Dienstag, 13. Dezember 2011 - 07:30 Uhr
Marc-André ter Stegen: Wenn der Gegner keine Torchancen kreiert, dann muss man halt selber nachhelfen, schien sich Borussias Keeper Mitte der ersten Halbzeit gesagt zu haben und verhalf Augsburgs Werner unfreiwillig zu einer Großchance, die er dann aber selbst wieder bereinigte. Der 19-Jährige machte ansonsten ein gewohnt gutes Spiel, beim Gegentor war er machtlos. Er fing alle Flanken und Hereingaben sicher ab, bis auf eine, wo er nicht ganz im Bilde war. Spielte wieder gut mit, rettete einmal außerhalb des Strafraums per Kopf. Seine Abstöße kamen meist zum Mitspieler, sehr häufig auf Arango und seltener auf die rechte Seite, was das Spiel etwas einseitig verlagerte. Gegen Ende wurde ter Stegen von seinen Mitspielern nicht mehr so oft einbezogen. Note 3,0.
Tony Jantschke: In der ersten Halbzeit hatte sein Gegenspieler Werner ein paar Freiheiten zuviel. Nicht immer stellte sich Jantschke optimal zum Gegner, mit der Zeit fing er sich dann zu einer zumindest passablen Abwehrleistung. Im Kombinationsspiel mit einigen unüblichen Schwächen und deutlich mehr Fehlpässen als gewohnt. Im Spiel nach vorne nicht effektiv, es gab kaum ein konstruktives Zusammenspiel mit Herrmann. Ab Mitte der zweiten Halbzeit ließ er etwas die Kontrolle vermissen, wählte zum Beispiel den Befreiungsschlag, als er auch ter Stegen einbeziehen und so die spielerische Lösung wählen konnte. Note 4,0.
Martin Stranzl: Ein arbeitsreicher Nachmittag für Borussias Innenverteidiger, der einige Male in brenzligen Situationen rettend eingriff, wie nach einem vertändelten Ball von Dante. Der Österreicher verteidigte konsequent und war sicherer Rückhalt der Abwehr, die im ganzen Spiel kaum eine Chance des Gegners zuließ. Besonders in der Phase des Spiels, als der Kampf dominierte, ließ er nichts anbrennen. Im Spielaufbau solide, im gegnerischen Strafraum zog er sich im Luftkampf eine Platzwunde am Hinterkopf zu. Note 3,0.
Dante: Über weite Strecken des Spiels war der Brasilianer sowohl in der Abwehrarbeit als auch in der Spieleröffnung gewohnt sicher. Einige gekonnte Grätschen, konsequente Aktionen am Boden. In der ersten Halbzeit bei einem Oehrl-Kopfball konnten weder Dante noch Stranzl den Augsburger stellen. Nach der Pause ging er etwas zu ungestüm in den Zweikampf gegen Mölders und stützte sich auf. Aus diesem Freistoß resultierte das Gegentor. Danach wirkte Dante in manchen Szenen ein wenig unkonzentriert, vertändelte mehrfach den Ball. Einmal bereinigte Stranzl für ihn, ansonsten korrigierte er seine Nachlässigkeiten selbst. Dennoch war er nicht mehr ganz auf der Höhe und in der Schlussphase kam es auch zu einigen ungenauen Abspielen. Note 4,0.
Filip Daems: War Borussias Kapitän in den letzten Monaten ein Musterbeispiel an Zuverlässigkeit, so erwischte er in Augsburg einen gebrauchten Tag. Schon vor der Pause hatte er mehrere Unsicherheiten in der Abwehrarbeit. Einige Male stand er ungünstig und bekam keinen Zugriff auf den Gegenspieler. Vor dem Wechsel unterliefen ihm einige üble Fehlpässe. Nach der Pause spielte er seinen Stiefel etwas sicherer herunter, ohne jedoch am die Souveränität der letzten Spiele heranzureichen. Note 4,5.
Thorben Marx: Kam für den verletzten Håvard Nordtveit in die Startformation und spielte eine gänzlich unauffällige, wenn nicht gar unsichtbare Partie. Zu Beginn ging er einmal in den freien Raum nach vorne, konnte den ungenau gespielten Ball aber nicht mehr erreichen. Offensiv kam ansonsten gar nichts, defensiv trat er ebenfalls kaum in Erscheinung. Er lief zwar viel im Raum, Balleroberungen und Umschaltmomente gab es nur wenige. Auffällig wurde er nur noch bei einem überflüssigen taktischen Foul im Mittelfeld, für das er die Gelbe Karte sah. Note 4,5.
