Samstag, 03. Dezember 2011 - 17:22 Uhr

Borussias Trainer Lucien Favre musste im Duell Zweiter gegen Erster auf seinen Topspieler verzichten. Marco Reus musste wegen des Zehenbruchs passen. Zudem standen auch die Offensivkräfte Igor de Camargo, Joshua King und Yuki Otsu nicht zur Verfügung.
Im Sturm setzte Favre daher auf Raúl Bobadilla, zudem kehrte Martin Stranzl nach überstandener Knieverletzung zurück. Für den Österreicher musste Roel Brouwers wieder auf die Bank.
Der Gast aus Dortmund erwischte den besseren Start in die Partie, hatte schon nach wenigen Sekunden eine gute Gelegenheit. Nach einem langen Ball reklamierten die Gladbacher vergeblich auf Abseits, Daems konnte im allerletzten Moment noch zur Ecke klären.
Es dauerte ein wenig, bis sich der VfL auf die aggressiven Dortmunder eingestellt hatte. Spätestens ab der 7. Minute war die Favre-Truppe in der Partie. Da spielte Arango einen wunderbaren langen Ball auf Bobadilla. Der versuchte sich mit einem Lupfer über Weidenfeller, der Ball wurde allerdings geklärt. Herrmann kam noch zum Nachschuss, zirkelte das Leder von der rechten Seite am langen Pfosten vorbei.
In der Folgezeit egalisierten sich die beiden Borussias – allerdings auf hohem Niveau. Beide Defensivreihen arbeiteten wachsam und hochkonzentriert, so dass es kaum Torchancen gab. Eine Risikoabnahme von Nordtveit von der rechten Seite (14.) und eine Gelegenheit für Lewandowski (16.), als Jantschke im letzten Moment dazwischen funken konnte, waren die Möglichkeiten aus dem Spiel heraus.
Ansonsten musste der ruhige Ball für wirkliche Torgefahr herhalten. So in der 22. Minute, als Arango eine Freistoßflanke aus dem Halbfeld schlug, Dante mit einem Kopfballwischer den Kasten von Weidenfeller knapp verfehlte.
Oder in der 35. Minute auf der anderen Seite, als Götze eine Ecke in den Rückraum spielte, wo Kagawa es mit einer Direktabnahme versuchte, die ter Stegen mit den Fäusten nur nach vorne abwehren konnte. Allerdings standen die zum Rebound bereiten Schwarz-Gelben Angreifer dann im Abseits.
Dortmund wirkte insgesamt etwas reifer und sicherer als die Gladbacher, bei denen im Spiel nach vorne Marco Reus doch sehr schmerzlich vermisst wurde. Dass der VfL in der 40. Minute das 0:1 kassierte, hatte allerdings rein gar nichts mit dem Fehlen von Reus zu tun. Nach der sechsten Ecke für den BvB durch Kagawa kam Lewandwoski relativ unbedrängt zum Kopfball. Ter Stegen, der erst einen Schritt aus dem Tor machte, dann aber wieder den Rückwärtsgang einlegte, bekam zwar noch die Finger ans Leder, konnte jedoch nicht vermeiden, dass die Kugel ins Eck flog.
Zur zweiten Halbzeit kamen beide Teams in unveränderter Formation zurück und zunächst änderte sich auch an der Spielausrichtung nichts. Dortmund machte weiter einen winzigen Tick den besseren Eindruck, ohne sich nachdrückliche Chancen für den zweiten Treffer zu erspielen.
Die Gladbacher bemühten sich, verfingen sich jedoch weiterhin im dichten Dickicht der Dortmunder Defensive. Nach einer Stunde meldete sich Mike Hanke mal im Strafraum, als er nach gutem Zuspiel von Nordtveit zum Schuss kam, allerdings deutlich über den Kasten zielte.
Auf der anderen Seite machte es Kagawa nicht besser – er schoss ebenfalls über den Querbalken (63.).
Das Spiel schien aus Gladbacher Sicht festzulaufen, bis in der 72. Minute der sicherlich nicht unverdiente Ausgleich fiel, auch wenn er nicht unbedingt in der Luft lag. Nach einer schnellen Passfolge spielte Bobadilla das Leder schön in den Lauf von Hanke, der ein paar Meter lief und dann aus 18 Metern trocken abzog und ins Eck traf.
Das Spiel war nun wieder offen, Dortmund legte einen Zahn zu und die Gladbacher wollten gleichfalls den Schwung des Treffers nutzen. Es wurde noch eine rassige Angelegenheit mit Chancen auf beiden Seiten. Zunächst war es Marc-André ter Stegen, der einen erneuten Rückstand gegen Mario Götze verhinderte, der nach feinem Doppelpass mit Kagawa frei vor ihm auftauchte (76.).
Alsdann köpfte Dante nach einer Freistoßflanke von Arango freistehend, allerdings deutlich, am Dortmunder Gehäuse vorbei (80.).
Es blieb spannend, wurde auf beiden Seiten mehrfach gefährlich, doch ein Lucky Punch wollte in der Schlussphase keinem Team mehr gelingen.
So stand am Ende ein 1:1 Remis in einem sehr intensiven Spiel, das letztlich als leistungsgerecht zu bezeichnen ist. Die Gladbacher Borussen erbrachten den Nachweis, dass sie zu Recht Höhenluft schnuppern und dass es zumindest halbwegs auch ohne Marco Reus geht.
Kurzstatistik zum Spiel:
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen – Jantschke, Stranzl, Dante, Daems – Nordtveit, Neustädter – Herrmann, Arango – Hanke (90. +1 Brouwers), Bobadilla (84. Leckie)
weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Zimmermann, Brouwers, Rupp, Marx, Wendt
Borussia Dortmund: Weidenfeller – Schmelzer, Santana, Hummels, Piszczek – Gündogan, Kehl – Kagawa (77. Kuba), Götze (77. Barrios), Großkreutz (86. Perisic) - Lewandowski
Tore: 0:1 Lewandowski (40.), 1:1 Hanke (72.)
Gelbe Karten: - Schmelzer, Santana
Schiedsrichter: Felix Zwayer
Zuschauer: 54.047 (ausverkauft)