Donnerstag, 03. November 2011 - 14:21 Uhr
Alte Geschichten werden gerne erzählt und besonders dann immer wieder aufgewärmt, wenn ein Bezug zur Aktualität hergestellt werden kann. In dieser Woche ist es wieder soweit, denn die Auswärtspartie von Borussia Mönchengladbach bei Hertha BSC Berlin ist für einen Mann kein Spiel wie jedes andere. Lucien Favre machte in der Hauptstadt 2007 seine ersten Schritte als Trainer in der Bundesliga. Eine erfolgreiche Zeit, aber auch eine mit einem nicht alltäglichen Ende.
Die Pressekonferenz, auf der Favre 2009 mit seinem ehemaligen Arbeitgeber hart ins Gericht ging, ist schon fast legendär und selbstredend in diesen Tagen Bestandteil der Berichterstattung um die Rückkehr von Lucien Favre ins Olympiastadion.
»Das ist erledigt, es ist Vergangenheit«, sagt Lucien Favre. »Natürlich ist es für mich ein besonderes Spiel. Ich habe in Berlin eine fantastische Zeit erlebt und daran werde ich mich immer erinnern«. Und auch wenn nicht alle alten Weggefährten ganz so versöhnlich klingen, sagt Favre, dass er »zu allen bei Hertha ein gutes Verhältnis« habe.
Wie dem auch sei, für Borussia Mönchengladbach ist die Episode des Werdegangs ihres (Erfolgs-)Coachs ohnehin zweitrangig. Die alten Geschichten mögen zwar interessant sein, doch mit dem Bundesligaspiel am Samstag vor erwarteten 60.000 Zuschauern im Olympiastadion haben sie nicht viel zu tun.
Das weiß auch Lucien Favre, der sich wie immer intensiv auf den nächsten Gegner vorbereitet hat. »Wir stehen vor einer großen Herausforderung. Hertha ist gut organisiert, ist offensiv stark besetzt und sicher in der Abwehr«, so der Coach. »Aber wir wollen punkten«.
Bei diesem Unterfangen kann der mittlerweile 54-Jährige bis auf den noch länger verletzten Igor de Camargo fast auf den gesamten Kader zurückgreifen. Lediglich Leihspieler Joshua King, der ohnehin noch keine besondere Rolle spielte, fehlt am Samstag noch. Alle anderen Akteure, die zu Beginn der Trainingswoche noch mit diversen Problemen zu tun hatten, gaben grünes Licht für die Reise in die Hauptstadt.
Nach dem Heimsieg gegen Hannover 96 gilt es für die Borussen nun, in Berlin nachzulegen. Auswärts stehen in dieser Spielzeit die beiden Siege bei den Bayern und dem HSV zu Buche, jedoch auch drei Niederlagen. Es wäre also angebracht, diese Bilanz wieder auszugleichen. Dann könnten neue Geschichten geschrieben werden. Nicht nur Lucien Favre würde sich darüber freuen.