Roman Neustädter: Besser im Spiel als Nebenmann Marx. Man merkte ihm an, dass er im Rhythmus ist. Lange Zeit war er die gewohnte Anspielstation für den sicheren kurzen Ball. Vor der Pause hatte er im defensiven Bereich alles im Griff, erst nach dem Tor schafften es die Augsburger, das Mittelfeld mit aggressivem Spiel zu besetzen und zu beherrschen. Hier kam auch von Neustädter zu wenig und er ließ sich, wie die Kollegen, den Schneid abkaufen. Ein paar Mal schaltete er sich nach vorne ein, hatte sogar in der Schlussphase eine gute Tormöglichkeit. Doch wie schon so oft fehlten Zutrauen und Fortune im Abschluss. Note 3,5.
Patrick Herrmann: Gleich zu Beginn war Herrmann zweimal flott unterwegs, doch danach ging es rapide bergab. Bei drei, vier guten Diagonalbällen von Arango hatte er nicht das Durchsetzungsvermögen, etwas daraus zu machen. Wie schon in der zweiten Halbzeit gegen Dortmund hatte Herrmann in Augsburg wenig mit dem Spielverlauf zu tun. Es lief fast alles über links, was auch mit den Abschlägen von ter Stegen zusammenhing. Der Youngster war nicht im Spiel und wirkte auch geistig nicht frisch, ging ein paar Mal einen Tick zu spät dem Ball entgegen. Nach dem Gegentor wurde er bei einem guten Konter von Bobadilla auf links übersehen – danach war sein Arbeitstag vorbei. Note 5,0.
Juan Arango: Bis zu dem Zeitpunkt, als die Begegnung zum Kampfspiel wurde, machte Arango eine solide Partie. Er war fast an jedem Angriff beteiligt, spielte meist einen guten Kurzpass. Fast jeden Abstoß von ter Stegen bekam er und verarbeitete diese größtenteils sehr gut. Aber schon ab Mitte der ersten Hälfte fehlte die Präzision in seinen Aktionen. Das galt ebenso für die Ecken und ruhenden Bälle, die letzte Woche noch genau auf den Mitspieler kamen. Jetzt verpufften sie fast alle. Als Augsburg Oberwasser bekam und plötzlich an den Sieg glaubte, da tauchte Arango komplett unter. Note 4,5.
Mike Hanke: Für ihn gilt ähnliches wie für Arango. Über weite Strecken der ersten Halbzeit war es eigentlich eine solide Partie. Normales Kurzpassspiel, nichts weltbewegendes. Dennoch so gut, dass Gladbach vor der Pause ein spielerisches Übergewicht hatte. Hanke verzeichnete auch die beste Torchance im ganzen Spiel, als er den Ball eher schob als draufzuhalten. Auch sein Freistoß am Ende war nicht platziert genug. Insgesamt kam er zu wenig zum Abschluss, für das Kombinationsspiel in vorderster Front fehlte es an geeigneten Mitspielern. Note 4,0.
Raúl Bobadilla: Das Bemühen kann man dem Argentinier nicht absprechen. Vielleicht wäre es für ihn ersprießlicher gelaufen, hätte er eine der beiden ersten Torchancen genutzt. Bei der zweiten machte er es besser, aber auch nicht wirklich gut. Ansonsten setzte er zwar in vorderster Front seinen bulligen Körper ein, war aber im Kombinationsspiel ein Ausfall. Er sah nicht den richtigen Mitspieler, lief in die falsche Richtung, traf oft einfach die falsche Entscheidung und zeigte vor allem vor der Pause bei der Ballannahme auffallende technische Mängel. Vor der Chance von Hanke spielte er am 16er einen guten Querpass, wobei er in der Szene vorher auch schon den besseren Mann übersehen hatte. Beim Gegentor löste er sich aus der Mauer und fälschte dann entscheidend ab. Alsdann gelang ihm nichts mehr, so dass seine Auswechslung nach 65 Minuten folgerichtig war. Note 4,5.
Igor de Camargo: Versuchte über Aggressivität ins Spiel zu kommen und wollte Freistöße herausholen. Vor dem Freistoß von Hanke gelang das gut, einmal entschied der Schiedsrichter gegen ihn. Auch de Camargo hatte keine Offensivaktion bis zum Tor. Er muss nach seiner langen Pause erst wieder den Spielrhythmus finden. Ohne Note.
Mathew Leckie: Kam in den letzten zwanzig Minuten für Herrmann. Kämpferisch und vom Einsatz her war es okay, wirklich durchsetzen konnte er sich nur einmal. Sein Schuss aufs Eck war nicht schlecht. Ohne Note.
Yuki Otsu: Als letzte Offensivoption in der Schlussviertelstunde für Marx eingewechselt, kam er über die linke Seite. Einmal setzte er sich gut bis an den Strafraum zu, suchte dann jedoch den Nebenmann, anstatt weiter Richtung Tor zu ziehen. Darüber hinaus weitestgehend unauffällig. Ohne Note.