Sonntag, 18. Dezember 2011 - 20:25 Uhr

Borussias Trainer Lucien Favre konnte im letzten Hinrundenspiel der Bundesliga wieder auf seinen Toptorjäger Marco Reus (10 Treffer) zurückgreifen. Der Nationalspieler kam damit erstmals nach seinem beim Derby in Köln erlittenen Zehenbruch wieder zum Einsatz, nachdem er zuletzt gegen Dortmund und in Augsburg pausieren musste.
Ebenso meldete sich Mittefeldspieler Håvard Nordtveit zurück, der seine Prellung am Sprunggelenk überstanden hat, die ihn noch in Augsburg in die Rolle des Zuschauers zwang.
Für die beiden Rückkehrer machten wie erwartet Thorben Marx und Raúl Bobadilla Platz in der Startformation. Lucien Favre schickte somit seine vermeintlich stärkste Elf ins Rennen.
Auf Seiten der Mainzer standen mit Bo Svensson, Eugen Polanski und Yunus Malli drei Ex-Borussen in der Startformation.
Der Gast aus Mainz begann im Borussia-Park äußerst munter und wurde schon nach wenigen Sekunden mit einem schnell vorgetragenen Angriff nach einem Ballverlust von Nordtveit gefährlich. Doch auch die Fohlen waren direkt in der Partie und kamen nach drei Minuten durch Arango zu einer ersten Möglichkeit. Der Venezolaner versuchte es zunächst mit einem Pass auf Reus und als der Ball nicht ankam, mit einem Distanzschuss aus zwanzig Metern, der allerdings am Tor vorbei flog.
Zwei Minuten später jubelten die Borussen bereits über den Führungstreffer. Nach einer Kombination durch die Mitte spielte Reus einen wunderbaren Pass zentral in den Lauf von Herrmann, der aus elf Metern zur Führung traf.
Ein toller Start für die Borussen, die sich allerdings mit der Führung im Rücken wenig dominant präsentierten und den Mainzern weitestgehend die Spielgestaltung überließen. Im Wissen um die eigene gute Defensive ließen die Gladbacher Mainz kommen, ohne dass die Gäste wirklich gefährlich werden konnten. Lediglich ein Distanzschuss von Kirchhoff war nennenswert, nachdem Hanke zuvor der Ball versprungen war (30.).
Ansonsten brannte es nur noch einmal nach einer Ecke, in deren Anschluss Herrmann vor der Linie nach einem Kopfball klärte (10.).
Es war insgesamt eine überschaubare Angelegenheit in Gladbach, weil die Borussen bei ihren eigenen Offensivbemühungen sehr leichtfertig agierten und sich viele Ballverluste erlaubten. So konnte Mainz die Angriffsversuche der Fohlen ohne große Mühe abwehren.
Die Gäste verloren noch vor dem Halbzeitpfiff Bo Svensson, der sich schwerer verletzte und vom Platz getragen werden musste – nach einem eigenen Foulspiel an Mike Hanke.
Aufregung gab es unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff, als Eugen Polanski im Strafraum Roman Neustädter foulte, der fällige Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Gagelmann allerdings ausblieb. Ärgerlich für die Borussen, denen die Möglichkeit zu einer komfortableren Halbzeitführung genommen wurde.
Die zweite Halbzeit begann wie die erste mit einer Mainzer Chance – Caligiuri schoss per Aufsetzer aufs Tornetz (46.) und nur wenige Sekunden später sah Dante seine 5. Gelbe Karte und wird damit zum Rückrundenauftakt gegen die Bayern fehlen.
Mainz war das überlegene Team, die Borussen brauchten mehr als zehn Minuten, bis sie ihrerseits wieder in die Partie fanden. Zum Glück vermochten die Gäste aus ihrer Überlegenheit kein Kapital zu schlagen und blieben letztlich vor dem Tor zu harmlos.
In der 67. Minute hätten die Borussen in Person von Juan Arango den Sack zumachen müssen. Nach einem Ballverlust der Gäste in der Vorwärtsbewegung passte Reus in den Lauf von Arango, der alleine aufs Mainzer Tor zulief, jedoch Keeper Wetklo anschoss. Bei der anschließenden Ecke rutschten sowohl Neustädter, Dante als auch Jantschke freistehend am Ball vorbei.
In dieser kurzen Phase hatte Borussia Oberwasser, konnte jedoch den vorentscheidenden zweiten Treffer nicht markieren. Und so wurde es bis in die Schlussphase eine höchst enge Kiste, bei der die Borussen nicht wirklich souverän agierten. Aber auch solche ‚dreckigen‘ Spiele muss man erstmal über die Bühne bringen.
Die Borussen bezahlten den Arbeitssieg allerdings noch teuer. Zunächst verletzte sich Marco Reus am Knie/Oberschenkel, als er sich nach einem Antritt vertrat. Und auch Marc-André ter Stegen ging angeschlagen aus der Partie, als er in der Schlussminute noch einen Schlag in die ohnehin schon lädierte Rippenpartie bekam.
Borussia siegte am Ende etwas glücklich und hält mit nunmehr 33 Punkten Anschluss an die Top3 der Liga.
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Stranzl, Dante, Daems – Nordtveit, Neustädter – Herrmann (90. Marx), Arango – Reus (83. Bobadilla), Hanke (70. de Camargo)
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Brouwers, Wendt, Leckie
Mainz 05: Wetklo - Pospech, Bungert, Svensson (40. Caligiuri), Fathi - Kirchhoff - Baumgartlinger, Polanski (73. Ujah) – Malli (64. Müller) - Allagui, Choupo-Moting
Tore: 1:0 Hermann (5.)
Gelbe Karten: Pospech, Allagui, Bungert - Nordtveit, Dante, Herrmann
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Zuschauer: 49.089