Freitag, 06. Januar 2012 - 14:20 Uhr
Passend zur derzeitigen Stimmungslage rund um die Borussia, präsentierte sich der türkische Urlaubsort zum Trainingsauftakt der Gladbacher grau und verregnet. Dennoch zeigte sich Trainer Lucien Favre mit den Bedingungen vor Ort äußerst zufrieden. »Es ist alles sehr positiv hier. Die Plätze sind trotz des Wetters gut und das ist die Hauptsache«.
Bei der morgendlichen Einheit stand wie so oft der Ball im Vordergrund und so wurde überwiegend das bisher so beeindruckende Kurzpassspiel mit maximal zwei Kontakten perfektioniert. Das für Trainingslager berühmte Konditionsbolzen, ist für den Fußballästheten Favre kein Thema. »Der Laktattest am Mittwoch war gut, so dass wir ganz normal mit viel Tempo und auf hohem Niveau weiter machen können«.
Verletzungs- bzw. krankheitsbedingt fehlten allerdings Filip Daems und Raùl Bobadilla. Während der Mannschaftskapitän kurzfristig von einem grippalen Infekt erwischt wurde und im Hotel bleiben musste, reiste der Argentinier aufgrund von muskulären Problemen gar nicht erst mit in die Türkei. Auch Matthew Leckie musste Grippe geschwächt etwas kürzer treten.
Das dominierende Thema bei Fans und Medienvertretern war aber weiterhin die Personalie Reus und Neustädter. Der sichtlich immer noch enttäuschte Lucien Favre bemühte sich zwar etwas Zweckoptimismus zu streuen, doch so richtig gelingen wollte dies dem Schweizer nicht. »Ich war selber Spieler, das gehört zum Fußball und zum Leben dazu. Es wird im Sommer dadurch natürlich schwieriger, aber noch spielen beide bei uns und sie werden weiterhin alles für die Mannschaft geben«, offenbarte Favre Verständnis.
Zugleich appellierte er auch an die Unterstützung der Fans. »Wir dürfen nicht vergessen, was beide für den Verein und die Mannschaft geleistet haben. Wir brauchen beide in der Rückrunde und dazu benötigen wir die volle Unterstützung der Fans«.
Allerdings war es Favre selbst, der heute die in den letzten Tagen entstandene Unruhe weiter anheizte. Angesprochen auf einen Artikel in der „Bild“-Zeitung, der seinen ebenfalls vorzeitigen Abschied im Sommer suggerierte, gab sich der Schweizer zunächst ahnungslos und erklärte dann, mögliche Abwanderungsgedanken in einem anderen Kontext genannt zu haben ohne dabei konkret zu werden. Der gezielten Nachfrage zu einem Verbleib über den Sommer hinaus, wich Favre jedoch vielsagend aus. »Ich will darüber nicht sprechen. Ich konzentriere mich auf die Rückrunde«.
Ein klares Bekenntnis zur Borussia und seinem bis 2013 laufenden Kontrakt blieb Lucien Favre schuldig. So ist zu erwarten, dass dieses Thema auch in den nächsten Tagen in Belek noch für einige Diskussionen sorgen wird.