Mittwoch, 21. Dezember 2011 - 22:30 Uhr

Borussias Trainer Lucien Favre konnte zum Jahresausklang im Pokalspiel gegen Schalke 04 auf die gleiche Elf zurückgreifen, die am vergangenen Sonntag mit 1:0 gegen Mainz gewonnen hatte. Auch die angeschlagenen ter Stegen, Reus, Jantschke und Hanke konnten von Beginn an mitwirken.
Auch bei Schalke blieb die Mannschaft gegenüber dem eindrucksvollen 5:0 gegen Werder Bremen unverändert, einzig der verantwortliche Trainer war neu. Huub Stevens weilte bei seiner erkrankten Mutter, vertreten wurde der Niederländer von Assistent Seppo Eichkorn.
Im ausverkauften Borussia-Park legten die Borussen gleich schwungvoll los und übernahmen das Kommando. Der Ball lief mit Tempo und ständige Rochaden u.a. von Marco Reus beschäftigten die Schalker ordentlich. Es gab mehrere Ansätze für Torgelegenheiten, wirklich zum Abschluss kamen die Fohlen zunächst nicht.
Nach und nach nahm Schalke dann aktiver am Spiel teil, ohne sich allerdings zwingend am Gladbacher Strafraum zu zeigen. In diese Phase des ausgeglichenen Spiels fiel der Führungstreffer der Borussen. Der quirlige Reus kam diesmal über die rechte Seite und zog den Ball scharf flach in den Strafraum. Papadopoulos klärte, allerdings zentral an den 16er. Und dort stand Juan Arango, der ruhig, überlegt und gnadenlos abgezockt ins Eck traf (18.).
Der Führungstreffer beflügelte die Borussen zusehends und zeitweise spielten sie die Schalker schwindelig. Roman Neustädter markierte das vermeintliche 2:0, das jedoch wegen einer Abseitsstellung von Hanke nicht gegeben wurde.
Die Gladbacher hatten ungeahnte Räume, vor allem im Rückraum zentral vor dem Tor bekamen die Schalker kaum Zugriff. Die Fohlen versäumten es allerdings, den zweiten Treffer nachzulegen. Trotz großem Aufwand sprang bis zum Pausenpfiff nur noch ein wirklich gefährlicher Torabschluss heraus. Den gab Håvard Nordtveit in der 27. Minute ab. Bei seinem Distanzschuss senkte sich der Ball, verpasste den Torwinkel allerdings knapp.
In den restlichen Minuten der ersten Halbzeit waren die Borussen weiter das bessere Team. Schalke spielte sehr fehlerbehaftet, doch die Borussen vermochten die zahlreichen Ballverluste der Knappen im Mittelfeld nicht entscheidend zu nutzen.
Unmittelbarnach Beginn der zweiten Halbzeit schwächten sich die Schalker selber. Ihr Toptorjäger Klaas-Jan Huntelaar meckerte zunächst gegen eine Linienrichterentscheidung und zeigte den Vogel, klatschte dann hämisch für die Gelbe Karte Beifall und durfte folglich mit Gelb-Rot unter die Dusche.
Eine mehr als dumme Aktion des Niederländers, wodurch die Borussen weiter Oberwasser bekamen. Nach einem Konter scheiterte Mike Hanke mit einem Flachschuss an Unnerstall, der gut den Winkel verkürzte (52.). Auf der anderen Seite hatte Matip mit einem Kopfballwischer die erste Möglichkeit der Gäste, der Ball flog am langen Pfosten vorbei (55.).
Fast im Gegenzug war Matip wieder beteiligt – diesmal als passiver Zuschauer. Marco Reus konnte im Anschluss an einen Ballgewinn nach Schalker Einwurf in Richtung Tor laufen und zog einfach mal aus über zwanzig Metern flach ab. Matip konnte den Schuss nicht blocken, nahm zudem seinem Keeper die Sicht, so dass dieser ohne jegliche Reaktion den Flug des Balles ins Netz verfolgen musste (56.).
Der Borussia-Park stand Kopf angesichts der vermeintlichen Vorentscheidung. Doch Schalke, das bis dahin spielerisch so enttäuschte, warf zumindest kämpferisch alles in die Waagschale. Und da sich die Borussen in Überzahl nicht wirklich geschickt anstellten, blieb die vorzeitige Entscheidung aus. Arango (61.) und Herrmann (62.) vergaben ausgezeichnete Möglichkeiten und hielten Schalke zumindest theoretisch am Leben.
Und ab der 70. Minute wurde es dann wieder spannend. Ter Stegen ließ einen Jurado-Schuss prallen, Draxler passte auf, legte sich den Ball noch auf den anderen Fuß und schob zum Anschlusstreffer ein.
Schalke riskierte nun alles und einige Male brannte es im Gladbacher Strafraum. Doch letztlich war nur noch ein Kopfball von Raul, den ter Stegen sicher parierte, eine echte Torchance für die Gelsenkirchener (74.).
Auf der anderen Seite verdaddelten die Borussen mehrere gute Kontermöglichkeiten, so dass es bis in die Schlussphase eng blieb. Die Erlösung folgte in der 88. Minute, als de Camargo Reus auf die Reise schickte. Der Ball war eigentlich einen Tick zu lang und Unnerstall rechtzeitig aus seinem Tor, doch er verlor das Leder an Reus, der dann alleine aufs leere Tor zulaufen und unter dem stürmischen Jubel der Fans locker einkicken konnte.
Den Schlusspunkt setzte Jermaine Jones in der Nachspielzeit, der sich noch die Gelb-Rote Karte einhandelte. Das interessierte die Borussen aber nur am Rande, die stürmisch den Einzug ins Viertelfinale feierten.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Stranzl, Dante, Daems – Nordtveit, Neustädter – Herrmann (87. Marx), Arango – Hanke (71. de Camargo), Reus (90.+1 Brouwers)
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Brouwers, Bobadilla, Wendt, Leckie
Schalke 04: Unnerstall - Höwedes, Papadopoulos, Matip, Fuchs - J. Jones – Höger (70. Marica), Jurado (80. Baumjohann) - Raul - Huntelaar, Pukki (46. Draxler)
Tore: 1:0 Arango (18.), 2:0 Reus (52.), 2:1 Draxler (70.), 3:1 Reus (88.)
Gelbe Karten: de Camargo - Jones, Papadopoulos
Gelb-Rote Karte: Huntelaar (47.) , Jones (90. +1)
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Ergolding)
Zuschauer: 54.740 (ausverkauft)