Donnerstag, 08. Dezember 2011 - 14:21 Uhr
Vieles ist ungewohnt in diesen Wochen bei Borussia Mönchengladbach. Berauschende Siege, eindrucksvolle Konstanz und niveauvoller Fußball in Serie. Dazu ein Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Königsklasse berechtigen würde und positive Schlagzeilen in nie gekannter Fülle.
Der vielbeachtete Höhenflug der Fohlen bringt es mit sich, dass am Samstag ein Bundesligaspiel auf dem Programm steht, bei dem einiges neu ist. Nicht nur, dass sich Borussia Mönchengladbach und der FC Augsburg bisher noch nie in einem Erstligaspiel gegenüber standen. Sondern auch, dass der VfL als klarer Favorit zu einem Bundesliga-Auswärtsspiel fährt.
»Rein von der Tabelle sind wir vielleicht der Favorit«, muss selbst Lucien Favre eingestehen. Doch der Gladbacher Erfolgscoach schränkt gleich ein. »Ich bin sicher, dass uns ein hartes Stück Arbeit erwartet. Ich habe einige Spiele von Augsburg gesehen und gerade in Heimspielen haben sie zum Teil sehr gut gespielt«.
In der ausverkauften SGL-Arena (30.660 Zuschauer) gibt es für die Borussen ein Wiedersehen mit Aufstiegs-Coach Jos Luhukay und dem Ex-Borussen Jan-Ingwer Callsen-Bracker. Die weiteren ehemaligen Gladbacher Marcel Ndjeng und Nando Raffael fehlen verletzungsbedingt.
»Augsburg ist sehr kämpferisch und gefährlich bei schnellen Kontern«, warnt Lucien Favre. Die größte Gefahr sollte allerdings von den Borussen selbst ausgehen. Nämlich dann, wenn sie sich über- und den Gegner unterschätzen.
»Meine Spieler sind sehr realistisch und kennen die Qualitäten des Gegners«, ist Favre überzeugt, dass seine Mannen nicht überheblich agieren werden.
»Wichtig wird sein, von Anfang an dagegen zu halten und das kämpferische Spiel anzunehmen«, bestätigt ihn sein Kapitän Filip Daems. »Das ist die Grundlage. Und dann können wir unsere spielerischen Mittel einbringen und dort gewinnen«.
Bei diesem Unterfangen wird Marco Reus definitiv nicht mitwirken können. Er fällt genauso aus wie Joshua King. Dafür meldete sich Igor de Camargo nach überstandenen Rückenproblemen wieder einsatzfähig. Allerdings schränkte Favre ein, dass der Brasil-Belgier vermutlich nicht beginnen wird.
So dürfte die Elf starten, die am vergangenen Wochenende beim Remis gegen Meister Dortmund überzeugte. Es sei denn, die Sprunggelenksprellung, die sich Håvard Nordtveit im Training am Mittwoch zuzog, erweist sich als schlimmer als angenommen. »Normalerweise sollte es gehen, aber sicher ist es noch nicht«, sagte Lucien Favre. Auf Nordtveits Kollegen in der Schaltzentrale kann der Trainer zurückgreifen: Der Anfang Woche grippekranke Roman Neustädter ist wieder dabei.
Es geht also mit voller Konzentration nach Augsburg. Dort wird die spannende Frage beantwortet, ob und wie die Gladbacher Borussen mit der Bürde des Favoriten umgehen können.
Update: Håvard Nordtveit wird Borussia Mönchengladbach in Augsburg fehlen. Der Norweger muss aufgrund der Prellung am Sprunggelenk passen. Für ihn wird wohl Thorben Marx in der Startelf stehen. Matthias Zimmermann, ebenfalls mit lädiertem Sprunggelenk, wird dagegen zum Kader gehören.