziemlich bescheiden, die für die Profis angesichts des sintflutartigen Regens in der ersten Halbzeit ebenso. Trainer Lucien Favre bot vor Marc André ter Stegen eine Viererabwehrkette mit den Außenverteidigern Julian Korb (links) und Matthias Zimmermann (rechts) auf. Das Innenverteidigerduo bildeten Martin Stranzl und Roel Brouwers, die nach Favres Angaben mit Hinblick auf das Bayern-Spiel und den gesperrten Dante auch in den nächsten Testpartien zusammen spielen sollen.
Im Mittelfeld begannen Neustädter und Marx defensiv, Younes und Neuzugang Alexander Ring auf den Seiten. Das Sturmduo bildeten Reus und Hanke. Nicht dabei waren Lukas Rupp (Rücken), Juan Arango (Magen-Darm) und Filip Daems (grippaler Infekt).
Der Finne Alexander Ring erwischte einen Einstand nach Maß und brachte sein neues Team bereits früh mit einem gefühlvollen Lupfer in Front. Und weil es so gut klappte, legte er kurz darauf gleich den zweiten Treffer nach. Zweimal bereite Marco Reus vor, der sogar noch eine Chance für einen Hattrick liegen ließ.
Nach diesem Blitzstart agierten die Borussen trotz der widrigen Bedingungen teilweise sehr gefällig und waren das bessere Team, auch wenn Nürnberg einige Tormöglichkeiten hatte. Eine nutzte Maroh fast mit dem Pausenpfiff, als er nach einer Ecke per Kopf traf. Marc-André ter Stegen fühlte sich im Luftkampf behindert, der Schiedsrichter hatte jedoch kein Foul ausgemacht.
Ter Stegen stapfte wütend in den gut gesicherten Kabinentrakt und durfte dann als einziger Borusse zur zweiten Halbzeit wieder kommen. Immerhin hatte sich jetzt das Wetter gebessert, als vor dem Keeper die neue Viererkette mit Jantschke, Niklas Dams, Dante und Wendt auflief. Vor der Abwehr agierten nun Nordtveit und Neuzugang Cigerci, davor Herrmann und Otsu. Leckie und de Camargo bildeten die Doppelspitze.
Zwar war nun das Wetter besser, doch das Spiel verflachte zusehends. Es gab kaum nennenswerte Aktionen, die größte Chance vergab Otsu nach toller Aktion alleine vor Schäfer. Erst als in der Schlussphase der Regen wieder einsetzte, überschlugen sich die Ereignisse. Nach einem vermeintlichen Foul an de Camargo gab es Elfmeter für die Borussia, den Dante vom Schützen aus in den linken Winkel schoss.
Und kurz darauf wurde de Camargo erneut im Strafraum gefoult, Maroh sah dafür die Rote Karte. Den fälligen Strafstoß trat der gefoulte de Camargo diesmal selbst und traf nur den rechten Innenpfosten. Die letzte Aktion gehörte den Nürnbergern, die in der vierten Minute der Nachspielzeit noch durch Wießmeier verkürzen konnten.
Borussias Trainer Lucien Favre zeigte sich nach der Partie vor allem erfreut, »dass das Spiel überhaupt stattfinden konnte« und dass es keine Verletzten gab. »Die erste Halbzeit war sehr gut, es gab viele gute Aktionen und Kombinationen. Nach der Pause war es zu kompliziert und es gab zu viele Ballverluste. Aber da war auch eine andere Mischung auf dem Platz«.
Mit dem Debüt von Alexander Ring war Favre zufrieden. »Er hat Vertrauen vor dem Tor und er hat sehr gut gespielt. Er hätte sogar noch das dritte Tor machen können«.
Tolga Cigerci agierte nicht so auffällig. »Er muss sich langsam in unser System integrieren – das braucht Zeit«, so der Coach über den Neuzugang aus Wolfsburg.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach Halbzeit 1: ter Stegen – Zimmermann, Stranzl, Brouwers, Korb – Marx, Neustädter – Younes, Ring – Reus, Hanke
Borussia Mönchengladbach Halbzeit 2: ter Stegen – Jantschke, Dams, Dante, Wendt – Nordtveit, Cigerci – Herrmann, Otsu – Leckie, de Camargo
Tore: 1:0 Ring (6.), 2:0 Ring (13.), 2:1 Maroh (45.), 3:1 Dante (89.), 3:2 Wießmeier (90. +4)